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Der TSV Altenberg überzeugt als Handball-Kollektiv

Auch Verletzungsmisere hat die Handballerinnen nicht aus der Bahn geworfen - 06.04.2019 17:19 Uhr

Kann sich mit weniger verletzten Spielerinnen vorstellen, in der BOL höhere Ziele anzustreben: Altenbergs Coach Thomas Fischer (re.). © Foto: Jürgen Rauh/Zink


Nach einer bemerkenswerten ersten Saisonhälfte hat der TSV im Jahr 2019 bereits sieben Siege eingefahren. Zum Vergleich: In der gesamten Spielzeit 2017/18 hat der TSV nur fünf Erfolge feiern können. "Ich bin mehr als zufrieden angesichts der aktuellen Umstände", beginnt Trainer Thomas Fischer seinen ersten Blick zurück.

Seit Anfang Februar hat der Altenberger Coach zwei Langzeitverletzte mehr, damit sind es nun schon acht insgesamt – mehr als eine komplette Anfangsformation. Seit einigen Wochen steht er zudem ohne eine einzige Torhüterin da, regelmäßig stehen gerade Feldspielerinnen zwischen den Pfosten. "Wir spielen mit sieben Spielerinnen aus der Ersten – ohne Torwart. Der Rest kommt aus der Zweiten. Von daher ist das schon sehr, sehr gut", zieht Fischer den Hut vor dem dezimierten Kader. Altenberg ist mit 25:15 Punkten derzeit Fünfter.

Ausgeglichenes Niveau

Ein Vorteil sei auf jeden Fall, dass das Leistungsniveau innerhalb der eigentlichen ersten Mannschaft sehr ausgeglichen ist. Dazu springen die Nachrücker aus der Zweiten "perfekt in die Lücken", wie Fischer unterstreicht: "Es hat mich gewundert, wie leicht die Mädels die Verletzungsmisere weggesteckt haben." Umso höher ist der 31:27-Erfolg in Wendelstein, einem der Spitzenteams der Liga, Ende Februar einzuordnen. "Wir hatten ein hohes Tempo im Spiel nach vorne und haben den Gegner in der Abwehr vor Probleme gestellt", lobt Fischer und schiebt hinterher: "Mittelfristig schielen wir eine Liga höher. Dazu brauchen wir aber alle an Bord und eine gewisse Konstanz in der Leistung. Oftmals zeigen wir gegen schlechtere Mannschaften nicht das, was wir eigentlich können."

Den 26:23-Auswärtssieg im Derby beim TSV Roßtal am vergangenen Sonntag will der 55-Jährige nicht überbewerten. "Alles, was jetzt noch ansteht, ist Zubrot, um zu üben und um die Abläufe zu verfestigen. Alle Ziele, die wir uns gesteckt hatten, haben wir davor schon erreicht gehabt", so der TSV-Coach.

Gutes Miteinander

Begeistert zeigt er sich derweil auch vom Miteinander der Altenberger Frauenteams: "Die Erste und die Zweite harmonieren sehr gut. Beide Teams helfen sich untereinander aus und unterstützen sich." Nicht alltäglich ist es auch, dass die verletzten Spielerinnen regelmäßig zum Training kommen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Beispiel den eigenen Kraftaufbau fördern.

Sonderlob für die Torjägerin

Im starken Kollektiv hervorstechen kann aktuell Sandra Günthert, die mit 105 Toren in 20 Saisonspielen die elftbeste Torschützin der Liga ist. Lange spielte die erfolgreichste Werferin der Altenberger am Kreis, ehe sie Trainer Fischer zur neuen Saison umgeschult hat. Dieser hat auch ein Sonderlob parat: "Sie hat sich sehr, sehr gut entwickelt. Auf Linksaußen hat sie einen großen Leistungssprung gemacht. Sandra hat mittlerweile auch die Sicherheit im Abschluss. Neben den Siebenmetern macht sie auch wunderbare Tore von außen." Als Spielerin des Jahrgangs 96 ist Günthert eine derjenigen, denen die Zukunft gehört.

Die Entwicklung der gesamten Mannschaft sieht Fischer noch nicht am Ende, weswegen er auch "definitiv weitermachen" wird. Neben der Planung der Vorbereitung ist auch die quantitative Verstärkung des Kaders ein Thema.

Was bald fehlt: Eine Torhüterin

Mit Sarah Meier bricht im Sommer beispielsweise die erste Torhüterin aus beruflichen Gründen weg. "Das ist eine größere Baustelle, die wir bewerkstelligen müssen. Es geht darum, adäquate Torhüter für beide Mannschaften zu finden", lautet Fischers Vorgabe.

Im Verein gibt es mit Miriam Mayer zwar eine Torhüterin, die regelmäßig bei den Frauen mittrainiert, allerdings ist sie mit 14 Jahren noch nicht spielberechtigt – dafür müsste sie mindestens 16 sein. "Das könnte die zukünftige Torhüterin für uns werden und ich glaube, dass sie uns sehr weiterbringen kann. Aber das ist Zukunftsmusik", sagt Fischer.

Viel mehr hofft der ehemalige Kreisläufer darauf, dass die Langzeitverletzten schnellstmöglich wieder integriert werden können. "Wenn alle gesund auf der Platte gestanden hätten, hätten wir ein noch größeres Wörtchen in dieser Liga mitreden können", ist Altenbergs Trainer überzeugt. Vielleicht ändert sich das ja schon im nächsten Jahr. 

MAXIMILIAN SCHMIDT

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