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Erlanger Leistungsschwimmer trainieren im Freien

Die Bäder sind wegen Corona geschlossen, die Sportler halten sich anders fit - 22.05.2020 16:48 Uhr

Mit Neoprenanzug klappt das Training auch im Freiwasser: Autor Kilian Graef (rechts) mit Annalena Wagner und Nikita Rodenko am Baiersdorfer Weiher. © Foto: Kilian Graef


Nikita Rodenko steht auf dem Startblock und wartet auf das Signal. Mit einem kraftvollen Startsprung beginnt das 19-jährige Schwimmtalent sein 50 Meter Freistil-Rennen. Er gewinnt, natürlich. Das war vor etwa zwei Monaten beim Heimwettkampf des Turnerbunds, dem International Swim Meeting in Erlangen. Der Sieg ist das Ergebnis von wochenlangem Training.

Kurz darauf hatte das Röthelheimbad, die Trainingsstätte der Erlanger Schwimmer, als eines der ersten Bäder in Mittelfranken wegen Corona geschlossen. Wenige Tage danach zogen die Bäder im Umkreis nach. Normalerweise besteht eine Trainingswoche aus bis zu 20 Stunden Wassertraining und sieben Stunden Training an Land, also Krafttraining, Laufen oder Spinning. In der Coronakrise aber muss man teilweise auf andere Methoden zurückgreifen.

Ungewöhnliche Zeiten, ungewöhnliche Methoden

,,Wir machen viel Krafttraining, aber ohne Geräte. Wir Laufen auch oft und fahren manchmal Rad. Die Trainingspläne sind im Moment darauf ausgelegt, dass wir fit bleiben", sagt Rodenko. "Seit es ein bisschen wärmer ist, gehen auch einige in Seen schwimmen. Es ist zwar noch ein bisschen kalt, trotzdem ist es schön, wieder zu schwimmen, und es ist auch eine gute Methode, sich fit zu halten." Ungewöhnliche Zeiten fordern ab und zu auch ungewohnte Trainingsmethoden. Manche Schwimmer trainieren zum Beispiel mit ihren Geschwistern, die beim Krafttraining auch mal als Zusatzgewicht herhalten mussten. Außerdem bot Trainer Domenik Erlwein Krafttraining in einer Videokonferenz an.

Trotzdem ist es etwas anderes, nicht mit der Mannschaft trainieren zu können, findet die 17- jährige Bundeskaderathletin Annalena Wagner: "Es ist natürlich ein großer Unterschied, gerade wenn man alleine im See schwimmt, weil man vor der Lockerung keine Trainingspartner hatte und keinen Trainer, der am Beckenrand steht, um einen zu motivieren. Aber man versucht, das Beste aus der Situation zu machen, auch wenn man das nicht wirklich mit dem Hallentraining vergleichen kann", meint Wagner. "Die Mannschaft und die tägliche Routine fehlen einem."

In Zukunft andere Prioritäten

Ob man aktuell erprobte Alternativen auch nach der Pandemie in das Training einbaut, dazu hat der Erlanger Landesstützpunktleiter Roland Böller eine klare Meinung: "Die Trainingspläne sind auf die Zeit außerhalb des Schwimmbades ausgerichtet. Zukünftig wird es wieder andere Prioritäten geben." Auch wenn die Sportler mit der Situation klarkommen, freuen sich die meisten auf die Zeit, wenn man bei besseren Bedingungen zusammen im Röthelheimbad auf die nächsten Erfolge hintrainieren kann.

KILIAN GRAEF

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