Falcons verabschieden ihren "Mega-Point-Guard"

3.4.2021, 06:00 Uhr

"Für ihn wird es Zeit, dass er aus der Pro A rauskommt", sagt Trainer Ralph Junge über Marcell Pongó, hier beim Aufstieg 2019. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, NNZ

So einen Spielmacher hatte er in Nürnberg noch nicht gesehen. Und Sebastian Schröder hat schon sehr viele Spielmacher gesehen in all den Jahren, in denen er den besten Basketballern der Stadt eine verlässliche Säule ist. Im Sommer 2018 während der Vorbereitung auf die neue Saison geriet Schröder regelrecht ins Schwärmen.

Einen "Mega-Point-Guard" habe Trainer Ralph Junge da verpflichtet, fand der Kapitän, einen Regisseur, der blitzschnell zum Korb ziehen kann und dabei trotzdem nicht den Überblick verliert. Messerscharfe Pässe könne dieser Neuzugang spielen, so scharf, dass selbst er am Anfang oft überrascht war, wenn der Ball aus dem Gewühl in der Zone plötzlich doch noch den Weg zu ihm fand.

Verhinderter Aufstiegsheld

Marcell Pongó hieß der Neue, der dann tatsächlich regelmäßig blitzschnell zum Korb zog und nach etwas Eingewöhnungszeit auch immer seltener den Überblick verlor. Am Ende der Saison waren die Nürnberg Falcons sportlich in die Bundesliga aufgestiegen.

Weil die BBL dem Klub den Aufstieg verweigerte, rechnete niemand damit, dass dieses große Talent am Ende des nächsten Sommers nach Nürnberg zurückkehren würde. Doch Pongó kam zurück, vielleicht auch, weil viele Vereine immer noch lieber auf US-Amerikaner setzen anstatt auf einen ungarischen Nationalspieler. Weil der verhinderte Aufstiegsheld in seiner zweiten Saison lange verletzt ausfiel, trug Pongó auch in den vergangenen Monaten das Trikot der Falcons. Beim Auswärtsspiel in Trier am Samstag (19.30 Uhr, Sportdeutschland.tv) wird er trotzdem nicht mehr dabei sein.

Auch Kegler reist vorzeitig ab

Während Power Forward Mario Kegler aus familiären Gründen die letzten Partien der Zweitligasaison verpassen wird und einen Tag, nachdem die Falcons beim 83:68-Sieg in Ehingen am Mittwoch die Rote Laterne an die Gastgeber übergaben, zurück in die USA reiste, verlagert Pongó seinen Arbeitsplatz gut 80 Kilometer weiter südwestlich nach Crailsheim.

"Wir wollten ihm die Chance geben, sich für die Bundesliga zu präsentieren", sagt Ralph Junge dazu, warum er den Mega-Point-Guard, der kürzlich gegen Heidelberg mal wieder so eben 14 Korbvorlagen gab, vorzeitig hat ziehen lassen. Zwar wird Pongó in dieser BBL-Saison nicht mehr auflaufen, weil die Crailsheim Merlins bereits alle Spielerlizenzen vergeben haben, im Training will der 24-Jährige aber zeigen, dass er nun endlich bereit ist für ein Engagement in der ersten Liga.

Ein Schritt, den ihm sein Trainer schon länger zutraut. "Für ihn wird es Zeit, dass er aus der Pro A rauskommt", findet Junge. Mit einer weiteren Rückkehr rechnet er diesmal nicht mehr, auch wenn Pongó theoretisch in den verbleibenden drei Partien weiter spielberechtigt bleibt für Nürnberg.

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