Zuschauer als Problem

Enttäuschung nach der Absage des Fränkische-Schweiz-Marathons

1.7.2021, 17:30 Uhr
Sambatänzerinnnen und Zuschauer dicht beieinander – davon lebt auch der Fränkische-Schweiz-Marathon. In Corona-Zeiten ist das jedoch ein Problem, das letztlich zur Absage führte.

Sambatänzerinnnen und Zuschauer dicht beieinander – davon lebt auch der Fränkische-Schweiz-Marathon. In Corona-Zeiten ist das jedoch ein Problem, das letztlich zur Absage führte.

Frau Rossa-Schuster, die Inzidenzzahlen sinken deutlich, dennoch jetzt die Absage. Was gab den Ausschlag?
Marion Rossa-Schuster: Auf der Grundlage der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ist die Veranstaltung derzeit nicht genehmigungsfähig. Aktuell sind bei Sportveranstaltungen 1500 Zuschauer auf zugewiesenen Sitzplätzen, davon maximal 200 auf Stehplätzen erlaubt. Selbst wenn der komplette Start- und Zielbereich in Ebermannstadt für Zuschauer gesperrt wird, bleibt das Problem entlang der restlichen Strecke. Und es macht keinen guten Eindruck, wenn das Landratsamt für sich selbst eine Ausnahmegenehmigung beantragt, anderen Veranstaltern aber Absagen erteilt. Hier haben wir unseres Erachtens eine Vorbildfunktion.

Der Challenge-Triathlon in Roth am gleichen Wochenende soll nach wie vor stattfinden. Die haben doch viel mehr Zuschauer?
Marion Rossa-Schuster: Ja, das ist uns bekannt. Wir standen auch im Austausch mit dem Challenge-Team und dem Landratsamt Roth. Dort wird die Polizei auf Motorrädern entlang der Strecke unterwegs sein und Zuschaueransammlungen verhindern. Das ist auf unserer Strecke nicht möglich, da wir eine Pendel-Laufstrecke haben, auf der keine Motorräder eingesetzt werden können. Leider ist es auch nicht möglich, alle 50 bis 100 Meter Security oder Freiwillige einzusetzen, um sicherzustellen, dass sich keine Zuschauer ansammeln. Dazu wären wir als Veranstalter aus rechtlichen Gründen aber verpflichtet.

Mit der Ankündigung, den Marathon durchführen zu wollen, wollten Sie im Februar ein „positives Zeichen“ setzen. Wie ist jetzt Ihre Gefühlslage?
Marion Rossa-Schuster: Ich bin schon enttäuscht, da ich ein Alternativkonzept für die reine Sportveranstaltung vorgelegt hatte – also ohne autofreien Sonntag und die damit verbundenen Straßenfeste, habe aber natürlich Verständnis für die aktuellen Corona-Vorgaben. Gesundheitsschutz geht nun mal vor.

Wie geht es weiter?
Marion Rossa-Schuster: Wir werden jetzt sicher nicht den Kopf in den Sand stecken. Die Planungen für 2022 laufen noch nicht, aber die Gespräche mit Beteiligten und Sponsoren gehen kontinuierlich weiter. Und wir alle hoffen auf „normalere“ Zeiten.

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