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Dimitri Litesov: Einer aus Höchstadts starker zweiter Reihe

Der Kader der Alligators ist in dieser Saison breiter geworden - 09.02.2021 12:42 Uhr

Einer mit viel Erfahrung: Alligators-Angreifer Dimitri Litesov.

07.02.2021 © Foto: Thomas Hahn


Die Pause kommt Dimitri Litesov und seinen Teamkollegen gerade recht. Nach intensiven zwei Monaten, in denen der Höchstadter EC in der Oberliga fast immer drei Spiele pro Woche hatte, haben die Alligators insgesamt neun Tage spielfrei, bevor es am Sonntag mit einem Spiel beim EV Füssen (17 Uhr) weitergeht. "Das tut natürlich total gut. Es geht jetzt ans Ende der Saison, da wollen wir nochmal ausgeruht durchstarten", sagt Litesov, Angreifer des HEC.

Allerdings gehen die Höchstadter mit einer 4:6-Niederlage gegen den SC Riessersee in diese Pause. Dabei hatten sie bis kurz vor Ende des zweiten Drittels mit 4:1 geführt. "Wir müssen das besser runterspielen", ärgert sich Litesov. Daran, dass einer der Treffer der Garmisch-Partenkirchener wohl gar nicht regulär war – auf den Fernsehaufnahmen sah man den Puck vom Pfosten abprallen – ließ sich die Niederlage aber nicht fest machen. Litesov nahm das eher mit Humor: "Der selbe Schiedsrichter hat uns gegen Passau ein Tor geschenkt und jetzt eben dem Gegner." Gegen Passau war ein Schuss von Jari Neugebauer, bei dem der Puck auf der Linie entlang rutschte, fälschlicherweise als Treffer gewertet worden.

Die Serie ist gerissen

Damit riss die Heimserie der Alligators von zehn ungeschlagenen Spiele in Folge. Die Playoffs bleiben aber auch nach der dritten Niederlage hintereinander und dem Abrutschen auf Platz sechs der Hauptrunden-Tabelle ein erreichbares Ziel. Eines, mit dem Litesov bei seinem Wechsel im Sommer nicht gerechnet hätte: "Ehrlich gesagt dachte ich, dass wir vielleicht die Pre-Playoffs schaffen können. Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht."

An den erfolgreichen ersten zwei Dritteln der Saison hat die Reihe um Litesov, der als rechter Flügelstürmer zur Zeit mit Center Michail Guft-Sokolov und Linksaußen Niklas Jentsch spielt, einen wichtigen Anteil. In der vergangenen Saison war die fehlende Tiefe im Kader des Höchstadter EC ein Grundproblem, das fast zum Abstieg geführt hätte. Es gab zu wenige Leistungsträger.

Aus der Kölner Schule

Das ist diesmal anders – und das liegt auch an erfahrenen Spielern wie dem 31-Jährigen. Litesov hat das Eishockeyspielen in Kasachstan, bei Torpedo Ust-Kamenogorsk, gelernt. Ausgebildet wurde er aber vor allem in einer der besten Eishockey-Schulen Deutschlands, beim Kölner EC, dem Stammverein des achtmaligen deutschen Meisters Kölner Haie.

Mit den Junghaien wurde Litesov 2007 Meister der Deutschen Nachwuchsliga. Anschließend spielte er sieben Jahre beim REV Bremerhaven in der DEL2. Über 280 Spiele in der zweithöchsten deutschen Spielklasse – darunter auch für den Deggendorfer SC – bedeuten in der Oberliga Süd eine enorme Erfahrung. Auf 25 Scorerpunkte kommt Litesov, neun Tore, 14 Vorlagen. Als er nach Höchstadt kam, beschrieb Team-Manager Daniel Tratz ihn als "Kämpfer, der dadurch auch seine Mitspieler besser macht."

In Franken hängen geblieben

Tratz muss es wissen, denn er hat schon mit Litesov gespielt, genau wie Benjamin Dirksen und Trainer Mikhail Nemirovsky – bei den Mighty Dogs Schweinfurt.

In Unterfranken sind Litesov und seine Frau hängen geblieben, mit ihr und dem sechsmonatigen Sohn wohnt er in Würzburg. "Die Nähe zu Höchstadt ist optimal für mich. Wir sind uns da schnell einig geworden. Und es gefällt mir hier auch sehr gut", sagt der Profi, der dem Wiedersehen mit seinem ehemaligen Mitspieler Nemirovsky viel abgewinnen kann. "Er war vor kurzem selbst Spieler. Er weiß, wie wir uns fühlen und was wir brauchen", sagt Litesov.

Und wie man Reihen zusammenstellt. Die von Litesov, Guft-Sokolov und Jentsch harmoniert etwa sichtbar gut. Gegen Riessersee traf Jentsch auch deshalb aus der Distanz zum 1:0, weil Litesov dem Goalie des SCR im richtigen Moment die Sicht blockierte. "Wir versuchen viel zu reden und das Spiel des anderen zu lesen, um sich zu helfen", sagt Litesov. Und weil das so gut läuft, kann er sich den HEC als längerfristige Station vorstellen. "Das hoffe ich doch", sagt er.

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