Auf dieser Position zwickt's

Effenberg analysiert: Hier muss der DFB dringend nachbessern

19.6.2021, 13:54 Uhr
Die Zeit in Uerdingen ist für Stefan Effenberg zwar schon lange vorbei - trotzdem beobachtet der einstige Nationalspieler das Geschehen im deutschen Fußball weiterhin ganz genau.

© Guido Kirchner/dpa Die Zeit in Uerdingen ist für Stefan Effenberg zwar schon lange vorbei - trotzdem beobachtet der einstige Nationalspieler das Geschehen im deutschen Fußball weiterhin ganz genau.

Man brauche wieder Spieler wie den Rekord-Torschützen Miroslav Klose oder die zahlreichen Top-Stürmer wie in den Neunzigern, schrieb der 52-jährige Effenberg am Samstag in seiner Kolumne bei t-online.de. "In meinen Augen kann die Lehre aus diesem Turnier nur sein, dass wir im deutschen Fußball über Mittelstürmer reden müssen – und überlegen, wie wir sie ausbilden", befand Effenberg mit Blick auf die laufende Europameisterschaft. Der Deutsche Fußball-Bund und die Vereine müssten daran arbeiten.

Nach Ansicht des EM-Zweiten von 1992 habe es mit der Konzentration auf die so genannte falsche Neun - Stürmer, die sowohl im Angriff als auch im Mittelfeld spielen - eine Fehlentwicklung gegeben. "Ganz offensichtlich hat man das übertrieben", urteilte Effenberg und folgerte: "Da wieder einen zu finden oder auszubilden, wird die größte Aufgabe für Hansi Flick als Nachfolger von Joachim Löw."

Ähnlich urteilte auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff. In der Ausbildung seien gerne Mario-Götze-Typen gefördert worden, Spieler, die mit Technik und Raffinesse brillierten, gerade auch außerhalb des Strafraums. "In dieser Zeit hat man die traditionellen Stürmerkriterien ein bisschen vernachlässigt", sagte der ehemalige Mittelstürmer im Interview der Süddeutschen Zeitung (Samstag). Dadurch fehle der Auswahl manchmal die Präsenz im Strafraum - "und zweitens fällt ohne eine echte Nummer neun auch die klassische Flanke-Kopfball-Tor-Variante weg", sagte der Golden-Goal-Schütze vom EM-Titelgewinn 1996.

Verwandte Themen


Keine Kommentare