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Der Club und die Ruhe: Länderspielpause als Aufstiegsgrund?

Bisher hat der 1. FC Nürnberg nach Saisonunterbrechungen stets zugelegt - 31.03.2018 05:54 Uhr

Den Vorsprung ins Ziel retten, irgendwie: Federico Palacios (li.), der in Dresden wieder in der Startelf erwartet wird, und sein 1. FC Nürnberg starten zuversichtlich in die entscheidende Saisonphase. © Sportfoto Zink / WoZi


Wenn es, wie es so schön heißt, läuft bei einer Fußball-Mannschaft und die Resultate überwiegend positiv sind, werden Unterbrechungen eher als störend empfunden. Im umgekehrten Fall hingegen kommt eine wettkampffreie Phase häufig keinen Tag zu früh.

Beim 1. FC Nürnberg wussten sie am 18. März und nach dem 1:1 gegen den SV Darmstadt nicht so recht, ob die sich anschließende Länderspielpause vorteilhaft sein könnte. In der zweiten Halbzeit hatte der Club nach vergleichsweise düsteren Wochen und über sechs Stunden ohne eigenen Treffer zumindest ordentlich nach vorn gespielt und phasenweise sogar Druck entwickeln können. Die Leistung, darin waren sich die meisten Nürnberger einig, hatte im Großen und Ganzen gepasst. Das Ergebnis nicht.

Um auch die letztlich maßgebliche Statistik wieder unter Kontrolle zu bringen, ist vor allem der Trainer einigermaßen froh gewesen über die knapp zwei Wochen ohne Stresstest. Michael Köllner wollte unter anderem "an den Schrauben drehen, damit wir in den restlichen Spielen das Tor besser treffen". Am Karsamstag geht’s um 13 Uhr bei Dynamo Dresden weiter; es ist die erste von sieben Begegnungen, die darüber entscheiden, ob der Club aufsteigen wird oder in der Zweiten Liga stecken bleibt.

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Aufstiegs-Krimi: Das erwartet den Club auf dem Weg in die Bundesliga

Pflichtaufgaben, aber auch schwere Gegner warten auf den 1. FC Nürnberg auf der Zielgeraden der Zweitliga-Saison. Damit es mit dem Aufstieg etwas wird, muss der Club gegen Gegner glänzen, gegen die er in der Hinrunde noch eine gute Form vermissen ließ. Auch in der Rückserie soll außerdem gegen Teams im unmittelbaren Tabellenumfeld möglichst viel gepunktet werden. Ein Überblick über die Aufgaben der Franken im Saison-Endspurt.


Was ihnen Mut macht für den Endspurt ist: die Länderspielpause. Die vierte und letzte der Saison sollte dabei helfen, die Köpfe frei zu kriegen, außerdem haben sie sich natürlich intensiv vorbereitet auf die restlichen sechs Wochen, inklusive Relegation wären es sogar über sieben. Die beiden K.o.-Kämpfe gegen den Drittletzten der Bundesliga würde der Club insbesondere wegen der traditionell eher mauen Erfolgsaussichten für den Zweitligisten verständlicherweise lieber vermeiden. "Den dritten Platz will man nicht unbedingt", versicherte Jungstar Eduard Löwen unlängst während seines mehrtägigen Aufenthalts bei der deutschen U21, "aber letztendlich lautet das klare Ziel: Aufstieg. Egal wie."

Dafür spricht, ganz klar: die Länderspielpause. In die erste Anfang September ging der 1. FC Nürnberg als Siebter, in die zweite Anfang Oktober als Fünfter, in die dritte Mitte November als Vierter, in den Winterurlaub als Dritter, in die vierte Länderspielpause als Zweiter. "Wir haben alles selber in der Hand", sagt der Trainer.

Viel Luft nach oben ist da nicht mehr, allerdings richtet sich der Blick diesmal sowieso nur nach unten. Es geht ausschließlich darum, da zu verharren, wo sie gerade sind, den knappen Vorsprung auf Holstein Kiel ins Ziel zu retten, irgendwie. An mehr glaubt gerade ohnehin niemand.

Keine Erlaubnis zum Hochrechnen

Wie viele Punkte reichen könnten, ist die große Frage; gewinnt Kiel fortan alles und somit auch am viertletzten Spieltag gegen den Club, wären vermutlich selbst sechs Siege zu wenig für den aktuell numerisch schwächsten Tabellenzweiten seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1994. Auf 46 Zähler kam zum vergleichbaren Zeitpunkt bloß noch: der 1. FC Nürnberg, vor 14 Jahren, 61 Punkte bedeuteten in der Endabrechnung die Zweitliga-Meisterschaft. Bochum hatte nach der 27. Runde mal 47 und stieg mit 57 auf. Und so weiter.

Es gibt genügend Beispiele für geglückte und gescheiterte Aufstiegsprojekte, mit denen sie sich aber nicht beschäftigen wollen. Auch die ständige Hochrechnerei steht offiziell auf dem Index. "Wir fahren besser, wenn wir von Spiel zu Spiel denken", sagte Enrico Valentini bereits ein paar Mal im neuen Jahr und letztmals vor dem 1:1 gegen Darmstadt, alles andere bringt ja sowieso nichts. Nur daran zu denken, dürfte aber zu wenig sein. "Wir müssen schauen, dass wir unsere Spiele auch gewinnen." 

Wolfgang Laaß

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