Donnerstag, 24.10.2019

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Euphorie vor Pauli? Beim FCN lacht man wieder

Die Standortbestimmung geht auch für den Kapitän am Sonntag weiter - 03.10.2019 05:49 Uhr

Während des Spiels in Hannover waren die Club-Mienen noch vereinzelt angespannt. Das löste sich jedoch nach und nach - und macht Mut für die Kraftprobe mit den Kiez-Kickern. © Sportfoto Zink / DaMa


Ka Depp, Folge 11: Der Gute-Laune-Club ist zurück

So viel wie am Mittwoch beim rund halbstündigen Sieben gegen Zwei ist lange nicht mehr gelacht geworden beim 1. FC Nürnberg. Das lag an diesem Nachmittag unter anderem daran, dass es kaum Anlässe gab im bisherigen Rundenverlauf, das 4:0 in Hannover war ja erst der dritte Sieg im achten Liga-Spiel.

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Trotzdem scheint am Montagabend irgendetwas passiert zu sein mit dieser Mannschaft, die so ein unerwartetes Erfolgserlebnis wie im Niedersachsenstadion wirklich dringend nötig hatte, um nicht früher oder später an sich selbst zu verzweifeln. Das galt insbesondere für den Kapitän, dessen Darbietung doch ein paar schöne Erinnerungen weckte.

"Kurze Ecke oder einfach aufs Tor" 

In der Aufstiegssaison 2017/18 hatte Hanno Behrens satte 14 Tore erzielt und auch in der höchsten Klasse nicht selten für helle Aufregung gesorgt im anderen Strafraum. Dass er jetzt über ein halbes Jahr warten musste auf seinen nächsten Treffer, nervte niemand so wie ihn. Eine lange Zeit für einen, der es gewohnt war, im Mittelpunkt zu stehen.

Also: Flanke Tim Handwerker von der linken Seite, Kopfballverlängerung Robin Hack. "Kurze Ecke oder einfach aufs Tor", darüber hat Behrens in der 26. Minute kurz nachgedacht und entschied sich für die zweite Option. "Sehr schön" sei es gewesen, "mal wieder zu treffen, große Erleichterung", sagte Behrens, dessen persönliche Schaffenskrise in letzter Zeit langsam zum Problem zu werden drohte.

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Einzigartig ist nur Einer: Die Einzelkritik zum 4:0-Club in Bildern

Zu sorglos darf der Club in den kommenden Spielen freilich nicht auftreten. Der Ex-Hannoveraner Oliver Sorg etwa bekommt von NZ-Redakteur Stefan Jablonka nach dem 4:0-Auswärtssieg des Altmeisters nur eine 4 ins Arbeitszeugnis gesetzt. Ansonsten sind die Noten echt gut, bis auf eine Ausnahme. Auch darüber müssen wir reden!


Sein erstes Saisontor und seine erste Saisontorvorlage schienen den Kapitän von einer immensen Last zu befreien. Auf einer Position, "die ich sehr gerne spiele", wie er sagt, als sogenannter Achter, der vor allem im mittleren Platzdrittel unterwegs ist und nicht nur defensiv denken muss. So durfte Behrens am Montagabend "vorn immer ein wenig auf Flanken lauern", dank seiner Körperlänge und Sprungkraft kann er in der Luft eine echte Bedrohung sein für jede Zweitliga-Abwehr.

"Das ist immer sehr extrem hier" 

Dass es jetzt endlich mal wieder geklappt hat, möchte Behrens freilich nicht zu hoch hängen, ebenso das 4:0. "Mit einem Sieg ist in Nürnberg auf einmal alles gut, nach einer Niederlage ist alles schlecht, das ist immer sehr extrem hier", ist ihm in über vier Jahren beim Club längst aufgefallen, zuletzt genügten sogar drei Unentschieden in Folge für hörbare Unzufriedenheit im Umfeld.

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Weil davor und danach aber jeweils ein Sieg stand, könnte daraus am Sonntag im Heimspiel gegen den FC St. Pauli (13.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) ein handfester Aufwärtstrend werden. Ja, "dann könnten wir von einer sehr guten Serie sprechen", sagt Behrens, "das ist jetzt eine große Chance".

Eine große Chance, um ins obere Tabellendrittel vorzustoßen. "Ich hoffe natürlich, dass es ein bisschen Euphorie weckt", sagt Behrens. Nur eben nicht gleich wieder zu viel. Wie in Nürnberg üblich. 

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Wolfgang Laaß

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