Arsumanjan liegt flach

Covid-Infektion stoppt Frankens besten Boxer

Holger Peter
Holger Peter

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27.9.2021, 14:23 Uhr
Wegen einer Covid-Infektion hängt Marten Arsumanjan derzeit in den Seilen, will jedoch bald wieder angreifen. Das Motto in der Bavaria-Trainingshalle passt dazu.
 

Wegen einer Covid-Infektion hängt Marten Arsumanjan derzeit in den Seilen, will jedoch bald wieder angreifen. Das Motto in der Bavaria-Trainingshalle passt dazu.   © Thomas Hahn, NN

Seit einigen Tagen ist er nach einem positiven Test in Quarantäne in Zirndorf, über das Wochenende kamen dann auch die Symptome: Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen, Rückenschmerzen. Wie eine heftige Grippe halt, jetzt hofft der 27-jährige Boxprofi nur, dass es nicht schlimmer wird und keine Langzeitfolgen auftreten.

Denn die Infektion, die natürlich nie willkommen ist, kam zur absoluten Unzeit: Der Faustkämpfer, der für den AC Bavaria Forchheim startet, wurde unmittelbar vor der Abfahrt zu einem Trainingslager in Karlsruhe positiv getestet.

Dort sollte die konkrete Vorbereitung auf seinen Titelverteidigungskampf gegen den Österreicher Marcos Nader beginnen. Der Europäische Verband EBU hatte diesen als Pflichtherausforderer für den EU-Titelträger im Mittelgewicht herausgesucht, Arsumanjan soll am 4. Dezember in Wien gegen ihn boxen. Trainer Tncay Kasim freute sich jedenfalls schon vor Wochen auf diesen Fight: „Der Marcos ist in Österreich einer der Spitzenathleten und medial eine große Nummer.

Alle Planungen hinfällig

Nun sind alle Planungen Kasims über den Haufen geworfen: „Das ist schon blöd gelaufen.“ Die gewünschte Vorbereitung mit Sparringseinheiten und dann einem Testkampf werde vermutlich nicht so stattfinden können, befürchtet der Ebermannstädter. Der Coach legt bekanntlich immer großen Wert auf optimale Fitness bei seinem Schützling, die diesem ja auch den EU-Gürtel beschert hat. Jetzt heißt es erst einmal abwarten, wie Marten Arsumanjan, der sich nach eigenen Worten nicht impfen lassen will, „wenn ich nicht muss“, die Infektion übersteht. Dann steht erst einmal Grundlagentraining auf dem Programm, ehe wieder geboxt werden kann.

„Viel Sparren mit sehr verschiedenen Partnern ohne Ende“, lautet vorläufig Kasims Plan B, um Marten Arsumanjan schnell wieder auf Wettkampfniveau zu bringen. Der Traimer, der selbst geimpft ist, war etwas verwundert über den bisherigen Verlauf bei seinem Sportler. Der ist schon seit über zwei Wochen wegen des Kontakts zu einer infizierten Person in Quarantäne, alle Tests verliefen jedoch negativ – positiv getestet wurde er erst am Ende dieser Zeit.

Vorwürfe macht Kasim ihm nicht: „Wir haben durchgängig kontrolliert. Bei uns im Training herrschen strikte 3G-Regeln und für die Wettkämpfer gibt es zusätzlich zum Training eine Kontrolle.“ Beide haben keinen konkreten Hinweis darauf, wo sich der Boxer angesteckt haben könnte - vermutlich aber im privaten oder beruflichen Umfeld.

Ungeduldiger Sportler

Nun hoffen beide, dass die Krankheit schnell vorübergeht, vor allem Marten Arsumanjan ist ungeduldig, will möglichst bald wieder in den Ring steigen. Noch ist genug Zeit, um wieder in Topform zu kommen. Diese wird aber auch dringend nötig sein, um Marcos Nader schlagen zu können, der in der Weltrangliste nur knapp hinter dem Wahl-Forchheimer liegt.

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