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Erlanger Handball-Nachwuchs blüht in der Bundesliga auf

U19 liegt zur Saisonunterbrechung auf Tabellenplatz 2 - 23.11.2020 07:25 Uhr

 „Es waren nicht alles Glanzleistungen.“ An der Seitenlinie sieht Johannes Heufelder trotz Platz zwei noch Luft nach oben.

22.11.2020 © Harald Sippel


Eher beiläufig lässt Johannes Heufelder diesen einen Satz fallen, als er eine Zwischenbilanz der bislang kurzen und bereits in der Planung nervenaufreibenden Saison in der Handball-Bundesliga der A-Jugend zieht. "Dafür, dass nicht alles gut war, sind die Ergebnisse einfach sehr, sehr gut", sagt der Trainer der U 19 des HC Erlangen. In der Gruppe Süd belegt sein Team durchaus ein wenig überraschend den zweiten Tabellenplatz.

Vier der bis zum neuerlichen (Teil-)Lockdown ausgetragenen fünf Partien hat seine Mannschaft gewonnen, nur zum Auftakt beim Tabellenführer SG Pforzheim/Eutingen setzte es mit 26:28 eine Niederlage. "Es waren nicht alles Glanzleistungen von uns, sondern da hat noch vieles nicht gepasst", ordnet Heufelder die bislang absolvierten Spiele ein. Der Coach hat aber auch eine Erklärung für diese Erkenntnis: "Uns hat die Vorbereitung nicht so richtig geholfen, weil wir lange nicht spielen durften. Gerade im ersten Spiel gegen Pforzheim war noch viel Sand im Getriebe."

Vogelwildes Treiben

In einem ähnelte der Rundenauftakt aber dem folgenden Saisonverlauf: Spannend waren die Spiele der HCE-Junioren immer, mehr als zwei Tore Differenz waren es fast nie, die die Begegnung entschieden. Mit einer Ausnahme: Gegen den Tabellenvierten JSG Balingen/Weilstetten lagen die Erlanger mit drei Treffern vorn. 41:38 stand es, als die Schlusssirene dem "vogelwilden" Handball-Treiben in der Hiersemann-Halle ein Ende bereitete. "Offensiv war das unser bestes Spiel", gerät Heufelder heute noch ins Schwärmen. Ohne die Augen davor zu verschließen, dass "wir uns hinten in der eigenen Deckung schon schwer getan haben, da Zugriff zu kriegen". Was für ihn als Trainer Ansatzpunkte offenbarte, an denen er mit seinem Team feilen kann.

26:24 daheim gegen Oftersheim/Schwetzingen, 27:25 in Allach beim einzigen bayerischen Konkurrenten und 28:27 gegen den TV Bittenfeld – an den knappen Spielausgängen kann Heufelder aber auch festmachen, warum sein Team aktuell so erfolgreich da steht.


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"Am Ende war es eine Willensleistung in diesen Spielen – wir haben viele enge Partien gewonnen, und das ist eine Qualität, die wir uns unbedingt erhalten sollten, weil das in den Top-Spielen den Unterschied ausmachen kann", benennt der 28-Jährige das Erfolgsgeheimnis. Die bisherigen Auftritte sind umso beachtlicher, weil der "Königstransfer" (O-Ton Heufelder) verletzungsbedingt bislang komplett fehlte: Luis Neumann, der im Sommer vom HSC Coburg in die Hugenottenstadt gekommen war.

Und: "Wir sind zu 90 Prozent der Spielzeit mit jüngerem Jahrgang auf der Platte gestanden." Nur eine Handvoll Spieler des älteren Jahrgangs 2002 stehen im Erlanger Kader, leisten dort ihren Beitrag zum gemeinsamen Erfolg. Doch die Hauptlast hätten bislang vor allem die jüngeren Spieler in überzeugender Weise gestemmt.

Reichlich Luft nach oben

Bei aller Freude über das bislang erreichte sieht der einstige Athletik-Coach der SpVgg Greuther Fürth aber noch reichlich Luft nach oben. Dabei setzt er auf den Lerneifer seiner Spieler, aber auch personelle Aspekte. Wie eben Neumann sowie das Riesentalent Finn Speck, den sich der HCE per Doppelspielrecht mit der DJK Rimpar teilt. Und vor allem ist Heufelder froh über die Rückkehr von Nick Weber. "Durch ihn kriegen wir in unserer Abwehr noch einmal eine andere Qualität, auch über unser zweites Deckungssystem. Das konnten wir ohne ihn nicht stellen."

Da der A-Jugend-Bundesliga der Profi-Status zuerkannt wurde, können Heufelder und sein Team auch jetzt noch trainieren. Motivationsprobleme seiner Jungs sieht der Coach nicht, auch wenn der Spielbetrieb vom Deutschen Handball-Bund für dieses Jahr eingestellt wurde. "Wir haben uns eigene Ziele gesteckt, vor allem im körperlichen Bereich, und für die dann hoffentlich stattfindende Rückrunde vom Spielkonzept her noch mal neue Schwerpunkte gesetzt."

Die Freude, Handball spielen und trainieren zu dürfen, überwiege die Trauer, dass es keine Punktspiele gibt. Nun gilt es abzuwarten, was das Jahr 2021 bereithält.

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