Derbysieg! Der HCE zähmt die Wölfe

5.10.2013, 20:47 Uhr
Ole Rahmel punktet am Rimparer Torhüter Max Brustmann vorbei.

Ole Rahmel punktet am Rimparer Torhüter Max Brustmann vorbei. © Sportfoto Zink / WoZi

Derbytime in Franken: Erstmals überhaupt standen sich am Samstagabend die Rimparer Wölfe und der HC Erlangen in einem Bundesligaspiel gegenüber. „Derbys haben ihre eigenen Gesetze“, wusste HCE-Coach Frank Bergemann schon vor der Partie. Und: "Rimpar macht fehlende Routine durch eine unglaubliche Begeisterung in der Mannschaft und im Umfeld mehr als wett!" Damit sollte er Recht behalten.

Vor 1350 Zuschauern, darunter rund 250 Fans aus Erlangen, begann der HCE äußerst konzentriert. Zwar gelang den Hausherren der erste Torerfolg, doch antworteten Nikolai Link, Moritz Weltgen und Benedikt Schwandner umgehend – nach fünf Minuten führten die Erlanger mit 3:1. Die Rimparer setzten der überlegenen Spielanlage des HCE viel Einsatzlust und Kampfkraft entgegen, zwei Zeitstrafen nach sieben Minuten waren die Konsequenz.

Rückenwind für die Wölfe

Doch der HCE verpasste es in dieser Phase, sich deutlicher abzusetzen. Murawskis Heber sprang auf die Latte, im Gegenzug machte es Rimpars Steffen Kaufmann besser und nutzte eine Unachtsamkeit in der Erlanger Defensive zum Anschlusstreffer. Der Treffer in doppelter Unterzahl gab den Wölfen und ihrem nun aufwachenden Publikum mächtig Rückenwind.

Angetrieben von "Leitwolf“ Daniel Sauer drehten die Unterfranken ein 3:5 in eine 7:5-Führung – Erlangens Ole Rahmel hatte zwischenzeitlich einen Siebenmeter über das Gehäuse gesetzt.

Bergemann reagierte und nahm eine Auszeit, um seine Männer wieder in die Spur zu bringen. Doch ein weiterer unnötiger Ballverlust in der Offensive ließ die Hausherren nach 16 Minuten mit drei Toren davonziehen (8:5). Neun Minuten blieb der HCE in dieser Phase torlos, trotz doppelter Überzahl, trotz eines Siebenmeters. Die Rimparer Defensive um Sauer und den Ex-Erlanger Jan Schäffer stand sicher, so dass Sebastian Preiß am Kreis fast komplett aus dem Spiel genommen wurde.

Nikolai Link beendet die Trefferflaute

Erst in der 18. Minute beendete Nikolai Link die Trefferflaute, sein Geschoss aus dem Rückraum wirkte in der Folge wie ein Wecksignal für den HCE. Die Gäste nahmen nun den Kampf an, verteidigten konsequenter und spielten in der Offensive ihre ganze Bandbreite aus. Tore aus dem Rückraum, vom Kreis und aus schnellen Gegenzügen waren die logische Folge. So war es Ole Rahmel, der seine Farben nach einem zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand drei Minuten vor dem Pausentee erstmals wieder in Führung brachte (11:10). Dabei blieb es bis zum Seitenwechsel.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts gerieten auf beiden Seiten die Torhüter in den Mittelpunkt. Max Brustmann und sein Gegenüber im Erlanger Tor, Jan Stochl, steigerten ihre Quoten deutlich, letzterer wurde sogar als Assistgeber für den einnetzenden Schwander (12:13) wertvoll. Dieser vom Keeper eingeleitete Tempogegenstoß war der Beginn eines kleinen Erlanger Laufs, nach 43 Minuten führten die Gäste erstmals mit fünf Treffern (17:12), die zahlreich mitgereisten HCE-Fans auf den Rängen hatten nun Oberwasser.

Der HCE lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Den Hausherren schien nun mehr und mehr die Puste auszugehen, das hohe Tempo aus dem ersten Durchgang forderte nun seinen Tribut. Die Erlanger hingegen konnten Qualität von der Bank nachlegen, Christoph Nienhaus, Bastian Krämer und Jonas Link fügten sich nahtlos in das Spiel ein.

Zehn Minuten vor dem Ende erhöhte Schwandner sogar auf 19:13. Zwei Rimparer Treffer hintereinander brachten die Heimfans nochmal in Schwung, doch ließ sich der HCE nun nicht mehr aus der Ruhe bringen.

Ein immer stärker werdender Stochl im Tor legte den Grundstein für den verdienten Auswärtssieg, den Erlangens bester Schütze Preiß mit seinem fünften Treffer zum 23:18 beschloss. Damit ist der HCE der erste Verein überhaupt, der in der Würzburger sOliver Arena gegen die Rimparer Handballer gewinnen konnte.

"Derbys kann man nicht schön spielen. Die muss man gewinnen“

Bergemann bilanzierte nach der Partie: "Toll dass uns so viele Fans aus Erlangen begleitet haben. Zusammen mit den Rimparer Anhängern hat das einen tollen Rahmen für dieses Derby gebildet.“ In der ersten Hälfte habe seine Mannschaft ein paar Probleme gehabt, "dann haben wir unsere Deckung ein bisschen defensiver gestellt und die nötigen Konter gesetzt.“ Vor dem Spiel habe der Trainer seinen Männern gesagt: „Derbys kann man nicht schön spielen. Die muss man gewinnen.“ Und das taten sie.

 

 

 

 

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