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Der "Unersetzliche" ist zurück: FCN greift mit Ishak an

Bereit für die heiße Club-Phase! Torjäger trainiert wieder mit der Mannschaft - 26.03.2018 09:51 Uhr

Da passierte es! Auf dem Hamburger Kiez riss das Innenband von Mikael Ishak. 42 Tage später kehrt der Goalgetter ins Mannschaftstraining zurück. © Sportfoto Zink / DaMa


"Er ist voll belastbar", sagt sein Trainer, "Mikael hat uns gefehlt." Nicht nur wegen seiner vielen Tore. Ein letzter Härtetest sollte am Samstag auch letzte Zweifel beseitigen. Zumindest sein Trainer hegte eigentlich gar keine mehr. Dafür kennt er Mikael Ishak inzwischen viel zu gut. Trotzdem probierte der etwas mehr als sieben Wochen verletzt fehlende Stürmer seinen Körper erneut aus. Danach hieß es: keine besonderen Vorkommnisse. Was eine ausgesprochen gute Nachricht ist. Für Mikael Ishak, für Michael Köllner - und für den ganzen Club.

Pfostentreffer und Gedankenspiele  

Wer weiß, wo der 1. FC Nürnberg jetzt stehen würde, wenn Ishaks Kopfball am 12. Februar nicht an den Innenpfosten geklatscht, sondern das 1:0 gewesen wäre. Ein paar Zentimeter weiter nach links, und Ishak hätte sich von seinen Kollegen und knapp 3000 Fans feiern lassen können für seinen 13. Saisontreffer. Möglicherweise hätte der Club nicht nur beim FC St. Pauli gewonnen, sondern auch das eine oder andere Spiel danach. Hätte, wenn und…

So aber jagte Ishak den vom rechten Innenpfosten abprallenden Ball hinterher. Beim Nachschuss aus spitzem Winkel ist dann passiert, was aus Sicht des Tabellenzweiten eigentlich unter keinen Umständen hätte passieren dürfen. Einige im Aufgebot der Nürnberger sind zu ersetzen, Mikael Ishak, Hanno Behrens oder Kevin Möhwald sind es definitiv nicht. “Bitter!“ stand am nächsten Tag auf der Vereinshomepage, als es zu den vielschichtigen Schmerzen auch eine Diagnose gab: Innenbandriss im linken Knie. Voraussichtlich acht Wochen Pause.

Am Samstag, wenn sein Club um 13 Uhr bei der SG Dynamo Dresden antreten muss, sind nicht einmal sieben Wochen vergangen seit dem Unfall am Millerntor. Sollte auch die Vorbereitung in den nächsten Tagen planmäßig verlaufen, wird Mikael Ishak zum Aufgebot zählen, am Montag um 10.15 Uhr steigt er wieder ins Mannschaftstraining ein. Letztlich keinen Tag zu früh, wie auch sein Trainer findet. "Mikael hat uns schon gefehlt", sagt Köllner, "das merkt man auch in der Kabine." 

Bescheidener Budenmacher 

Das merkte man aber vor allem auf dem Fußballplatz; in den fünf Partien ohne ihren Torjäger holten die Nürnberger nur fünf Punkte. Und, noch gravierender: erzielten nur vier Treffer. Macht einen Schnitt von 0,8. Mit Ishak waren es fast zwei. "Ich hoffe, dass wir es bald gemeinsam besser machen können", sagte Ishak bereits Mitte letzter Woche der eigenen Presseabteilung, möchte seine Absenz und die wenig später folgende Offensivschwäche der Kollegen aber nicht überbewertet wissen. "Dass wir zuletzt nicht so häufig wie sonst getroffen haben, kann man nicht an einem Spieler festmachen", erklärt Ishak, "wir haben als Mannschaft einfach nicht so gut gespielt." 

Dass er ganz vorn auch wegen seiner Präsenz und Ruhe am Ball dennoch gefehlt hat, steht außer Frage. Konditionell scheint Ishak nicht viel verloren zu haben, "er ist in allen läuferischen Sachen top unterwegs, er ist voll belastbar", bestätigt Köllner. Die wichtigste Botschaft aber lautet: "Das Knie hält."

"Absoluter Top-Profi" 

Dass es so schnell ging, führt Köllner vor allem auf Ishaks vorbildliche Einstellung zurück, auch während der Dienstunfähigkeit; "ein absoluter Top-Profi", sagt Köllner, sei dieser Schwede, hart zu anderen, hart zu sich selbst. Auch wenn es vielleicht nicht so viel Spaß macht wie im Kraftraum, mit dem sich Ishak vier Wochen lang begnügen musste. Ishak ging stets ans Limit, "hochprofessionell", so Köllner, habe er ihn jetzt auch in der Reha erlebt. “Er weiß, wann er Schluss machen muss, er weiß aber auch, wann noch etwas geht.“ Und wann er auf die Zähne beißen muss. Im Frühjahr 2013 bestritt er bereits fünf Wochen nach einem Kieferbruch sein nächstes Spiel.

Geburtstagsparty im Bus? 

Auch diesmal kann Ishak sein Comeback kaum erwarten. Am Samstag hat er auch noch Geburtstag, 25 wird Ishak, die Rückfahrt aus Dresden könnte also, ein ordentliches Ergebnis vorausgesetzt, durchaus lustig werden. Selbst wenn es etwas werden sollte mit dem Comeback, droht ihm allerdings schon bald seine nächste Pause: Mikael Ishak nimmt vier Gelbe Karten mit in die heiße Phase.  

Wolfgang Laaß

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