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Fachmann beim FCN: Der Keller-Co kennt Bochum gut

Thomas Stickroth weiß über das Innenleben von Profis bestens Bescheid - 29.05.2020 05:44 Uhr

Kein Problem im Abstiegskampf? Thomas Stickroth geht die Sache, auch wenn es hier nicht so aussieht, positiv an. © Sportfoto Zink / DaMa


In der vierten Minute der Nachspielzeit gingen am Dienstagabend auch mit Thomas Stickroth die Emotionen durch. Sein wilder Freudentanz mit Jens Keller und heruntergezogener Schutzmaske musste wohl einfach sein nach dem 2:2-Ausgleich in Regensburg.

Aufgestautes in Regensburg - und vor dem Date mit dem VfL 

Die Hygiene-Task Force der DFL dürfte nicht gerade begeistert gewesen sein ob der Szene, die so viel aussagt über den 1. FC Nürnberg im Mai. Es hat sich offenbar einiges angestaut nach mittlerweile vier Begegnungen ohne Sieg; selbst so ein kleines wie spätes Erfolgserlebnis tut da mal richtig gut, selbst in Form eines weiteren Eigentores.

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Eine gute Note holt sich kein Club-Spieler beim glücklichen Punktgewinn des 1. FC Nürnberg in Regensburg ab. Einige Dreier gibt's beim Wieder-einmal-kein-Dreier-Spiel des abstiegsbedrohten Altmeisters immerhin. Und dennoch arbeiten die Einzelkritiken der NZ heraus, dass man sich um den FCN auf vielen Positionen Sorgen machen muss.


Hätten sich der Regensburger Knipping und der Auer Gonther nicht erfolgreich als Nürnberger versucht, stünde der Club mittlerweile auf dem Relegationsplatz. So sind vor dem Heimspiel am Samstag gegen den VfL Bochum (13 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de) wenigstens noch zwei Punkte Vorsprung übrig, mindestens einen davon gilt es jetzt bis Ende Juni zu verteidigen.

Dass die Mannschaft enorm unter Druck steht, ist, auch kein Geheimnis, nicht besonders leistungsfördernd; Ex-Berufsfußballer Stickroth weiß das aus fast 400 Erst- und Zweitliga-Einsätzen, die meisten für den morgigen Gegner. "Wenn ich auf Bochum angesprochen werde, bringt das gewisse Assoziationen mit sich", sagt Jens Kellers Assistent, "ich habe sieben Jahre da gespielt, natürlich gibt es noch eine Verbindung".

Die, so professionell ist der 55-Jährige, am Samstag aber nicht der Rede wert ist. Wenn der 1. FC Nürnberg versuchen wird, zum erst vierten Mal in dieser seltsamen Saison im eigenen Stadion zu gewinnen. Elf Mal hat der Club nicht gewonnen, außer vielleicht an Erfahrung. Wie vor einer Woche gegen Aue, als es vor allem mal wieder an der Chancenverwertung lag. In Regensburg wichen die Gäste trotz früher Führung ängstlich zurück und konnten sich hinterher bei Herrn Knipping bedanken, dass es wenigstens noch ein Unentschieden wurde.

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Dass irgendetwas nicht stimmt, ist auch Stickroth aufgefallen, der sich mit sowas sehr gut auskennt. Mentaltrainer möchte er nicht genannt werden, obwohl er sich auf seiner Homepage selbst so nennt. "Ich beschäftige mich viel mit der Psyche von Menschen und ihrem Seelenleben", sagt Stickroth, mit den Schwerpunkten Stressresistenz und Persönlichkeitsentwicklung, solchen Sachen. Einige Jahre war er nach der Karriere sogar selbstständig im Bereich Coaching, hat mit Einzelsportlern gearbeitet und mit Führungskräften.

"Ein Problem ist dann ein Problem, wenn..."

Mit denen hat er es auch täglich in Nürnberg zu tun, nur eben vereint in einer Gruppe, der auf dem Platz in letzter Zeit etwas die Leichtigkeit und Souveränität abhanden gekommen ist. Von einem Problem möchte Stickroth trotzdem nicht sprechen. "Ein Problem ist dann ein Problem, wenn man es selbst so definiert", sagt er, "und das kann ich bei unserer Mannschaft nicht erkennen."

 

Stattdessen erkennt er Verhaltensmuster, mit denen sich die Nürnberger das Leben häufig selbst schwer machen. Untaugliche Lösungsversuche, viele falsche Entscheidungen. "Grundsätzlich gibt es immer zwei Tendenzen: Zuversicht auf Erfolg und Vermeidung von Misserfolg", sagt Stickroth, wobei die Kraft des Optimismus beim zum dritten Mal in vier Jahren abstiegsgefährdeten Club kaum noch zu spüren ist.

Hack ist beim FCN wohl dabei - Ishak auch

Also versuchen sie, so auf die Spieler und ihre Gedanken einzuwirken, "dass es auch positive Emotionen nach sich zieht", wie es Thomas Stickroth formuliert. Anlass dafür gab gestern unter anderem Robin Hack, der nach seiner Oberschenkelverhärtung am Freitag wohl wieder stürmen kann, ebenso Mikael Ishak (Prellung). Freudentänze hat man deshalb aber am Donnerstag nicht gesehen. 

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