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Ex-Fürther Geis: "Clubfans empfangen mich absolut positiv"

Der Siegtorschütze vom Sonntag lobt auch Trainer Damir Canadi - 27.08.2019 05:48 Uhr

Die Erleichterung ist ihm anzusehen - Johannes Geis nach seinem Tor gegen den VfL Osnabrück. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / WoZi


Vor mehr als sechs Jahren hat Johannes Geis schon einmal im Max-Morlock-Stadion ein Tor erzielt. Auch am 21. April 2013 hatte Geis mit seinem linken Fuß abgezogen und den Ball im Netz versenkt. Auch damals sorgte das für Jubel – allerdings nur im Gästeblock. Im Trikot der SpVgg Greuther Fürth schoss er das Kleeblatt mit seinem Treffer in der 27. Minute zum Derbysieg. Am Sonntag, inzwischen im rot-schwarzen Dress des 1. FC Nürnberg unterwegs, sorgte der 26-Jährige nun für Glücksgefühle in der Nordkurve. Dort also, wo sich der harte Kern der Clubfans versammelt.

 

"Wunderschön", habe sich das angefühlt, "das war nach drei Jahren mein erstes Pflichtspieltor. Wenn man gesehen hat, wie die Fans ausgerastet sind und der Ballast von uns allen abgefallen ist, ist das umso schöner", gewährt der gebürtige Schweinfurter einen Einblick in seine Gefühlswelt. In der 80. Minute hatte er das erlösende 1:0 erzielt, nach dem Schlusspfiff gab es dafür warmen Applaus aus der Fankurve. Seine Fürther Vergangenheit nimmt ihm kaum einer mehr übel. "Ich habe es absolut positiv empfunden, wie die Fans mich empfangen haben", sagt Geis. Mit einem Siegtreffer im Rücken baut sich die Verbindung zum Anhang natürlich umso besser auf.

Trainer Canadi als Psychologe

Zwischen seiner Zeit in Fürth und dem Engagement beim 1. FCN erarbeitete sich Geis eine Vita, die für einen Zweitligaspieler überaus bemerkenswert ist. 121 Bundesliga Spiele für Fürth, Mainz und Schalke kann er vorweisen. Für den FC Sevilla an den ihn die Gelsenkirchener zur Saison 2017/18 ausliehen, lief er 14 mal in Spaniens Topliga auf. Außerdem blickt er auf 13 Einsätze in der Europa League und zwei Champions-League-Partien gegen Liverpool und Manchester United zurück. Über den 1. FC Köln landete Geis in Nürnberg.

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Die Mannschaft, sagt er, war sich der Bedeutung des Spiels gegen Osnabrück voll bewusst: "Wir als Fußballer wissen natürlich auch, um was es geht, wenn man als Bundesliga-Absteiger in Sandhausen verliert und dann Osnabrück kommt bei denen alles super läuft." In diesem Zusammenhang lobt der Mittelfeldspieler Trainer Damir Canadi. Mit vielen Gesprächen, einzeln und in der Gruppe, habe der es geschafft, das Team gut auf das Spiel vorzubereiten. Der Coach lobte indes schon direkt nach der Partie sein Team, das "eine gute Reaktion" auf die Niederlage in Sandhausen gezeigt habe. "Da waren schon ein paar Kombinationen dabei, die uns richtig zufriedengestellt haben", konstatierte der Österreicher.

"Meine Freundin sagt, ich soll öfter schießen"

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 Auch zur Diskussion um Hanno Behrens bezog Canadi Stellung: "Er ist viel kritisiert worden, das ist vielleicht eine neue Situation für ihn in Nürnberg. Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, wie wir ihm weiterhelfen können." Nach seiner Einwechslung habe der Kapitän dann einige gute Akzente gesetzt. Schon zur Halbzeit eingewechselt wurde Fabian Nürnberger. Er kam im linken Mittelfeld für Tim Handwerker ins Spiel bei dem Canadi "die Mentalität nicht so gefallen" hatte. Der 20-jährige Zweitliga-Neuling Nürnberger war bemüht, doch die Nervosität sei ihm sichtlich in den Beinen gesteckt, erklärte Canadi.

Nach dem Auslaufen am Montag saß der Cheftrainer längere Zeit mit Handwerker und Nürnberger am Mittelkreis des Trainingsplatzes und sprach in aller Ruhe mit ihnen. Vielleicht ein wenig mentale Unterstützung für die beiden jungen Talente. Um die Gefühlswelt von Johannes Geis muss man sich dagegen derzeit keine Sorgen machen.

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Nach dem Erfolgserlebnis verspricht er, öfter mal den Torabschluss zu suchen: "Meine Freundin und meine Kumpels sagen immer, ich habe einen guten Schuss und soll mehr schießen." Das sehe auch der Trainer so, versichert er auf Nachfrage. Genau wie die Mannschaft, die durch die vielen Neuzugänge noch in der Findungsphase sei, brauche auch er noch etwas Zeit bis er sein volles Leistungsvermögen abrufen könne. Dann aber könnte Geis sein Lieblingsstadion bald schon wieder zum Beben bringen.  

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