Deutsche Meisterschaft: HCE-Juniorinnen holen sensationell Bronze

13.6.2021, 18:42 Uhr
Ausgelassene Feier mit den 50 mitgereisten Erlanger Fans: Die B-Juniorinnen des HCE nach dem Spiel um Platz drei gegen den HC Leipzig.

Ausgelassene Feier mit den 50 mitgereisten Erlanger Fans: Die B-Juniorinnen des HCE nach dem Spiel um Platz drei gegen den HC Leipzig. © Foto: Sportfoto Zink/Eibner/Helbig

Ein Event hatten sie aus dem dreitägigen Ausflug nach Hannover machen wollen. "Egal, wie es am Ende ausgeht", hatte Trainerin Ulrike Kardos vor dem Start des Final Four um die deutsche Meisterschaft gesagt. Und am Ende, nach dem weniger erfreulichen Auftakt mit einer 23:30 (13:12)-Niederlage gegen den klar favorisierten späteren Meister TV Hannover-Badenstedt, hatten die B-Juniorinnen des HC Erlangen am Sonntagmittag wahrlich Grund zu feiern: Erkämpften sie sich mit 27:23 (15:11) gegen den HC Leipzig doch einen sensationellen dritten Platz.

Zum ersten Mal in dieser Saison spielten die Erlangerinnen vor Zuschauern im neuen Sportzentrum Vinnhorst, dessen Ränge ebenfalls erstmals besetzt waren. 200 Tickets hatten die vier Vereine erhalten, und so unterstützten auch 50 HCE-Fans ihr Team lautstark. Was zum Auftakt gegen Hannover-Badenstedt offenbar nicht reichte, die Aufregung aus den Köpfen zu vertreiben. Den holprigen Auftakt steckten sie gut weg, führten zur Pause 13:12, doch "wir haben viele Fehler gemacht zu Beginn der zweiten Halbzeit". Zu viele, um im weiteren Verlauf näher als drei Tore heranzukommen, konstatierte Trainer Thomas Fuchs. "Mit den Fehlwürfen und technischen Fehlern, einer Deckung, die nicht so den Zugriff hatte, reicht es eben nicht gegen eine Top-Mannschaft."

Konzentration auf Leipzig

Auf eine eingehende Analyse verzichtete das Erlanger Trainergespann allerdings laut Fuchs: "Wir wollten uns auf das Spiel gegen Leipzig konzentrieren." Vielmehr setzten er und Kollegin Ulli Kardos auf die Lernfähigkeit ihres Teams von dem einen auf den nächsten Tag. Die dieses dann auch an den Tag legte. Zwar hakte es nach dem Anpfiff noch ein wenig, stand es nach wenigen Minuten immer noch 0:0 statt 3:0. Zweimal führte der klare Favorit (1:0, 3:2), doch dann zogen die Erlangerinnen immer weiter davon, waren nach 39 Minuten sieben vor (22:15).

Allerdings gestand Kardos, nach 48 Minuten innerlich kurz gezittert zu haben, als es plötzlich nur noch 25:22 stand. "Ich habe auf die Uhr geschaut, Thomas und ich haben uns angeblickt, aber die Überzeugung war da, es über die Zeit zu bringen", verriet sie später. Per Auszeit stimmten die beiden Trainer ihr Team auf die zu erwartende offene Manndeckung ein – mit Erfolg, denn Leipzig traf nur noch einmal, zum finalen 27:23, ehe die Schlusssirene ertönte.

"Der Wille war da"

"Die Motivation war da, der Wille war da, und im Spiel war der Fokus da – die Mädels haben ihre Leistung in Abwehr und Angriff über 50 Minuten abgerufen", brachte Kardos den Unterschied zum Hannover-Spiel auf den Punkt. Torhüterin Jacqueline Latteyer zeigte sich stark verbessert, leistete einen entscheidenden Beitrag zum Sieg. Die sehr offensiv agierende 3:2:1-HCE-Abwehr stand wesentlich kompakter, die Fehlerquote war deutlich minimiert, wenn auch nicht völlig beseitigt. "Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, eben das, was das Team auszeichnet, gerade auch der Riesenkampf in der Abwehr. Das Tempospiel haben wir auch besser hinbekommen, haben mutiger gespielt – es war durch die Bank eine Top-Leistung", geriet Fuchs regelrecht ins Schwärmen.

Mit dem Fahrrad zum Training

Über Jahre ist die Mannschaft des Jahrgangs 2004 zusammengewachsen. Mit Spielerinnen, die zum Großteil per Fahrrad zum Training kommen, weil sie bis auf die im Sommer aus Bad Neustadt gekommene Lotte Rothaug, aus der Hugenottenstadt und Umgebung stammen. Natürlich ragen auf dem Papier die gerade vom Deutschen Handball-Bund erneut ins B-Jugend-Nationalteam berufene Lisa Fuchs (7 Tore), Lea Walkowiak (19 Tore/8 Siebenmeter), Lara Carbone (9) und Hannah Lorz (5) heraus, ohne ihre Mitspielerinnen wäre ihnen das so allerdings nicht möglich gewesen. Doch während diese mit der Bronzemedaille während der feucht-fröhlichen Heimfahrt die Saison ausklingen lassen konnten, trainiert dieses Quartett heute schon wieder: Spielen sie doch mit den Damen in dieser Woche noch dreimal um den Drittliga-Aufstieg, so am Mittwoch (20.30 Uhr) gegen Bergtheim.

Der HCE-Kader im Final Four: Latteyer, Telami – Öztürk, Kohler, Rothaug, Pillipp, Knöll, Simon, Becker, Carbone, Fuchs, Walkowiak, Lorz, Kämpf.

1 Kommentar