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Club-Zugang Sörensen: "Die Bundesliga ist auch mein Ziel"

Vom Talent zum "Krieger": Der Däne will sich beim FCN durchsetzen - 10.07.2019 09:55 Uhr

Als zweikampfstarker "Krieger" präsentiert sich der neue Club-Innenverteidiger Asger Sörensen im Trainingslager in Maria Alm, hier gegen den ebenfalls neu verpflichteten Nikola Dovedan. © Foto: Sportfoto Zink


Der Start in ein neues Karrierekapitel bedeutete für Asger Sörensen zunächst eine Rückkehr in vertraute Gefilde. Schließlich war das Salzburger Land, wo sich der 1. FC Nürnberg seit Sonntag auf die kommende Zweitliga-Saison vorbereitet, drei Jahre lang die sportliche Heimat des dänischen Innenverteidigers.

Für stolze 670.000 Euro Ablöse war der Sohn einer Schuldirektorin und eines Maschinenbauingenieurs, aufgewachsen in der Kleinstadt Silkeborg, im zarten Alter von 17 Jahren im Januar 2014 vom FC Midtjylland zum österreichischen Serienmeister RB Salzburg gewechselt. Dort wurde das "größte Verteidigertalent Nordeuropas", wie Salzburgs damaliger Sportdirektor Ralf Rangnick schwärmte, aber zunächst an das klassentiefere Farmteam FC Liefering weitergereicht.

Nach eigener Aussage wäre aus Sörensen wohl auch ein ganz guter Handballer geworden, doch habe er sich mit 14 Jahren für den Fußball entschieden, "weil das einfach lustiger war". Wirklich lustig wurde es in den dreieinhalb Jahre in der Alpenrepublik aber nur selten. Eine Sprunggelenksverletzung, ein Mittelhandbruch und Leistenprobleme bremsten Sörensen monatelang aus, es wuchsen Zweifel am eigenen Körper und an der Berufswahl. "Ich war schon ein bisschen unsicher, ob ich es schaffe, Profifußballer zu sein", gesteht der 23-Jährige.

"... dann wird man schon irgendwann belohnt" 

Doch solche düsteren Gedanken sind längst Geschichte. Heute blickt Sörensen auf eine "harte, aber trotzdem schöne Zeit" zurück, die ihn persönlich weitergebracht habe: "Ich habe gelernt, dass man immer an sich glauben und arbeiten muss, dann wird man schon irgendwann belohnt." 

 

 

Für Sörensen folgte die Belohnung bei Jahn Regensburg. In den zwei Jahren in der Oberpfalz avancierte die Salzburger Leihgabe unter Anleitung von Trainer Achim Beierlorzer nicht nur zu einem verlässlichen Innenverteidiger, sondern entwickelte auch eine gewisse Siegermentalität.

Sörensen müsse "ein Krieger werden", hatte Beierlorzer gefordert, der nette Skandinavier solle seine Gegenspieler mit fairen Mitteln, aber dennoch aggressiv, körperlich robust und konsequent bekämpfen. Was Sörensen denn auch tat – und sich in seinem zweiten Jahr beim Jahn prompt als unverzichtbare Stammkraft etablierte.

"Kein Spaziergang" 

Nun soll der Junioren-Nationalspieler, der kürzlich noch für sein Land bei der U 21-EM in Italien und San Marino auflief, in Nürnberg "den nächsten Schritt" machen, wie es Sportvorstand Robert Palikuca formulierte. Auch wenn Sörensen weiterhin in der 2. Liga spielt, sieht er hier die besseren Perspektiven: "Nichts gegen Regensburg, aber der Club ist eben ein deutlich größerer Verein mit klaren Ambitionen, wieder hochzugehen. Und die Bundesliga ist auch mein Ziel." Sörensen ist aber auch klar, dass die angestrebte Rückkehr ins Oberhaus "kein Spaziergang wird. Ich weiß, wie hart die 2. Liga ist. Für uns wird jedes Spiel ein Endspiel."

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Da kann man schon mal leicht den Überblick verlieren. Während der eine Spieler freudig vorgestellt wird, wird der andere gerade verabschiedet. So läuft es in der Sommerpause im Fußballgeschäft - auch beim 1. FC Nürnberg. Diese Spieler sind zur Saison 2019/2020 gekommen - und diese sind gegangen.


Hart dürfte für den potenziellen Nachfolger des zum Hamburger SV abgewanderten Brasilianers Ewerton auch der interne Konkurrenzkampf werden. Mit Routinier Georg Margreitter und dem aufstrebenden Lukas Mühl muss sich der Neuzugang um die zwei Plätze im Abwehrzentrum streiten, "aber das war in Regensburg und Salzburg nicht anders, das gehört im Fußball eben dazu", gibt sich Sörensen ebenso gelassen wie selbstbewusst: "Ich glaube, dass ich mich hier durchsetzen kann." Ruhe am Ball, gute Spieleröffnung, Zweikampf- und Kopfballstärke und trotz seiner 1,91 Meter eine gewisse Grundschnelligkeit zeichnen ihn aus.

Verbesserungsbedarf und Jan Kristiansen 

Doch es gibt schon auch noch etwas zu verbessern, räumt Sörensen ein: "mein Offensivkopfball. Ich möchte in dieser Saison endlich ein paar Tore machen." In seinen bislang 52 Zweitliga-Spielen war ihm das noch nicht gelungen. Aber manchmal genügt Dänen in Nürnberg ja schon ein einziges Tor, um unsterblich zu werden. Frag’ nach bei einem gewissen Jan Kristiansen...  

Uli Digmayer

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