15°

Dienstag, 14.07.2020

|

zum Thema

Dreimal Behrens gegen Aue: Ein Sinnbild für den FCN

Missgeschick, Moral und Pech: Der Captain steht für seinen Club - 23.05.2020 15:55 Uhr

Kläglich, glücklich und im Pech: Club-Kapitän Hanno Behrens gegen Aue.

© Daniel Marr/ Sportfoto Zink


Er ist viel unterwegs. Über elf Kilometer sind es beim 1:1 gegen Aue wieder einmal, die im Nürnberger Geister-Achteck bei Abpfiff für Hanno Behrens als Laufleistung notiert werden. In seiner seit geraumer Zeit wieder offensiveren Rolle kommt der Club-Kapitän auch wieder öfter dort vorbei, wo er so wertvoll für den 1. FC Nürnberg ist. Eigentlich. In der gegnerischen Gefahrenzone, wo der Verbindungsoffizier zwischen Defensive und Offensive mit seinem Gespür für Räume und seinen Abschlussqualitäten in der Vergangenheit immer wieder Nürnbergs Trumpf war. Dort, wo Hanno Behrens Nürnbergs Trumpfkarte auch am Freitag hätte spielen können, ja fast schon müssen. In der 35. Minute, aus elf Metern, freistehend im Auer Strafraum. 

Bilderstrecke zum Thema

Fünfer für die Offensive: Einzelkritiken für den Keller-Club!

Warum der 1. FC Nürnberg auch gegen Erzgebirge Aue einmal mehr ohne ein selbst erzieltes Tor aus einer Partie geht? Ein Blick auf die Einzelkritiken von NZ-Sportredakteur Uli Digmayer genügt!


Club-Coach Jens Keller hatte seinen Schützlingen vor Geisterspiel-Premiere in der Noris - so erklärte es der Coach des Auch-Weiterhin-Abstiegskandidaten vor der Verabredung mit den Veilchen zumindest - eindringlich nahegelegt, mehr Konzentration für den Abschluss aufzuwenden.


FCN-Coach Keller verärgert: "Sowas darf uns nicht passieren"


In der 35. Minute, als Handwerker auf links antrat, Zrelak den Ball nach dessen scharfer Hereingabe gekonnt passieren ließ und Behrens blank im Auer Sechzehner zum Schuss kam, schien es jedoch, als ob Kellers mahnende Worte nach dem Chancenwucher auf St. Pauli ungehört verhallt sind. Der Spielführer der Rot-Schwarzen hat sich optimal in Stellung gebracht. Das Leder bringt er aber nicht im linken Eck der Gäste-Kiste unter. Ein bisschen zu laff, ein bisschen zu unplatziert, jedenfalls ohne die vom Trainer gewünschte Konsequenz. Aue-Schlussmann Männel kann das Pflicht-Tor des FCN verhindern – ins bedrohte Eck abtauchend, mit einer Glanzparade freilich. Ein Schockmoment bei der Geisterspielpremiere in Nürnberg ist Behrens' Fehlschuss dennoch allemal. 

Bilderstrecke zum Thema

Es hagelt schlechte Noten: Nur drei Nürnberger waren gegen Aue passabel

Auch gegen Aue war trotz Nürnberger Überlegenheit wieder kein Sieg für den Club drin, Grund war mitunter mal wieder die Chancenverwertung. Der eine Punkt, den sich Jens Kellers Elf - auch durch etwas Glück - erarbeitet hat, kann kaum als Lichtblick im Abstiegskampf gewertet werden. Ebenso wenig wie die Noten, die Sie den Spielern gegeben haben. Vor allem die Offensive muss einstecken.


Den anderen Hanno Behrens, der auf einzelne Spielszenen heruntergebrochen trotzdem so wichtig ist für den Club, sieht man gegen die Veilchen nach Stundenfrist. In der 63. Minute, noch liegt die Heimmannschaft nach Nazarovs Kontertor hinten, hat der FCN den Ausgleich einer Willensleistung seines Kapitäns zu verdanken. Und einer großen Portion Glück. Eigentlich an der Torauslinie eingekesselt, bringt Behrens den Ball nun selbst in den Gefahrenbereich. Muss man ab und zu auch. Weil es dort eben gefährlich wird. Und ein Eigentor immer drin ist. Wie in Minute 63, als Sören Gonther die Hereingabe des Club-Anführers mit dem Schienbein ins eigene Netz verlängert. Und den Elmshorner und seine sich schon davor gegen eine mögliche Niederlage stemmenden Mitstreiter jubeln lässt. 

Bilderstrecke zum Thema

Erst kläglich, dann im Glück: Das Aue-Remis des FCN in Bildern!

Und wieder kein Sieg für den FCN! Beim 1:1 gegen Aue scheitert der 1. FC Nürnberg erneut an seiner mangelhaften Chancenverwertung, gerät zwischenzeitlich in Rückstand - und hat dann in Form eines Eigentores am Ende doch noch das Glück auf seiner Seite. Die besten Bilder der Partie!


Gejubelt - dann noch befreiter - hätte der Keller-Club beinahe noch ein weiteres Mal gegen Aue. Die 80. Minute blinkt als Spielzeit von der Stadionuhr. Wieder einmal ist es der aktive Handwerker, der im Anschluss an eine Ecke eine Club-Großchance initiert – und Behrens der Mann, der für die Endverwertung zuständig ist. Es ist ein Zittermoment in einem Auf-und-Ab-Spiel für abstiegsbedrohte Nürnberger. Eine Szene, die man in Millisekunden aufsaugt, auch Thomas Grethlein, dem wieder einmal lautstarken Aufsichtsratsboss, den Torschrei auf die Lippen treibt. Ungelenk gekonnt lenkt Abschlussspezialist Behrens den Ball nach Handwerkers scharfer Hereingabe ans linke Kreuzeck. Männel streckt sich vergebens, Grethlein schreit stumm. Der Abschluss, der ein Tor verdient gehabt hätte, hat kein Tor zur Folge. 

Bilderstrecke zum Thema

Protest und leere Ränge: Geisterstimmung im Max-Morlock-Stadion

Geisterspielpremiere im Max-Morlock-Stadion! Der erste Auftritt des 1. FC Nürnberg vor leeren Rängen liefert ungewohnte Bilder. Keine Fans, keine Stimmung, dafür aber Protest. Die Eindrücke aus einem menschenleeren rot-schwarzen Achteck!


Auch in den Kommentarspalten von nordbayern.de und auf unseren Facebook-Seiten wird man die Leistung von Hanno Behrens wieder einmal unterschiedlich sehen. Und sie irgendwo zwischen erfüllten und nicht erfüllten Erwartungen, Können und Versagen bewerten. Mit Einschlag zum Negativen. Klar ist nur eins: Auch gegen Regensburg wird der Club-Kapitän, für den diese Saison keine gute ist und der seit nunmehr fünf Spielen auf einen eigenen Treffer wartet, wieder viel unterwegs sein. Und dann vielleicht nicht nur eine, sondern zwei oder drei Szenen für Nürnberg nutzbar machen. 

17

17 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport