Mittwoch, 01.04.2020

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Die Volleyballer des TSV Stein: Meister ja, Aufstieg nein

Das Derby gegen den TSV Zirndorf II läutet den Saisonendspurt ein - 06.03.2020 12:07 Uhr

Aufsteigen? Muss nicht sein, findet Steins Trainer Joachim Beckers. © Foto: Andreas Goldmann


Die Vorfreude bei den Volleyballern des TSV Stein steigt: Am Samstag steht in der Landesliga Nord-West das Lokalderby beim TSV Zirndorf II auf dem Spielplan (14 Uhr, Jahnstraße 2, Zirndorf). Von Nervosität ist bei der Mannschaft von Trainer Joachim Beckers aber nichts zu merken .

"Wir haben seit August durchgängig zwei Mal pro Woche konzentriert trainiert – es tat einfach mal gut, während der Faschingsferien eine Trainingspause einzulegen", erzählt Beckers. In dieser Woche bereiteten sich die Faberstädter wieder mit zwei regulären Trainingseinheiten auf die anstehende Auswärtspartie vor.

In Steins spielfreier Woche hat der größte Konkurrent um die Meisterschaft, der TSV Röttingen aus Unterfranken, mit einem 3:1-Sieg beim VfL Volkach den Druck erhöht. Beckers’ Truppe stand bis dato mit zehn Siegen aus 13 Partien an der Tabellenspitze. Mit dem Erfolg aus ihrem 15. Saisonmatch zogen die Unterfranken aus dem Landkreis Würzburg jüngst am TSV vorbei.

Der Steiner Kader zählt aktuell 15 Mann. In der Winterpause ist Alper Ismail als weiterer Spieler zum Verein gestoßen. "Wir sollten in Zirndorf voraussichtlich in Bestbesetzung antreten können. Bislang sind mir keine Absagen bekannt", umschreibt Trainer Beckers mit Blick auf die Mannschaftsaufstellung die Ausgangslage für das Auswärtsspiel. Die Faberstädter greifen im Saisonendspurt auf die geballte Routine der Mannschaft zurück.

Das Abteilungskonzept verzichtet auf eine eigene Jugendarbeit und setzt auf ausgebildete und erfahrene Spieler (wir berichteten). Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 35 Jahren, die Altersspanne reicht von Anfang 30 bis Anfang 50. Beckers weiß um die Qualitäten seines Teams: "Wir haben viele Jahre höherklassig gespielt. Fast alle meiner Spieler haben Erfahrungen aus der Bayern- oder Regionalliga."

Die Meister dürfen aufsteigen

Eine Aufstiegsberechtigung in die Bayernliga haben die Meister der Landesligen. Die Tabellenzweiten können die Startberechtigung für die höhere Spielklasse über die Relegation ergattern. Mit einem Sieg gegen den Lokalrivalen aus Zirndorf würden die Steiner am Samstag einen äußerst wichtigen Schritt in Richtung Titel gehen.

Das Hinspiel hat der TSV im vergangenen November in eigener Halle deutlich mit 3:0 gewonnen. Die Meisterschaftsentscheidung ist allerdings vertagt – sie fällt erst am 21. März. An einem Doppelspieltag empfangen die Steiner dann vor heimischer Kulisse die Gäste vom TV Mömlingen II und der DJK Schweinfurt in der Turnhalle der Grund- und Hauptschule im Neuwerker Weg.

Aber möchte der TSV Stein überhaupt aufsteigen? Joachim Beckers beantwortet die Frage so: "Aus sportlicher Sicht kämpfen wir ganz klar darum, uns die Meisterschaft zu erspielen. Wir haben schon alleine deshalb eine Verantwortung, da wir mit unseren Ergebnissen auch den Abstiegskampf anderer Teams beeinflussen. Im Verein sind wir uns aber einig, dass wir in der kommenden Saison nicht in der Bayernliga antreten würden."

Es seien keine Geldsorgen, die die Steiner zu dieser vorzeitigen Festlegung bewegen. In Landes- und Bayernliga sind beispielsweise Spielergehälter eine Ausnahme und deshalb nicht der Beweggrund. Ein erhöhter Trainingsaufwand wäre ebenso nicht notwendig, denn auch in den Jahren der Zugehörigkeit zur Bayernliga hatte sich der TSV Stein auf zwei Trainingseinheiten pro Woche beschränken können.

Wesentlicher Aspekt ist eine Personalie: "Leistungsträger Christoph Bork verlässt uns nach der Spielzeit in Richtung Hamburg", bedauert Beckers. Die Lücke, die der beste Steiner Volleyballer mit seinem Weggang reißt, ist nicht einfach so zu schließen. Und würden dann weitere der berufstätigen Spieler und Familienväter kurzfristig ausfallen oder der TSV Stein von Verletzungssorgen geplagt, wäre es mehr als herausfordernd, in der Bayernliga sportlich bestehen zu wollen.

So blicken die Steiner Volleyballer einigermaßen entspannt auf das Lokalderby und den anschließenden Saisonausklang, der vor eigenem Publikum idealerweise mit der Landesliga-Meisterschaft endet.

MANUEL GUTBIER

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