Eishockey-Länderspiel: Deutschland unterliegt Tschechien

1.5.2021, 16:00 Uhr
Absprachen: Die deutsche Auswahl beriet sich an der Bande, unterlag den Tschechen aber trotzdem.

Absprachen: Die deutsche Auswahl beriet sich an der Bande, unterlag den Tschechen aber trotzdem. © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn

Es ist noch früh in der Vorbereitung. Um nicht zu sagen sehr früh. Wenn in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) noch die Playoffs laufen, hat die Testphase für die WM längst begonnen. Das ist jedes Jahr so, also nichts Ungewöhnliches für Spieler und Trainer. Dass die Mannschaft, die derzeit für Deutschland spielt, nicht gerade identisch mit jener sein wird, die in Lettland antreten wird, auch nicht. Einen Stamm gibt es. Doch der aktuelle Kader ist keineswegs ausschließlich mit Platzhaltern gefüllt.

Söderholm sucht sein Team

Bundestrainer Toni Söderholm sucht sein Team und jeder, der jetzt dabei ist, kann sich dafür bewerben. In Nürnberg hat das Nationalteam sein Trainingslager aufgeschlagen, nach zwei Tests in der Slowakei, die 3:4 nach Penaltyschießen und 1:2 verloren wurden, ging es am Samstag in Franken zum zweiten Mal gegen die wie immer flinken und läuferisch eleganten Tschechen.

Söderholm setzte erneut auf Verteidiger Oliver Mebus und Stürmer Daniel Schmölz von den Nürnberg Ice Tigers, ihr Keeper Niklas Treutle fehlte dieses Mal. Die Pause für den Nürnberger Torhüter machten den Platz frei für einen ehemaligen Ice Tiger. Zwischen den Pfosten stand Andreas Jenike, der mittlerweile für die Iserlohn Roosters die Pucks fängt. Mit Andreas Eder (Straubing Tigers), Daniel Fischbuch und Marco Nowak (beide Düsseldorfer EG) stand ein weiteres Trio auf dem Eis, das früher das Trikot der Ice Tigers trug.

Auch die Fäuste fliegen

Gratulation: Der Nürnberger Daniel Schmölz (hinten) und der starke John Peterka feiern das 1:0.

Gratulation: Der Nürnberger Daniel Schmölz (hinten) und der starke John Peterka feiern das 1:0. © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn

In einem flotten und unterhaltsamen ersten Drittel leiteten mit Schmölz und Andreas Eder ein aktueller und ein ehemaliger Nürnberger den ersten Treffer ein. Den Rest, sprich das 1:0, besorgte der starke Münchner John Peterka (16.). Für Schmölz war es im vierten Testspiel der dritte Scorerpunkt, er besserte seine Chancen auf eine Reise ins Baltikum damit weiter auf. Frederik Tiffels erhöhte auf ein verdientes 2:0 (20.).


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Deutschlands Casting-Kandidaten verkauften sich gut, kassierten aber noch vor der ersten Pause ein unnötiges Gegentor durch Matej Blümel (20.). Peterka eröffnete mit seinem 3:1 das zweite Drittel (22.), das einen anderen Verlauf nahm als das erste. Die Tschechen wurden forscher, die Intensität im Spiel insgesamt höher, zwischenzeitlich flogen auch mal die Fäuste. Abgerundet wurde der Mittelabschnitt von einem weiteren vermeidbaren Gegentor. Dieses Mal traf Radim Salda (29.).

Überlegungen: Bundestrainer Toni Söderholm sucht noch sein Team für die WM in Lettland.

Überlegungen: Bundestrainer Toni Söderholm sucht noch sein Team für die WM in Lettland. © Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / Thomas Hahn

Deutschlands Start in den Schlussabschnitt fiel äußerst unglücklich aus. Schon nach 11 Sekunden glich Jakub Galvas in Überzahl zum 3:3 für die Gäste aus (41.). Es war der Auftakt zum torreichen Schlussabschnitt, was auch daran lag, dass die Zahl der Strafzeiten zunahm, obwohl das Spiel nicht ruppiger wurde. Kein Wunder, dass auch die weiteren Treffer in Überzahl erzielt wurden. Zunächst für die Deutschen durch den Düsseldorfer Alexander Ehl, assistiert von Mebus. Dann zweimal für die Gäste. Erneut Galvas (50.) und dann Jan Scotka (54.) drehten die Partie wieder auf die Seite der Tschechen.

Nächster Gegner ist Belarus

Dabei blieb es dann auch. Für die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) war es im vierten Test die vierte Niederlage. Am Freitag, 7. Mai (17.00 Uhr/MagentaSport und Sport1), probt das Nationalteam zum dritten Mal in Franken, auch offiziell beginnt dann die dritte Phase der Vorbereitung. In der Nürnberger Arena ist Belarus zu Gast. Bis dahin wird sich das Gesicht des DEB-Aufgebots wieder verändert haben. Von Halbfinalist Mannheim sind ein paar Profis zu erwarten. Und vielleicht auch von den beiden Finalisten Berlin und Wolfsburg, falls sie bis dahin schon den Deutschen Meister gefunden haben sollten.

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