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Das Kleeblatt auf der Suche: Burics schwieriges Puzzle

Fürth macht beim 1:1 in Ingolstadt vieles, aber längst nicht alles richtig - 13.08.2018 05:48 Uhr

Augen zu und durch? Nik Omladic (links) will es hier mit gleich drei Ingolstädtern aufnehmen und bleibt erwartungsgemäß hängen. © Sportfoto Zink / WoZi


Ein Hauch von Neuschwanstein am Laubenweg? Zwei Einhörner vor einem romantisch verklärten Bergsee? Oder doch lieber der Eiffelturm in all seiner strahlenden Pracht mit dem Champs Elysee im Hintergrund? Mitnichten. Damir Buric hat gerade genug damit zu tun, das Puzzle der SpVgg Greuther Fürth zu einem Gesamtbild zu vereinen.

Geduld ist eine Vokabel, die der 54-Jährige immer mal wieder verwendet, wenn er die Arbeit mit seiner Mannschaft und die potenziellen oder tatsächlichen Fortschritte beschreiben soll. Wer als Trainer beim fränkischen Fußball-Zweitligisten beschäftigt ist, wird womöglich etwas mehr Geduld als andernorts benötigen.

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Gugganig-Tor und Bundesliga-Besuch: Fürth-Remis in Ingolstadt

Dank einer miserablen Chancenverwertung der Gastgeber und einer couragierten zweiten Halbzeit hat die SpVgg Greuther Fürth am Freitag einen Punkt beim FC Ingolstadt geholt. Zwar ließen Lezcano und Co. gegen das Kleeblatt jede Menge Chancen liegen, am Ende aber reichte der zwischenzeitliche Führungstreffer von Lukas Gugganig nicht.


Auf dem Transfermarkt muss man in Fürth aufgrund eines wenig prall gefüllten Geldbeutels oft Fantasie benötigen. In der täglichen Arbeit heißt es Spieler aufbauen und entwickeln, statt gestandenen Profis lediglich ein paar kleinere taktische Details zu vermitteln. Insofern muss nun Buric gerade an mehreren Ecken seines persönlichen Lieblingsmotivs werkeln. Dabei offenbaren Spiele wie am Freitag beim 1:1 in Ingolstadt, dass sich allmählich ein Bild abzeichnet, das allerdings noch immer erhebliche Lücken aufweist.

(Noch) keine Balance

Die Abwehr inklusive eines stabilen Sascha Burchert im Tor steht, so weit, so gut. Davor aber offenbart die von Buric in zwei Spielen präferierte Lösung mit Nik Omladic an der Seite Lukas Gugganigs erhebliche Defizite. Der Slowene soll als zweiter Sechser neben dem physisch starken Österreichers für Spielkultur im Aufbau sorgen, für Überraschungsmomente und Torgefahr. Zum Auftakt gegen Sandhausen und nun in Ingolstadt muss Omladic vorzeitig raus, weil der Plan nicht funktioniert. "Die Balance stimmt noch nicht", muss auch Buric einräumen. Nach langer Verletzungspause sucht Omladic nach seiner Form, die ihn bei seinem vorherigen Arbeitgeber in Braunschweig so wertvoll machte. In Fürth steckt er mittendrin in etwas, was als Findungsphase moderat beschrieben ist.

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Bockstarker Burchert: Die Kleeblatt-Noten nach dem 1:1 in Ingolstadt

Es war nichts mit einem Dreier: Die SpVgg Greuther Fürth fightet sich beim FC Ingolstadt zu einem 1:1 - Punkt gewonnen, den zweiten Sieg im zweiten Saisonspiel aber verpasst. Trotzdem ist die Buric-Elf zufrieden, und Sie? Sie haben fleißig gevotet, hier kommen die Kleeblatt-Noten.


Glücklicherweise aus Fürther Sicht funktioniert Plan B. Wie schon gegen Sandhausen nach dem Rückstand zieht Buric in Ingolstadt die taktische Reißleine. Die in der Vorbereitung vermehrt geprobte Variabilität kommt dem Team zugute. Nun gefällt Sebastian Ernst mit Laufstärke, Balleroberungen und schnellen Abspielen auch als zweiter Sechser. "Meine Lieblingsposition ist die Zentrale", wird er später sagen, und: "Gut, dass Plan B funktioniert."

Buric will den Videobeweis

Mit der Hereinnahme von Tobias Mohr, der als Linksverteidiger seine offensiven Stärken auch und gerade eine Position weiter vorne einbringt, setzt Buric einen klaren Impuls nach einer "deutlichen Kabinenansprache". Dabei ruft der Trainer dem Team den eigentlichen Auftrag ins Gedächtnis. Hoch stehen, früh störend auf Ballgewinne abzielen und über die Außen zum Abschluss kommen – das war nach zwei guten Chancen Ingolstadts zu schnell in Vergessenheit geraten. Ein Hinweis auf das noch nicht ausgeprägte Selbstvertrauen? "Verunsichert und zu passiv", analysiert Buric das Fürther Verhalten in der Drangphase der Oberbayern.


Hier gibt's die Stimmen zum Fürther 1:1 in Ingolstadt!


Demgegenüber aber stehen Aspekte, die auf eine Entwicklung schließen und eine stimmige Komposition am zweiten Spieltag erahnen lassen. Das Umschaltspiel funktioniert deutlich besser als in der Vorsaison, Fürth kommt vermehrt zum Abschluss – wie vor dem vermeintlichen Treffer zum 1:2 durch Daniel Keita-Ruel. Der aber stand mit der Spitze eines Balletschühchens im Abseits. "Ich wünsche mir da den TV-Beweis", mosert Buric, weil Ingolstadts ersten Chancen ebenfalls Regelverstöße vorausgehen. Die Geduld des Fürther Trainers wird auch hier strapaziert. Und dennoch: "Ich werde nie aufhören, meiner jungen und wissbegierigen Mannschaft die Dinge zu erklären", verspricht Buric und prüft weiter Ecken, Kanten und Details seines Erfolgspuzzles. 

Florian Pöhlmann

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