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Debakel in Berlin: Bamberg kommt bei Alba unter die Räder

Brose Bamberg enttäuscht im ersten Spiel nach der Länderspielpause - 01.03.2020 17:32 Uhr

Bamberg geht in Berlin baden: Deutliche 70:107-Niederlage der Oberfranken in der Hauptstadt. © Nicolas Armer/dpa


Trotz eines ordentlichen Beginns kamen die Mannen von Cheftrainer Roel Moors bei Alba Berlin gehörig unter die Räder und kassierte eine 70:107-Packung. Der Bamberger Neuzugang Jordan Crawford lieferte mit elf Punkten ein solides Debüt ab und deutete an, dass er eine Verstärkung sein kann.

Berlin übernimmt nach acht Minuten

In der Arena am Berliner Ostbahnhof entwickelte sich zunächst ein rasantes Basketballspiel. Während die Berliner ja für ihr hohes Spieltempo bekannt sind, versuchten auch die Bamberger das im Training der letzten 17 Tage erarbeitete Ziel, schneller und aggressiver zu spielen, umzusetzen. Dabei waren die Oberfranken in erster Linie darum bemüht, den Ball nach innen zu Assem Marei zu bringen, wo man durch den kurzfristigen Ausfall des Berliners Landry Nnoko Vorteile sah. Vor allem im Pick and Roll mit Paris Lee nutzte der Ägypter seine Freiräume und lieferte eine starke erste Halbzeit ab.

Doch auf der Gegenseite zeigten die Hauptstädter einmal mehr, dass sie sich durch kurzfristige Verletzungsausfälle nicht groß beirren lassen und immer ein anderer Akteur in die Bresche springen konnte. Zum einen kehrte der Ex-Bamberger Johannes Thiemann ins Berliner Aufgebot zurück, zum anderen bekam Tyler Cavanaugh vermehrte Einsatzzeit und wusste diese hervorragend zu nutzen. Nachdem das Spiel in den ersten acht Minuten ausgeglichen verlaufen war (24:25 aus Bamberger Sicht), zog der frisch gebackene Pokalsieger auf beiden Seiten des Feldes Tempo und Intensität nochmals an.

Harmlose Bamberger

Bamberg konnte das trotz eines ordentlichen Einstands von Jordan Crawford (elf Punkte, sieben davon in Halbzeit eins) nicht mehr matchen und sah sich schon nach dem ersten Viertel und einem Berliner 9:0-Run mit einem zweistelligen Rückstand (24:34) konfrontiert. Die Jungs von Coach Moors versuchten im zweiten Viertel zwar defensiv mit mehr Aggressivität zu agieren, doch Berlin kam durch gutes Blockstellen und schnellem Passspiel immer wieder hochprozentig zum Abschluss. Vor allem Marcus Eriksson, aber auch der Rest der Berliner Truppe kamen zusehends besser in Fahrt und konnten zu selten an einfachen Würfen gehindert werden. Brose Bamberg dagegen haderte einmal mehr mit seiner Trefferquote und den eigenen Ballverlusten - zur Halbzeit stand ein 45:60-Rückstand auf dem Scoreboard.

Egal, welche Veränderungen Roel Moors in seiner Halbzeitansprache vornehmen wollte, sie verpufften bereits in der Anfangsphase von Durchgang zwei. Bamberg reihte in den ersten sechs Minuten Ballverlust an Ballverlust (am Ende standen satte 20 in der Statistik) und Berlin nutzte diese mit seinem super schnellen Transition-Spiel zu einem 11:0-Run zum vorentscheidenden 71:45. Doch auch selbst mit der frühen Entscheidung in der Hand ließen die Albatrosse nicht nach und quälten die Brose-Boys weiter mit einer herausragenden Teamleistung, die weiter von Tyler Cavanaugh angeführt wurde.

Zwar gingen Berlins fast schon unmenschliche Trefferquoten aus Halbzeit eins mit fortschreitender Spielzeit leicht nach unten und auch die ganz große Intensität war angesichts des deutlichen Vorsprungs nicht mehr vorhanden. Doch Bamberg war an diesem Nachmittag nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen, zu harmlos agierten Paris Lee & Co. an beiden Enden des Feldes - vor allem aber in der Defense - und mussten sich am Ende fast noch vorführen lassen. Mit 70:107 tritt Brose Bamberg die Heimreise an und hat nun bis kommenden Freitag Zeit, um die zahlreichen Fehler abzustellen und sich auf das Frankenderby bei s.Oliver Würzburg vorzubereiten.

Die Statistik des Spiels

Alba Berlin: Eriksson (22 Punkte), Cavanaugh (20), Hermannsson (14), Sikma (13), Mattisseck (11), Ogbe (11), Giffey (4), Thiemann (4), Brenneke (4), Giedraitis (2), Delow (2)

Brose Bamberg: Crawford (11), Marei (11), Lee (9), Weidemann (8), Harris (8), Olinde (6), Sengfelder (5), K. Taylor (5), McLean (3), Seric (2), Obasohan (2), Plescher

Benjamin Strüh

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