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Druckabbau gegen Aue: Das wird für den FCN wichtig

Frey oder Zrelak: Wer greift beim abstiegsgefährdeten Altmeister an? - 22.05.2020 05:46 Uhr

Erlebte gegen Aue in der Hinrunde ein Achterbahnfahrt der Gefühle: Club-Stürmer Michael Frey.

19.10.2019 © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / DaMa


Die Ausgangslage: ist prekär. Der 1. FC Nürnberg ist nach der bitteren Niederlage am Millerntor auf Platz 15 abgerutscht und hat nach den Siegen von Wiesbaden und Karlsruhe nur noch minimalen Vorsprung auf die Horror-Ränge. Dass das Abstiegsgespenst schon wieder über der Noris kreist, möchte man dabei gar nicht meinen, wenn Dirk Schuster so über im Vorjahr noch klassenhöhere Nürnberger spricht. "Bedeutend besser aufgestellt" seien diese als es im Zweitliga-Klassement zum Ausdruck kommt. "Die Art und Weise, wie sie Fußball spielen", fährt Aues Coach fort, habe "mit dem Tabellenplatz nicht viel zu tun". Wenn sechstplatzierte Veilchen am Abend im Geister-Achteck antreten (18.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de), tut der FCN jedoch gut daran, sich keinen Sand in die Augen streuen zu lassen. Von wiederkehrendem Lob - zuletzt auch nach dem "guten Spiel" auf St. Pauli vernehmbar - kann sich der Club nichts kaufen.

+++ Sehr gute Verlierer: Beim FCN ist Feuer unterm Dach +++

"Zu einem guten Spiel gehört, dass man sich belohnt und gewinnt", erklärt entsprechend auch Jens Keller, der Fehler-in-der-Gleichung-Finder und Trainer des abstiegsbedrohten Altmeisters, der sich im Verwerten seiner Torchancen schnellstmöglich steigern muss. Gelingen soll das aus Club-Sicht gegen einen “schweren Gegner“, der nicht unfallfrei nach Nürnberg gekommen ist. "Wir sind hier hier zu Hause und wollen und müssen die drei Punkte holen", hält Jens Keller vor der prekären Partie gegen Aue fest, vor dem Druck-Spiel in der Noris.

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Nur einer macht Mut: Die Einzelkritiken zur FCN-Niederlage bei St. Pauli

Der Neustart in den Ligabetrieb war für den 1. FC Nürnberg am Sonntag ein bitterer. Beim FC St. Pauli war der Club über lange Zeit dominierend, schaffte es allerdings nicht, in Führung zu gehen. Selbst nach der Roten Karte für Christian Mathenia ließ der FCN sich kaum anmerken, dass er mit einem Mann weniger auf dem Platz stand. Doch am Ende reichte es trotzdem nicht einmal für einen Punktgewinn. Die Einzelkritiken von NZ-Sportredakteur Stefan Jablonka!


Wer spielt? Zwischen den Pfosten wird Felix Dornebusch den Platz des rotgesperrten Christian Mathenia einnehmen. Da mit Andreas Lukse der Dritte der Nürnberger Torhüter-Hierarchie aufgrund von muskulären Problemen erneut nicht proben konnte, dürfte sich Benedikt Willert oder Jonas Wendlinger auf der Bank wiederfinden - und bei der gruseligen Ausfall-Geschichte der Club-Keeper wohl bald schon in der Kiste. Da sich Enrico Valentini noch immer mit Achillessehnenbeschwerden herumplagt, ist Oliver Sorg hinten rechts gesetzt. Georg Margreitter, der auf dem Hamburger Kiez einen Ball ins Gesicht bekam, klagte nach dem Volltreffer auf St. Pauli über Schwindelgefühle. Muss der Vorarlberger passen, stehen Lukas Mühl oder Asger Sörensen in der Abwehrzentrale bereit. Mit Jung-Vater Felix Lohkemper und Kader-Comebacker Sebastian Kerk hat Jens Keller mehr Optionen auf den offensiven Außenbahnen. Dennoch dürften auf diesen wie schon in Hamburg Robin Hack und Nikola Dovedan beginnen. Der Club-Ösi machte auf dem Kiez, etwa bei seiner Riesenchance kurz vor der Pause, zwar viel falsch, aber dennoch mehr Betrieb als der nach seiner Einwechslung pomadige Schleusener. Stellt sich nur die Frage...

Prallen-Lassen und Freilaufen oder Urgewalt aus der Schweiz

Das Club-Geisterspiel

Zrelak oder Frey? Die Besetzung der vordersten Frontlinie ist die aus FCN-Sicht spannendste Personalie. Adam Zrelak ließ in Hamburg zwar ebenfalls ein bis zwei Hochkaräter liegen, machte im Zusammenspiel mit den Kollegen, wenn es darum ging, den Ball prallen zu lassen und sich in den öffnenden Räumen anzubieten, mitunter aber eine ganz ordentliche Figur. Über mehr Abschlussqualitäten dürfte Michael Frey verfügen, der nach seiner Einwechslung auf St. Pauli als Solospitze allerdings stumpf blieb und einen überraschend trägen Eindruck hinterließ. Wie man Tore macht und wie man Tore nicht macht, demonstrierte der Sturmbulle aus der Schweiz, der nach seinem Nürnberg-Engagement wohl zu Fenerbahce zurück muss, übrigens schon beim vogelwilden Hinspiel im Erzgebirge. Freys Entschlossenheit und Urgewalt vor dem gegnerischen Tor könnte Nürnberg - wenn der Angreifer entsprechende Vorlagen bekommt, wie damals von Handwerker vor dem 1:0 - zum Druckabbau nutzen.

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Eine denkwürdige Partie mit sieben Toren, einem Platzverweis und drei Elfmetern verliert der 1. FC Nürnberg am Ende mit 3:4 gegen Erzgebirge Aue. Den Wahnsinn verpasst? Kein Problem. Hier sind alle Eindrücke zum Gastspiel im Erzgebirge.


Wie läuft's? Aus Club-Sicht hoffentlich gut. Gegen Aue hat der FCN daheim noch nicht verloren, was er im Abstiegskampf auch dieses Mal tunlichst unterlassen sollte. Der Stakkato-Auftrag des Trainers ist klar formuliert: Nicht der Pauli-Partie nachtrauern, sondern die Leistung aus den ersten 55. Minuten erneut "auf den Platz bringen und mit Toren versehen". Die Anstrengungen dahingehend kann man bei Sky nachvollziehen. Entweder im kostenpflichtigen Einzelspiel oder in der frei zugänglichen Konferenz des Bezahlsenders auf Sky Sport News HD. Das Fanradio ist vor Ort. So wie Sie über nordbayern.de, das neben einem Spielbericht auch zahlreiche Bilder, Stimmen und interaktive Möglichkeiten für Sie parat hält.

+++ Existenzkampf mit Wismut-DNA: Das ist Club-Gegner Aue +++

"Lass uns mal spielen hier unten"

Stimmungsduell: Wenn in Nürnberg heute die Druck- und Drohkulisse aufgebaut wird, werden im Stadion nur wenige Zuschauer dazugehören. Bereits auf St. Pauli zeigte sich jedoch, dass Support und Kritik von den Rängen deswegen nicht komplett flachfallen. Aufsichtsratsboss Thomas Grethlein wird gegen die Veilchen erneut alles geben, um seine Farben anzutreiben. Auf den von Jens Keller erwarteten "schweren Gegner" wird Grethleins Club jedoch auch abseits des Rasens treffen. Aue-Impressario Helge Leonhardt dürfte wohl ebenfalls einiges lautstark zur Kenntnis geben. Beim zurückliegenden Spiel gegen Sandhausen antwortete FCE-Schlussmann Martin Männel auf die präsidialen Zwischenrufe mit einem "Lass uns mal spielen hier unten". Was beim 3:1 gegen früh dezimierte Kurpfälzer mit etwas Verzögerung auch recht gut gelang. Kein Wunder vielleicht. Aue, das heute die 40-Punkte-Marke knacken kann, hat ja auch nicht so viel Druck.

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