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Eine Spielzeit zum Vergessen! Ihre Bilanz der FCN-Saison

Sie haben die Trainer, die Neuzugänge und mehr bewertet - 20.07.2020 11:42 Uhr

Am Ende konnte zwar gefeiert werden, doch insgesamt war die Saison doch eine zum Vergessen.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr


Mit großen Ambitionen, personellen Veränderungen auf den Führungspositionen, 15 Neuzugängen und veritabler Euphorie war der fränkische Altmeister nach dem Bundesliga-Abstieg in die neue Spielzeit gestartet. Knapp ein Jahr später sieht die Welt in Nürnberg anders aus: Mit nur 37 Punkten fand sich der Club nach dem 34. Spieltag auf Platz 16 wieder, erst in der Relegation gegen den FC Ingolstadt gelang es der Elf vom Neuen Zabo, das Minimalziel Klassenerhalt einzutüten. Und das in der allerletzten Sekunde!

Dass diese Saison nicht nach den Vorstellungen der Anhänger des 1. FC Nürnberg verlaufen ist, dürfte - nunja - ziemlich klar sein. In der Leistungsschau auf die vergangene Spielzeit wurden vor allem Fünfer, aber auch viele Sechser vergeben. Nur wenige User zeigten sich gnädig und vergaben Vierer, verschwindend gering war die Zahl besserer Noten.

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Club-Kritik und Noten: Miese Zeugnisse beim FCN

Eine Saison voller Höhen und vor allem Tiefen, okay mit deutlich mehr Tiefen als Höhen, ging mit dem Doppel-Duell Ingolstadt just zu Ende. Komplettabsturz verhindert, Durschschnaufen! Nun ist es Zeit, Bilanz zu ziehen: Wer wusste in dieser wenig überzeugenden Spielzeit zu überzeugen und wer enttäuschte besonders? Hier kommen die Einzelkritiken und Zensuren der Nürnberger Nachrichten - und natürlich auch ihre Noten!


Nachdem das Relegationshinspiel auf eigenem Rasen die Fans etwas versöhnlich gestimmt und Hoffnungen auf ein entspanntes Rückspiel in Ingolstadt und den sicheren Klassenerhalt gemacht hatte, zerstörte die Partie bei den Schanzern das schnell wieder. Während die ersten Halbzeit noch langweilig war, legte Ingolstadt in der zweiten Hälfte massiv zu und drehte das Ergebnis aus dem Hinspiel.

Das ließ die Frage aufkommen, ob der FCN den Klassenerhalt überhaupt verdient hat. Dabei sind 63 Prozent der User der Meinung, dass dies doch der Fall ist, weil der Club insgesamt überlegen war. 16 Prozent sind unentschlossen, wogegen nur 21 Prozent der Meinung sind, dass der FCN nach dieser Relegation eigentlich hätte absteigen müssen, vor allem auch, weil Ingolstadt im Rückspiel die bessere Mannschaft war.

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230 Tage Keller und der Club: Der Weg an den Rand der Katastrophe

Das Kapitel Jens Keller ist beim 1. FC Nürnberg endgültig beendet. Nach 230 Tagen gehen der Trainer und der Club getrennte Wege - und der Verein steht am Rande der dritten Liga. Wie konnte es so weit kommen? Eine Geschichte, die holprig begann und mit dem Beinahe-Totalschaden vorzeitig endet.


Dennoch haben die vielen Enttäuschungen, Fehltritte und der Beinahe-Abstieg der vergangenen Saison Spuren bei den Fans hinterlassen. Obwohl die Liebe zum Club bei 43 Prozent der User unverändert vorhanden ist - und sie den FCN sogar für jenes Wandeln zwischen den Extremen lieben, hat sich Nürnbergs Traditionsverein seinen Kredit bei 38 Prozent der Leser verspielt.

Trainer-Fails und beliebte Springer

Begonnen hat diese Saison, welche die schlechteste in der jüngeren Vergangenheit des Vereins werden sollte, unter Trainer Damir Canadi, der bei seiner Präsentation als "Wunschkandidat" angepriesen wurde. Allerdings endete bereits nach zwölf Spieltagen sein Engagement beim Club; die Bilanz: 14 Punkte in elf Spielen (durchschnittlich 1,27 Zähler pro Partie), eine Tordifferenz von 20:22 und 1,8 Torerfolge pro Begegnung.

Diese Zahlen weckten auch bei den Usern keine Freudeschreie, seine Arbeit beim FCN wurde hauptsächlich mit Fünfern, dicht gefolgt von Vierern und Sechsern bewertet. Einige wenige vergaben Dreier, Zweier und Einser waren Mangelware.

Auf Canadi und den interimsweise einspringenden Marek Mintal folgte Jens Keller. Der 49-Jährige stabilisierte die Defensive (im Schnitt 0,2 Gegentore weniger pro Partie), allerdings schlug sich diese Ausrichtung negativ auf die Offensive aus: Nur 25 Treffer glückten dem Club in 22 Partien unter dem früheren Schanzer-Coach - sicherlich auch einer der Gründe, warum Keller bei der Relegation gegen seinen Ex-Klub nicht mehr auf der Trainerbank des FCN saß.

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Bye, Bye, Palikuca! Der FCN, sein Vorstand, ein Missverständnis

Palikuca muss gehen. Der amtierende Sportvorstand verlässt zum 31. Juli, nach etwa 15 Monate den 1. FCN. Er begleitet den Club damit nur eine verhältnismäßig kurze Zeit in der traditionsreichen Vereinsgeschichte. Hier kommen alle relevanten Amtshandlungen Palikucas beim Club und die davon begleiteten Höhen und Tiefen der vergangenen Monate.


Sein Zeugnis fällt noch schlechter aus als das seines Vorgängers: Am häufigsten wurde die Amtszeit von Jens Keller mit der Note sechs bewertet, aber auch Fünfer und Vierer regnete es förmlich. Dreier gab es zumindest noch ein paar, die guten Noten musste man aber wirklich mit der Lupe suchen.

Auf deutlich mehr Begeisterung stieß das Interims-Trainerduo Michael Wiesinger und Marek Mintal, das unter der Komponente Identifikation für die beiden Duelle mit den Schanzern installiert worden waren, trotz der fragwürdigen Leistung des Teams im Relegationsrückspiel. Vor allem mit Zweiern wurde die Arbeit der beiden bewertet, gefolgt von Dreiern und Einsern. Allerdings gab es zumindest auch einige Vierer und Fünfer, in der Summe zeigten sich die User mit den beiden Identifikationsfiguren aber zufrieden.

Fehltritte und Neuzugänge

Während der neue und mittlerweile bereits wieder ehemalige Sportvorstand Robert Palikuca mit der Auswahl der Interimtrainer ein weitgehend glückliches Händchen bewies, leistete er sich bei der Wahl des Chefcoaches gleich zwei Fehltritte, die beinahe im Abstieg in die dritte Liga geendet hätten. Auch seine Transferpolitik und Kaderzusammenstellung wird aus dem Umfeld des Altmeisters als zu unausgewogen kritisiert. Dementsprechend wird Palikucas Arbeit beim Club hauptsächlich als ausreichend bewertet, doch auch mangelhafte und ungenügende Zensuren gab es zuhauf.

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Paris, Bayern, Schleusener! Lichtblicke für Nürnbergs Lieblingsverein

Was rar ist, ist zumeist auch wertvoll und schön. Das wohl bekannteste Beispiel: Gold. Und dann: Lichtblicke beim Club in einer ernüchternden, ja großteils erschütternden Saison, in welcher der als Aufstiegsaspirant in die Zweitliga-Runde gestartete Altmeister den Absturz in die Drittklassigkeit erst in der Nachspielzeit des Relegationsrückspiels vermeiden kann. Die erfreulichsten Momente für den FCN - hier sind sie!


Rund 7,45 Millionen Euro investierte der Sportvorstand im vergangenen Sommer für 15 externe Neuzugänge - darunter drei Leihspieler, die den Club nach der Saison allesamt (vorerst) verlassen haben. Obwohl einige Fehlgriffe dabei waren, gelangen Robert Palikuca auch einige wertvolle Transfers, die beim FCN in einer dunklen Saison zumindest hin und wieder für Lichtblicke sorgen. Robin Hack ist es, der Dreiviertel der User überzeugen konnte. Mit 14 Prozent liegt Tim Handwerker auf Platz zwei, Asger Sörensen auf Platz drei. Nicht in die Abstimmung einbezogen wurde unter anderem Konstantinos Mavropanos, der im Winter nach Nürnberg kam und für mehr Stabilität in einer oft wackeligen Abwehr sorgte.

Problemfelder, Transfers und der neue Sportvorstand

Mit bisher sieben Abgängen, fünf Leih-Rückkehrern und keinem externen Neuzugang verfügt der 1. FC Nürnberg aktuell für die neue Saison bereits über einen 27-köpfigen Kader. Das Aufgebot beinhaltet nach aktuellem Stand drei Torhüter, sieben Verteidiger, sieben zentrale Mittelfeldspieler und zehn (Flügel-) Stürmer. Besonders im Sturm (33 %) aber auch im zentralen Mittelfeld (30 %) sehen die User Nachholbedarf, während 16 Prozent auch die Innenverteidigung Sorgen bereitet.

Ungeachtet der Position, gibt es natürlich auch bestimmte Leistungskomponenten, die dem FCN in der vergangenen Saison fehlte und die mögliche Neuzugänge mitbringen sollten. So vermissten die User vor allem die Vollstreckerqualität im Abschluss (24 %), Mentalität und Identifikation (23 %) wie auch Dynamik und Tempo (22 %).

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Der Grusel-Club! Oh Mann, FCN - von einem Tiefpunkt zum nächsten

Am Anfang war die Euphorie, am Ende die Erleichterung und über die ganze Spielzeit hinweg die Enttäuschung. Der 1. FC Nürnberg spielte eine ernüchternde Saison. Von hässlichen Südamerika-Anleihen über gespenstische Partien bis hin zu verschenkten Führungen. Alles war dabei - und nur selten etwas gut. Willkommen beim Grusel-Club, hier kommen die traurigsten Bilder!


Um solche Neuzugänge zu finden, den Umbruch beim Club einzuleiten und den Verein zu seinen Ansprüchen zurückzuführen, braucht auch der zukünftige Sportvorstand gewisse Qualitäten. Am wichtigen ist den Usern, dass dieser ein Manager und Stratege ist (46 %), die Identifikation mit dem Verein folgt auf Platz zwei (28 %). Langjährige Erfahrung (20 %) können - laut Ihrer Meinung - ebenso hinten angestellt werden wie ein ambitioniertes Profil (6 %).

Zukunftsmusik und (noch) ungebrochene Liebe

Die Saison 2019/20 ist also halbwegs abgehakt, die kommende Spielzeit birgt eine neue Chance für den Club. Obwohl die Frage nach der Zweitliga-Platzierung des FCN in einem Jahr zum jetzigen Zeitpunkt angesichts der noch vakanten des Sportvorstands und Trainers schwer zu beantworten ist, haben wir sie dennoch gestellt und von 574 Usern Rückmeldung bekommen.

Die meisten rechnen mit Tabellenrang zehn, doch auch Plätze zwischen fünf und neun werden als relativ wahrscheinlich angesehen. Mit einer erneuten (Fast-)Katastrophe, dem Sturz auf die letzten drei Plätzen des Zweitliga-Klassements, rechnen die wenigsten, manche träumen sogar vom Direktaufstieg. In der Summe trauen die Fans dem FCN also einen Rang im Mittelfeld zu, unter Anbetracht der eigentlichen Ansprüche des Vereins eigentlich zu wenig, mit Blick auf die vergangene Saison aber vielleicht genau das, was der Club jetzt braucht.

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Schleusener und Fast-Schlägerei! So emotional feiert der FCN

Jubel, Trubel, Rudelbildung! In der sechsten Minute der Nachspielzeit spitzelt der eingewechselte Fabian Schleusener den Ball ins FCI-Tor und rettet den Club dadurch vor dem Absturz in die Drittklassigkeit. Noch nie wurde eine Niederlage so schön bejubelt - und hier sind die Bilder dazu!


Obwohl der FCN am Ende im Relegationsrückspiel in Ingolstadt enormes Glück hatte, behauptet auch nach der Spielzeit 2019/20 die Vielzahl der altmeisterlichen Anhänger: Der Club is' a Depp! Der Meinung sind zumindest 68 Prozent der User, sie lieben - so ähnlich geht der Satz ja auch weiter - ihren Club aber natürlich trotzdem. Nur 26 Prozent sind derweil der Meinung, dass der FCN kein größerer Depp als Hamburg oder Schalke ist.

Insgesamt wird in unseren Umfragen die Unzufriedenheit der Fans über die vergangene Club-Saison, die Verantwortlichen und das Auftreten der Mannschaft deutlich. Die Liebe zum FCN? Ist aber dennoch ungebrochen. Damit nicht eine weitere katastrophale Saison auf die Club-Anhänger zukommt, hat der Verein nun aber viel Arbeit und zahlreiche Personalentscheidungen vor sich.

ako, sde, apö

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