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DJK Fürth: 100 Jahre Sport mit christlicher Prägung

Der Oberfürberger Verein feiert rundes Jubiläum - 26.10.2020 11:00 Uhr

Die Fußballer der DJK 1961, zwei Jahre nach der Einweihung des Platzes in Oberfürberg. Im Hintergrund die 1991 durch ein Pfarrzentrum ersetzte St.-Nikolaus-Kapelle.

23.10.2020 © Foto: Franz Nagel/Fürther Nachrichten


Das Gründungsdatum eines Vereins ist oft sein Sakrileg. Tradition und Erfolge werden beschworen und in glorreichen Erinnerungen geschwelgt. Bei der DJK Concordia Fürth ist das mit dem Gründungsdatum so eine Sache. Bis 1865 führen die Spuren zurück, als sich nach den Grundsätzen des Pfarrers Adolph Kolping in Fürth ein Katholischer Gesellenverein gründete, gefolgt von einem Lehrlingsverein 1886.

Gemeinsames Wandern oder Abende mit religiösen Vorträgen hießen die Ziele, von einem klassischen Sportverein konnte um die Jahrhundertwende noch keine Rede sein. Die nächste Spur führt ins Jahr 1920. "Sport um der Menschen Willen", so lautet das Motto, der Deutschen Jugendkraft (DJK), die im gleichen Jahr beim Katholikentag in Würzburg entstand. Aus dem Gesellen- und dem Lehrlingsverein wurde schließlich die DJK Fürth. Zwar gibt es keinen direkten Nachweis über die Gründung, doch die Fürther Neue Zeitung spricht im Dezember 1920 erstmals von der DJK Fürth – und damit haben die Oberfürberger ihr Gründungsjahr.

Offen für alle Kulturen

Die christliche Prägung ist bei der DJK zu spüren, doch die bezieht sich laut Vereinsvorstand Bernd Jesussek nicht auf die strenge Auslegung des Katholizismus, der Verein ist offen für alle Kulturen: "Wir werden zwar noch vom Diözesanverband Bamberg unterstützt, doch welche Religion ein Sportler hat, spielt für uns keine Rolle. Wir bemühen uns, auf die Menschen zuzugehen."

Ein Zeugnis dafür ist die Privatmannschaft Jesus Cooperation, ein evangelisch-freikirchliches Team, das bereits seit einigen Jahren beim Verein am Fuße des Stadtwalds beheimatet ist – und sich dort wohl fühlt.


DFB zeichnet DJK Concordia Fürth aus


Kern der DJK ist seit jeher der Fußball. Deutschlandweite Beachtung gab es gleich 1921, als die Fürther bei der Deutschen DJK-Meisterschaft für Furore sorgten. Mit Hans Neger, Torhüter der Kleeblatt-Meisterelf von 1929, errang das Fürther Team vor 2000 Zuschauern in Bruchsal die Süddeutsche DJK-Meisterschaft und stieß schließlich bis ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft vor.

Verbot durch die Nazis

Doch mit den unbeschwerten Zeiten sollte es bald vorbei sein. Die Nationalsozialisten verboten mit der Gleichschaltung 1935 sämtliche ihnen unliebsame Vereine, darunter auch die kirchlichen. Erst 1948 gründeten die Mitglieder den Verein neu, der 1954 den Namenszusatz Concordia erhielt.

Mit der Neugründung folgte der Umzug nach Oberfürberg, wo neben der St.-Nikolaus-Kirche ein Gelände für eine schmale Mark zunächst gepachtet und mit der Eintragung ins Vereinsregister 1958 schließlich gekauft wurde. Damit war die Zeit der Wanderschaft zu Ende, denn die DJK, eigentlich ein Südstadtverein, hatte zuvor auf dem Humbserplatz, in der Burgfarrnbacher Straße und auf mehreren Plätzen in der Südstadt gespielt. Weil sich das Vereinsleben im Schatten von St. Heinrich abspielte, sprach man deshalb von den "Heinrichern".

In den Folgejahren wuchs die Zahl der Mitglieder immer mehr an. Kegeln, Leichtathletik, Tischtennis, Gymnastik und Faustball – das neue Vereinsgelände ermöglichte auch neue Sportarten. Einmalig in Fürth sind die Eisstockspieler, die sich aus Spielern der 2002 aufgelösten Faustball-Abteilung rekrutierten.

Jubiläum wird nachgeholt

Große Pläne hatte die DJK Concordia zu ihrem Jubiläum angestellt, wie Bernd Jesussek verrät: "Wir hatten schon die Zusage der SpVgg Greuther Fürth für ein Freundschaftsspiel. Dazu hatten wir einen großen abteilungsübergreifenden Sporttag geplant. Die Corona-Krise hat uns überall einen Strich durch die Rechnung gemacht." Zwar kann noch niemand abschätzen, ob all das im nächsten Jahr möglich sein wird, nachholen wollen sie es aber.

Als mittelgroßen Verein, der Basisarbeit betreibt, sieht Jesussek seinen Verein gut aufgestellt für die Zukunft: "Was uns von anderen Vereinen vielleicht unterscheidet, ist die familiäre Atmosphäre. Sport um der Menschen Willen nehmen wir uns zu Herzen."

Die DJK hat eine Chronik herausgebracht, die es für 15 Euro in der Vereinsgaststätte, Kolpingstr. 12, zu erwerben gibt: Dienstag bis Samstag von 17 bis 22 Uhr sowie Sonntag von 11 bis 14 und von 17 bis 22 Uhr.

MARKUS EIGLER

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