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Cyclocross und BMX: Das steckt hinter Team Schamel

Das Familienunternehmen Schamel aus Baiersdorf hat ein Sport-Team aufgestellt - 04.10.2020 06:00 Uhr

Aufgepasst: Anders als auf der Straße ist die Strecke im Cyclocross etwas holpriger. Für den Baiersdorfer Lukas Herrmann (rechts) ist es genau das Richtige.

© Foto: Elisa Haumesser


Das Team Schamel hat sich neu aufgestellt. Hauptsponsor und Namensgeber ist ein Baiersdorfer Traditionsunternehmen. Der Firmenchef Matthias Schamel im Interview: Ein Gespräch über Kulinarik, Krenlauf und Kämpferherzen.

Herr Schamel, wie kamen Sie darauf, ein Sport-Team zu sponsorn?

Als ich die Firma übernommen habe, wollte ich auch neuen Wind mit hinein bringen. Wir sind zwar Marktführer, doch Meerrettich war in den vergangenen Jahren ein bisschen angestaubt. Dabei ist Meerrettich genauso gesund wie Ingwer oder Wasabi. Das muss nur wieder in die Köpfe, dafür müssen wir an die jungen Leute ran. Dafür haben wir die Marke verjüngt und unseren Internetauftritt neu aufgebaut.

Matthias Schamel (37, links im Bild, mit Johannes Hendel) führt das Familienunternehmen seit 2017 in sechster Generation und gemeinsam mit Andreas Schöppl. Als Hauptsponsor unterstützen die Baiersdorfer nun das „Team Schamel“, das mehrere Sportarten verbindet.


Mit Sport hat das aber nichts zu tun.

Angefangen hat das mit Johannes (Hendel, aus der Laufgruppe, d. Red.). Ich kam über den Krenlauf zum Laufen, bin dann auch mal Marathon gelaufen. Johannes habe ich im Zielbereich beim Krenlauf kennengelernt. So hat es ganz klein angefangen, später wurde daraus ein größeres Team. Irgendwann kam noch Nadja (Pries, d. Red.) hinzu und während der Corona-Zeit das Radteam. Ich hoffe, dass das Team wächst und gedeiht.

Wie passen Laufen, Cyclocross und BMX zu Ihrer Firma?

Viele Mitarbeiter bei uns sind sehr sportlich. Die Sportler tragen auch unsere Unternehmensphilosophie nach außen: gesund, dynamisch, ehrgeizig, ohne aber abgehoben zu sein. Wir sind bodenständig und regional. Auch Johannes ist kein Läufer mit Weltruf, aber hier in der Szene ist er bekannt. Die Laufgruppe ist ein sehr ambitioniertes Hobby-Team. Doch was die abreißen: 200 Kilometer durch Spanien zu laufen oder zwei Ultra-Trails innerhalb von fünf Wochen. Ich bekomme richtig Gänsehaut, weil das so eine coole Sache ist.

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Begeistert Sie das mehr als klassische Sportarten wie Fußball?

Ursprünglich komme ich vom Fußball, habe dann aber frühzeitig aufgehört und war auch eine Zeit lang eher unsportlich. Irgendwann hat mich dann das Laufen gepackt. Den Marathon bin ich in München gelaufen, unter 3:30 Stunden war mein Ziel. Das hat geklappt. Jetzt fahre ich viel Mountainbike, auch mit meinem Sohnemann. Mein Jüngster spielt Fußball. Sport ist mir wichtig. Da ist es schön, hier in der Region Sportler unterstützen zu können.

Wie sehr sind Sie an der Organisation des Sport-Teams beteiligt?

Nicht überall so sehr. Zu den Läufern habe ich einen guten Draht. Die Radler habe ich alle erst kennengelernt. Doch die Expertise dafür habe ich nicht, deshalb haben wir in jedem Bereich Fachleute. Für uns als Marke ist es ein Engagement im Hintergrund, wir bieten eine Plattform.

Wie rechnet sich das?

Unser Budget ist überschaubarer als bei einem Riesenunternehmen, klar. Es ist immer schwer zu messen, auch wenn es online durch Klick- und Abrufzahlen einfacher ist. Am Ende des Tages ist wichtig, dass der Meerrettich populärer wird. Es geht aber eben auch darum, etwas zurückzugeben. Wir kommen aus der Region und geben etwas für die Region. Ich bin in Baiersdorf aufgewachsen und in Erlangen zur Schule gegangen, das hier ist meine Heimat. Nicht alles ist in Geld aufzuwiegen, da ist auch viel Leidenschaft dabei. Den Baiersdorfer SV unterstützen wir, seitdem ich denken kann. Als ich klein war, hatte ich auch ein Schamel-Trikot an.

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