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Ende gut, alles gut? Palikuca erwarten beim FCN schwierige Tage

Sportredakteur Wolfgang Laaß mit seinen Gedanken zum Klassenerhalt - 12.07.2020 14:38 Uhr

Alles gut beim Club nach der Last-Minute-Rettung? NN-Sportredakteur Wolfgang Laaß kommentiert...

© Daniel Marr, Sportfoto Zink


"Ende gut, alles gut" – heißt es gerne, wenn im Leben mal etwas schiefläuft, aber wenigstens das Ergebnis einigermaßen versöhnen kann. In Bezug auf den 1. FC Nürnberg heißt das Mitte Juli 2020: Nicht aus der 2. Liga abgestiegen zu sein. Allerdings erst nach zwei Relegationsspielen gegen den FC Ingolstadt.

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Jubel, Trubel, Rudelbildung! In der sechsten Minute der Nachspielzeit spitzelt der eingewechselte Fabian Schleusener den Ball ins FCI-Tor und rettet den Club dadurch vor dem Absturz in die Drittklassigkeit. Noch nie wurde eine Niederlage so schön bejubelt - und hier sind die Bilder dazu!



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Ende gut, alles gut? Nein. Dafür ist der Club in den vergangenen zwölf Monaten einfach viel zu weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nach dem Bundesliga-Abstieg wollten sie mit dem neuen Trainer Damir Canadi und vielen neuen Spielern eigentlich im oberen Tabellendrittel mitmischen. Selbst die sportlich desaströse Runde im Oberhaus mit nur drei Siegen und insgesamt 19 Punkten konnte so etwas wie Aufbruchstimmung nicht verhindern, obwohl es bereits in der Sommer-Vorbereitung ein paar Mal fürchterlich gerumpelt hatte.

Vorzeichen, für eine komplizierte Saison

Die Rettung

Spätestens mit dem 0:4 am zweiten Spieltag gegen den HSV deutete sich an, dass die Saison 2019/2020 eine ausgesprochen komplizierte werden könnte. Die Mannschaft, egal in welcher Aufstellung und egal in welchem System, funktionierte einfach nicht über einen längeren Zeitraum; auch nicht äußerst kostspielige Profis wie Nikola Dovedan oder Iuri Medeiros, zusammen knapp fünf Millionen Euro teuer, und einigermaßen namhafte Profis wie Johannes Geis oder Hanno Behrens leisteten sich monatelange Formtiefs. Und schon glich das Aufgebot häufig nur noch eine Ansammlung von Individualsportlern, die sich eher zufällig zum Fußball getroffen hatten.

FCN-Torverhältnis gegen die Top-Teams: 8:27

Nein. Wie schlecht der Club tatsächlich war, deckten insbesondere die vier Top-Vertretungen auf, zu denen sich die Nürnberger so gerne gezählt hätten. Gegen Bielefeld, Stuttgart, den HSV und Heidenheim gelang in acht Partien nicht ein Sieg, bei einem Torverhältnis von 8:27. Anspruch und Wirklichkeit klafften in der über 120-jährigen Geschichte dieses großen Traditionsvereins zwar schon häufiger und sogar in unschöner Regelmäßigkeit auseinander, aber wohl noch nie so weit wie in der vergangenen Zweitliga-Runde.

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Die Club-Noten: Schwache Defensive, schwache Offensive, glückliche Rettung

Mit angezogener Handbremse ging der Club in das Relegationsrückspiel und ruhte sich auf dem Sieg vom Dienstag etwas aus. Nach ihrem kuriosen Führungstreffer drehten die Schanzer dann auf und legten gleich zwei Tore nach. Der FCN war eigentlich schon abgestiegen, bis Fabian Schleusener in der allerletzten Sekunde den Ball irgendwie ins Tor bugsierte. Die enttäuschenden Leistungen der Akteure milderte der Treffer jedoch nicht.



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Weil für Personalentscheidungen qua Stellenbeschreibung insbesondere der Sportvorstand zuständig ist, wird nicht erst seit gestern und vorgestern über Robert Palikuca diskutiert. Seit Ende April 2019 ist der frühere Düsseldorfer mittlerweile im Amt und hat es bislang nicht geschafft, mit seiner Transfer- und Trainerpolitik für Ruhe zu sorgen. Ob er zusammen mit seinem Kaderplaner Florian Meier auch die nächste Zweitliga-Spielzeit verantworten darf, werden wahrscheinlich schon die nächsten Tage zeigen.

Aber vielleicht doch Ende gut, alles gut beim 1. FC Nürnberg? Nein. Definitiv nicht.

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