Dem HC Erlangen mangelt es an Durchschlagskraft

28.3.2021, 17:44 Uhr
Hängende Köpfe nach einem reichlich gebrauchten Abend: Gegen den Bergischen HC lief bei Petter Overby und Kollegen nicht viel zusammen.

Hängende Köpfe nach einem reichlich gebrauchten Abend: Gegen den Bergischen HC lief bei Petter Overby und Kollegen nicht viel zusammen. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / OGo

Um am Ende diesen völlig gebrauchten Abend des HC Erlangen zu beschreiben, genügte eigentlich eine Szene: Nur noch wenige Sekunden waren am Samstag in der Arena Nürnberger Versicherung bis zur Halbzeitpause zu spielen, da zog Kristian Nippes, Rückraumspieler beim Bergischen HC, noch einmal ab. Der Ball prallte an den Pfosten, von dort an den Rücken von Erlangens Torhüter Klemen Ferlin und von dort: ins Tor.

Beim Stand von 11:15 ging es in die Kabine, nach 60 Minuten durften sich die Gäste über einen sehr verdienten 25:20-Auswärtssieg freuen. Auch nach dem Seitenwechsel sah der HCE nicht glücklicher aus, eher das Gegenteil war der Fall. "Zwischenzeitlich sah es sehr böse für uns aus", bemerkte danach Michael Haaß, der Erlanger Trainer. Acht Tore betrug der Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit (13:21, 45. Minute), anschließend betrieben seine Spieler, angeführt von Sebastian Firnhaber, wenigstens noch ein bisschen Schadensbegrenzung.

Kein Risiko bei Link und Fäth

Dabei hatte es doch ein Treffen auf Augenhöhe werden sollen. Ein Vergleich zweier Mannschaften, die sich um die ersten Ränge nach den Europapokalplätzen streiten. "Kleinigkeiten", vermutete Erlangens Mittelmann Nico Büdel im Vorfeld, dürften in dieser Partie den Unterschied machen. Doch es kam anders, ganz anders. In der letzten Szene der ersten Halbzeit hatten Erlangens Bundesliga-Handballer einfach Pech, ansonsten waren sie trotz eines passablen Starts nahezu chancenlos.

Dass es vielleicht doch kein Treffen auf Augenhöhe werden könnte, hatte sich allerdings bereits vor dem Anpfiff zumindest angedeutet. Sime Ivic und Antonio Metzner mussten wie erwartet verletzt passen, als die Mannschaft dann von Hallensprecher Axel Fischer auf das Feld gerufen wurde, fehlte auch Kapitän Nikolai Link. Steffen Fäth nahm zwar immerhin auf der Bank Platz, spielte aber keine einzige Sekunde. Beide haben nach ihren Verletzungspausen wieder Rückschritte gemacht, Haaß wollte "nichts riskieren".

"Niemand ist eine Maschine", sagt Haaß

So genügte es den Gästen aus Solingen, Büdel zu kontrollieren und Simon Jeppsson aus dem Spiel zu nehmen, wobei der das fast selbst übernahm. Nach zwei schnellen Toren warf der schwedische Rückraum-Hüne noch in den ersten zehn Minuten zweimal daneben, spielte zwei Fehlpässe und leistete sich ein technisches Missgeschick. "Er war zuletzt unser konstantester Spieler, das werden wir gar nicht groß thematisieren", unterband Haaß jede tiefergehende Kritik: "Niemand ist eine Maschine."

Der Bergische HC wiederum wirkte allerdings genau wie so eine; wie eine gut geölte Maschine. Unspektakulär und mit einer geringen Fehlerquote drehten das Spiel nach einem 2:4-Start. Ein starker Tomas Mrkva im BHC-Tor, "zu wenig Durchschlagskraft aus dem Rückraum" (Haaß) beim HCE, die ein oder andere zweifelhafte Schiedsrichterentscheidung - am Ende waren es einfach viele zu viele Kleinigkeiten.

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