Frauenfußball

Ende einer Ära: Das ist Dieter Bergers Nachfolger beim FV Kleeblatt 99

14.9.2021, 06:00 Uhr
Der neue Trainer des  FV Kleeblatt 99: Ludwig Waschkau.

Der neue Trainer des  FV Kleeblatt 99: Ludwig Waschkau. © Andreas Goldmann, NN

Der Neue heißt Ludwig Waschkau und hat - trotz seiner erst 27 Jahre - bereits Erfahrungen als Trainer einer Frauenmannschaft. Nachdem er wegen einer Verletzung seine eigene Fußballkarriere beendet hatte, hatte er das Team des SV Coburg-Ketschendorf übernommen. "Meine Freundin Clara, die da in der Mannschaft gespielt hat, ist aus Fürth", erklärt Waschkau, wie es nach dem Studium zum Umzug in die Kleeblatt-Stadt gekommen ist. "Im Schwimmbad hat sie dann eine alte Freundin getroffen, die ihr erzählt hat, dass der FV Kleeblatt einen neuen Trainer sucht, und sie meinte, dass ihr Freund eine neue Mannschaft suchen würde."

So kam es spontan zum Kontakt. Waschkau sah sich das Training an, und was er in Atzenhof erlebt hatte, fand Gefallen: "Die Mannschaft war sehr motiviert, es waren viele im Training, und die hatten alle Spaß am Fußball, da habe ich gesagt ich probiere es."

Hat 20 Jahre die Fußballerinnen trainiert: Dieter Berger.
 

Hat 20 Jahre die Fußballerinnen trainiert: Dieter Berger.   © Andreas Goldmann, NN

Dieter Berger hatte den Neuen dann noch ein wenig begleitet, ihn in seinen letzten Trainingseinheiten eingebunden und den Posten schließlich übergeben: "Das war praktisch ein fließender Übergang, wir haben viel gesprochen, er hat mir alles gezeigt und mir alles an Ausrüstung übergeben." Nicht nur deshalb lobt er seinen Vorgänger: "Großer Respekt, dass Dieter das 20 Jahre mit den Mädels gemacht hat und sie quasi fußballerisch erzogen hat."

"Erleichtert, dass es jemand weiter macht"

Von der Mannschaft sieht sich "der Neue" gut aufgenommen: "Man hat gemerkt, die sind erleichtert, dass es jemand weiter macht", sagt Waschkau und weiß: "Die haben sich schon Sorgen gemacht, ob und wie es weitergeht, wenn Dieter aufhört."

Jetzt aber geht es weiter, trotzdem möchte Ludwig Waschkau ein paar Dinge ändern. Als ehemaliger Innenverteidiger legt er sehr viel Wert auf die Defensivarbeit: "Ich will eher so die Richtung Park-the-Bus", also aus einer geordneten Defensive die offensiven Akzente einleiten. Da passt es auch, dass der gebürtige Münchner die Stärken seiner Mannschaft eher in der Abwehr sieht. In der Offensive wünscht er sich noch Verstärkungen, um in der Kreisliga eine gute Rolle spielen zu können. Und obwohl er bisher erst wenige Gegner beobachten konnte, glaubt sich Waschkau mit seiner Mannschaft zumindest auf Augenhöhe.

"Manche haben viel Ehrgeiz und lassen sich schnell demotivieren"

"Wir haben von Anfängerniveau bis hin zu Bayernligaerfahrung alles dabei. Es kommt darauf an, dass sich das einspielt, dass es als Team funktioniert", sagt Waschkau über die seiner Ansicht nach größte Herausforderung. "Manche haben viel Ehrgeiz und lassen sich schnell demotivieren, wenn die Leistung der anderen nicht auf dem gleichen Level ist. Daher sehe ich in Sachen Teamspirit noch Bedarf etwas zu machen." Und die Motivation auf dem Platz, so Waschkau, sei in einer ausgeglichenen Liga der entscheidende Unterschied.

Bislang funktioniert das Team ganz gut, auch wenn es in den ersten drei Partien nur gegen den Mitaufsteiger SG Laubendorf/Burggrafenhof zu einem Unentschieden und dem damit bislang einzige Punkt gereicht hat. Besonders tragisch sieht er das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, denn am wichtigsten ist ihm ohnehin der Spaß: "Ich will, dass das die Mannschaft begreift. Wenn du Spaß am Fußball hast, dann gewinnst du in jedem Spiel, egal, was da auf der Anzeigetafel steht."

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