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Der Knurrer kommt zum Club: Stevens soll Schalke retten

Der königsblaue Kulttrainer ist mit seinen Knappen beim FCN zu Gast - 12.04.2019 05:40 Uhr

Beim FC Schalke 04 soll der "Knurrer von Kerkrade" die verkorkste Saison noch irgendwie retten - ein Sieg gegen den FCN wäre dafür enorm wichtig. © Ina Fassbender/dpa


So ist die Lage: Der abgestürzte Vizemeister hat eine Horrorwoche hinter sich. Am letzten Mittwoch erlosch für Schalke mit einem 0:2 gegen Werder Bremen im Pokal-Viertelfinale der letzte Funken Hoffnung, sich auch in der kommenden Saison auf der europäischen Bühne präsentieren zu können - von der hatte man sich drei Wochen zuvor mit einem 0:7-Debakel bei Manchester City verabschiedet.

Am Samstag stach das späteste Elfmetertor der Bundesliga-Geschichte mitten ins Schalker Herz: Frankfurts Luca Jovic verwandelte nach Videobeweis in der 99. Minute (!) zum 2:1 für seine Eintracht. Als Vierzehnter mit 26 Punkten hat S04 zum Relegationsplatz ein nur noch fünf Zähler dünnes Polster. Das Restprogramm verschärft die düstere Vision vom vierten Abstieg nach 1981, 1983 und 1988: Schalke bekommt es nur noch mit Klubs zu tun, für die es um den Klassenerhalt oder den Einzug ins europäische Geschäft geht.

Beeindruckend: Die Knappen zehren noch immer von ihrer ruhmreichen Vergangenheit: Ihre letzte Meisterschaft feierten sie vor 61 Jahren (!), dennoch belegen sie mit ihren sieben Titeln immer noch Platz vier im Ranking der deutschen Rekordmeister hinter dem FC Bayern München (28), dem 1. FC Nürnberg (neun) und Borussia Dortmund (acht).

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Ausbaufähig: So ziemlich alles, doch vor allem die Heimbilanz: Das bittere 1:2 gegen Frankfurt war bereits die neunte (!) Pleite vor eigenem Publikum. Magere 29 Tore in 28 Spielen - nur die drei Letzten Stuttgart, Nürnberg und Hannover trafen noch seltener - stehen für die mangelnde Durchschlagskraft der Gelsenkirchener. Ihr Umschaltspiel funktioniert nur stotternd. In der Vorrunde gelang den Schalkern kein einziges Konter-Tor.

Büskens ist fast in Fürth 

Im Fokus: Eigentlich wollte Huub Stevens den verdienten Ruhestand genießen und nie mehr auf eine Trainerbank zurückkehren. Nach der Trennung von Domenico Tedesco ließ sich der Schalker Kulttrainer, der die Knappen 1996 zum Gewinn des Uefa-Cups geführt hatte, dann aber doch erweichen: Zusammen mit "Eurofighter" Mike Büskens, in Franken 2012 als Fürther Aufstiegscoach gefeiert, hilft der 65-Jährige noch einmal aus. Es ist seine dritte Amtszeit auf dem Schleudersitz des Traditionsvereins, den Stevens seit knapp vier Jahren auch als Sportlicher Beirat mit Sitz im Vorstand unterstützt.

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Die Zwischenbilanz liest sich dürftig: zwei Heimniederlagen in der Liga und eine im Pokal, dazwischen immerhin das 1:0 im Kellerduell bei Hannover 96 - es war sein 100. Sieg als Schalke-Trainer. Zuletzt gegen Frankfurt machte der gestrenge, meist mürrische Stevens seinem Spitznamen "Knurrer von Kerkrade" alle Ehre, als er einen Journalisten massiv beschimpfte. Er kann aber auch anders: Beim 0:1 gegen Leipzig verblüffte er den Vierten Offiziellen, als er ihm einen Bonbon schenkte.

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Das Hinspiel: Es war ein Desaster auf der ganzen Linie für den Club - mit 2:5 setzte es am 24. November die dritthöchste Klatsche nach den Debakeln in Dortmund (0:7) und in Leipzig (0:6). Hinzu kam zu allem Überfluss, dass sich Torwart Christian Mathenia kurz vor dem 0:1 eine schwere Knieverletzung zuzog, die ihn für den Rest des Jahres außer Gefecht setzte, und eine Gelb-Rote Karte gegen Abwehrspieler Robert Bauer. Dabei wäre mehr drin gewesen: Der 1:2-Anschlusstreffer durch Federico Palacios ließ hoffen, ebenso das 2:3 von Adam Zrelak in der
78. Minute. Zuvor hatte Hanno Behrens Pech bei zwei Pfostentreffern.

Wer/Was ist neu?  Mit dem aus Wolfsburg ausgeliehenen Jeffrey Bruma und dem neun Millionen Euro teuren Talent Rabbi Matondo hat Schalke im Winter zwei Stürmer verpflichtet, die bislang aber noch nicht getroffen haben. Der Abgang von Publikumsliebling Naldo zu AS Monaco hat eine Lücke in Abwehr gerissen, die nicht wirklich kompensiert werden konnte.

Gelb-Rot statt Schwarz-Gelb 

Und sonst so?Als hätte man nicht genug sportliche Sorgen: Weil Sponsor AllyouneedFresch, ein Tochterunternehmen der Deutschen Post, ein neues Logo bekam, hätten um ein Haar die Vereinsfarben Schwarz und Gelb des Erzrivalen Borussia Dortmund die Schalker Trikotärmel geziert. Königsblau legte sein Veto ein, man einigte sich schließlich auf eine gelb-rote Variante. 

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Harald Büttner

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