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Eisstadion-Sanierung: Höchstadter Vereine hoffen auf mehr Eiszeit

Freude bei ESC und HEC über die Millionen-Förderung vom Bund - 04.03.2021 06:02 Uhr

Das Höchstadter Eisstadion ist in die Jahre gekommen. Der Bund fördert die Erneuerung. Das freut nicht nur die Kommune, sondern auch Vereine wie den HEC.

03.03.2021 © Foto: Thomas Hahn


"Das ist eine Summe, mit der wir sehr gut arbeiten können", meint Bürgermeister Gerald Brehm (Junge Liste). Und er schiebt nach: "Das ist ein guter Tag für Höchstadt und ein starkes Signal für den Eissport in Nordbayern." Für eine erneute Absage hätte er keinerlei Verständnis aufbringen können. "Das wäre nicht nachvollziehbar." Höchstadt hatte sich schon 2019 um Mittel aus dem Fördertopf beworben – damals für einen Neubau.

Der hätte wohl rund 15 Millionen Euro gekostet. Angesichts der Folgen der Corona-Krise sah sich die Kommune nicht mehr in der Lage, ein solches Projekt zu stemmen.


Höchstadter Eisstadion: Bund schießt zwei Millionen zu


"Zusage ist quasi der Startschuss"

"Durch die Förderung jetzt wird im Nachhinein gewürdigt, dass wir in der ersten Runde zügig und überzeugt eingereicht haben." Die erste Absage hatte er als ungerecht empfunden. "Die Zusage ist jetzt quasi der Startschuss für die Sanierung", sagt Brehm.

Die Stadt und die Vereine stünden "Gewehr bei Fuß", um den Umbau anzugehen. Natürlich müsse man nun aber darauf achten, dass alle Förderrichtlinien eingehalten werden und das bedeute unter Umständen langwierige Ausschreibungsprozesse.

"Wir sind sehr dankbar"

"Unverzüglich" soll nun die Erneuerung der Kältetechnik in Angriff genommen werden, die parallel zum Spielbetrieb stattfinden kann. In der Pause nach der nächsten Saison kämen dann das Eis und das Dach an die Reihe. "Wir sind sehr dankbar", sagt Brehm, "dass sich der Bundestagsabgeordnete Stefan Müller so für unser Anliegen eingesetzt hat."

Der CSU-Politiker zeigte sich erfreut: "Höchstadt mit seiner engagierten Eissport-Community hat es absolut verdient, dass das Eisstadion auf einen zeitgemäßen Standard gebracht wird." Genutzt wird die Sportstätte am Kieferndorfer Weg vom ESC Höchstadt, von den Eiskunstläuferinnen, Eistänzerinnen und dem Mixed-Eishockeyteam.

"Hauptsache, der Eissport-Standort bleibt erhalten"

Bevor Corona kam, konnten sich die Abteilungen über einen großen Zulauf freuen, gerade im Nachwuchs. "Ich bin höchst erfreut", sagt die Vorsitzende des ESC, Nadja Müller. "Natürlich hätten wir uns einen Neubau gewünscht. Aber die Hauptsache ist, dass der Eissport-Standort Höchstadt erhalten bleibt. Und bei einer gut gemachten Sanierung kann das genauso funktionieren."

Ihre Hoffnung ist, dass sich durch die Erneuerung der 1977/78 gebauten Eishalle auch die Betriebszeiten verlängern. "Ich hoffe, dass das Stadion künftig etwas länger offen hat als die fünf, sechs Monate wie bisher", sagt Müller.

Die Hoffnungen von Michael Herzog, Sportvorstand des Eishockey-Oberligisten Höchstadter EC, liegen ganz ähnlich: "Für den Verein ist das ein wichtiger Schritt. Auf Dauer wäre es nicht möglich gewesen, in der Oberliga mit den aktuellen Voraussetzungen erfolgreich zu spielen. Dafür sind die 180 Tage Betriebszeit für eine semi-professionelle Spielklasse zu wenig."

Nun müssten Stadt, ESC und HEC an einem Strang ziehen, in welche Richtung es bei der Modernisierung gehen wird. Herzog hofft auf "mindestens acht Monate Eisbetrieb, wenn nicht noch länger. Das wäre schon ein Riesenfortschritt". Und er drängt auf eine rasche Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen. "Wenn man nach dem Saisonende unverzüglich anfängt und es rechtzeitig zur neuen Saison fertig wird, wäre das natürlich perfekt", sagt er.

Braucht es eine zweite Eisfläche?

Um das Stadion herum, so Herzog, sei zudem noch ausreichend Platz. "Mehr Eiszeit, auch auf den Nachwuchs bezogen, wird es am Ende nur mit einer zweiten Eisfläche geben. Die Kapazitäten der jetzigen sind schon ausgereizt", betont er.

Für eine zweite Trainingsfläche sei keine neue Eishalle nötig. Denkbar sei etwa auch eine halbe Außen-Eisfläche. Doch noch gibt es dazu keine konkreten Planungen. Mit der zugesagten Förderung im Rücken lassen sie sich nun aber vielleicht leichter angehen.

ALEXANDER PFAEHLER UND CLAUDIA FREILINGER

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