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Der andere Schweinsteiger: So will er dem FCN helfen

Klauß' Co-Trainer will und muss sich beim Club einbringen - 16.11.2020 10:39 Uhr

"Wir haben eine ähnliche Idee von Fußball und Training": Nürnbergs Cheftrainer Robert Klauß und sein Assistent Tobias Schweinsteiger (re.).

15.11.2020 © Foto: Wolfgang Zink


Wer weiß, wo und was Tobias Schweinsteiger heute wäre, wenn er Ende Februar und Anfang März 2002 ein bisschen schneller gewesen wäre. In der Abfahrt ist er damals Neunundvierzigster geworden, mit doch beträchtlichem Rückstand auf die Top Ten, besser lief es im Super-G (28.), auf den zweitplatzierten Aksel-Lund Svindal fehlten ihm nur rund zwei Sekunden. Im Slalom schied er im zweiten Durchgang aus. Bei der Junioren-WM in und um Tarvisio in der italienischen Provinz Udine.

Fast gar kein Fußball

Seiner möglichen Ski-Karriere hatte er seinerzeit sehr viel, fast alles untergeordnet. Fußball spielte der ältere Bruder des späteren Weltmeisters Bastian Schweinsteiger vier Jahre "fast gar nicht" und erst wieder richtig mit 20. Als er sich nach der Ski-WM entschloss, sein Leben neu zu strukturieren. Das Abitur wollte er unbedingt nachholen und auch wieder mehr Zeit auf dem Platz verbringen. Es wurde ein Fernstudium, Sportmanagement in Düsseldorf.

Tobias Schweinsteiger wollte es auf dem zweiten Bildungsweg wissen. Obwohl er wusste, dass es schwer werden würde. Probiert hat er es trotzdem. Falke Markt Schwaben, Jahn Regensburg II, FC Ismaning, Tobias Schweinsteiger brauchte vor allem: Zeit. Die er nicht hatte. Um aufzuholen, was er im Junioren-Bereich verpasst hatte. Der VfB Lübeck holte ihn in die dritthöchste, Eintracht Braunschweig in die zweithöchste Spielklasse; in Unterhaching, erneut beim Jahn und beim FC Bayern II zählte er später zu den Leistungsträgern.

Eine Woche Ajax

So ging das eine ganze Weile, allerdings ohne die ganz große Perspektive. Mit 33 hörte Tobias Schweinsteiger deshalb auf, um Trainer zu werden. In seinem Entschluss bestärkt hat ihn vor allem Erik ten Hag, einer seiner Trainer in München, mit dem er noch heute befreundet ist. Bei Ajax Amsterdam, Ten Hags aktuellem Verein, durfte Schweinsteiger schon mal eine Woche reinschnuppern, im Ausland würden ihn zudem noch Marcel Bielsas Leeds United reizen und Atalanta Bergamo.

Im Inland wird er sein Praktikum im Rahmen der Ausbildung zum Fußballlehrer beim 1. FC Nürnberg absolvieren. Das ist für ihn äußerst praktisch, weil er seit August ja Co-Trainer von Robert Klauß ist, nach einer final enttäuschenden Platz-vier-Runde mit dem Hamburger SV. 2019/20 assistierte er im Volkspark zusammen mit Dirk Bremser einem gewissen Dieter Hecking.

Joggen und andere Gemeinsamkeiten

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Über 19 Jahre ist es her, als Bastian Schweinsteiger sein Debüt für die Nationalmannschaft gab. 38 Einsätze bei Welt- und Europameisterschaften, die Schweini vorweist, sind Rekord. Nach 120 Spielen im DFB-Dress war Schluss. Schlaglichter in der Nationalmannschaft, eine Ausnahmekarriere in Bildern!


Seitdem kennen und schätzen sich die drei, sehr sogar. "Mit Dieter und Dirk habe ich zwei neue gute Freunde geworden, das kann man mitnehmen", sagte Schweinsteiger in einem Podcast des Hamburger Abendblatts. Mit Hecking ging er in seiner Freizeit hin und wieder sogar im Volkspark joggen und könnte mit ihm jetzt hin und wieder im Lorenzer Wald joggen gehen.

Ausschlaggebend für seinen Wechsel nach Nürnberg seien für den Familienvater aus Rosenheim aber vor allem die Gespräche mit Klauß gewesen. "Dabei haben sich viele Gemeinsamkeiten ergeben in der Art und Weise, wie wir Fußball sehen und arbeiten wollen", sagte Schweinsteiger bei seiner Vorstellung. Fehlt eigentlich nur noch der dauerhafte Erfolg.

Kein Hütchenaufsteller

Sieben Punkte aus sieben Begegnungen sind selbstverständlich auch für Schweinsteiger enttäuschend, der sich nicht nur als Hütchenaufsteller sieht und natürlich nicht so gesehen wird. "Development coaching" ist eines seiner Spezialgebiete, Teile der Einheiten darf er deshalb in Eigenregie vorbereiten und durchführen, ebenfalls zu seinen Aufgaben zählt die Videoanalyse mit einzelnen Spielern oder auch kleinen Gruppen. Also die bestmögliche Unterstützung seines direkten Vorgesetzten.

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Bester Spieler, bester Trainer

"Wir haben eine ähnliche Idee von Fußball und Training, daher haben wir sehr schnell zusammengefunden", sagt Klauß über seinen Kollegen mit dem berühmten Nachnamen. Tobias Schweinsteiger möchte seinen eigenen Weg gehen, auch im Sportpark Valznerweiher. Und eines Tages, nach hoffentlich erfolgreichem Abschluss seines Fußballlehrer-Lehrgangs im März 2021, selbst Chef werden. Wo auch immer.

"Ich versuchte, der beste Fußballer zu sein, der ich sein kann, das habe ich noch ganz gut hingekriegt, nachdem ich mit 20 wieder angefangen habe", das betonte Tobias Schweinsteiger unlängst. "Jetzt versuche ich, der beste Trainer zu sein, der ich sein kann." Unabhängig davon, wer sein jüngerer Bruder ist.

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