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Fans, Pyro und Polizei: So lief die nächtliche FCN-Rückkehr

Bilder von der Ankunft des Nicht-Absteigers in Nürnberg - 12.07.2020 15:50 Uhr

Empfang mit Pyrotechnik: Die Ankunft des FCN-Mannschaftsbus am Valznerweiher.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr


Der Valznerweiher schimmert rot, mal wieder. Vor rund zwei Jahren feierten hier Hunderte den Club als Aufsteiger in die Fußball-Bundesliga. Ein kurzes Intermezzo im Oberhaus, mittlerweile ist der 1. FC Nürnberg wieder zweitklassig, am Samstag war er für einige Minuten sogar ein Drittligist. Zumindest bis zur 96. Spielminute des Relegationsrückspiel und bis zu dem Zeitpunkt, in dem Fabian Schleusener seinen Verein aus dem Schlamassel stocherte. Der Club, das spürt man an diesem lauen Sommerabend am Valznerweiher, dem Ort wo das Herz des Vereins schlägt, ist knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt.

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In letzter Sekunde sichert der 1. FC Nürnberg sich in der Relegation gegen den FC Ingolstadt den Klassenerhalt und kann damit die drohende Katastrophe gerade noch abwenden. Zurück in der Noris wird die Mannschaft von Fans empfangen, die sich allerdings in der Bewertung der Lage recht uneinig sind, also nicht alle durch die Last-Minute-Rettung milde gestimmt. Es brennt, das Team bleibt im Bus und die Polizei ist vor Ort.


Der Anlass vor zwei Jahren war ein anderer, die Bilder gleichen sich aber, auch wenn sich am Samstag deutlich weniger Fans am Trainingsgelände versammelten. Gegen 22.50 Uhr kam die Mannschaft des 1.FC Nürnberg nach der Rettung in letzter Sekunde am heimischen Valznerweiher an. Dort warteten offenbar zwei verschieden gestimmte Fangruppen auf das Team der Interimstrainer Michael Wiesinger und Marek Mintal. Die einen feierten ihren Club und empfingen die Spieler mit fröhlichem Gesang – der Evergreen "Deutscher Meister wird nur der FCN" ertönte. Die anderen wollten offenkundig ihren Unmut über eine trotz des gerade noch geschafften Klassenverbleibs reichlich verkorkste Saison loswerden.

Pyrotechnik am Valznerweiher: FCN zurück in der Heimat

Jedenfalls wurde Pyrotechnik gezündet und es knallte mehrfach rund um das Vereinsgelände, zudem zündeten die Fans Bengalos. Die Spieler stiegen nicht aus, sondern der Bus verließ das Vereinsgelände wieder und fuhr weiter Richtung Stadion. Der Behauptung, dass der FCN vor seinen eigenen Fans geflüchtet sei, widersprach Club-Pressesprecher Christian Bönig auf NZ-Anfrage: "Es war von Anfang an geplant, zum Stadion zu fahren, weil dort die Mitarbeiter des Vereins das Spiel zusammen geschaut haben." Man habe nur einen kurzen Zwischenstopp am Valznerweiher machen wollen, dann aber von der Polizei den Hinweis bekommen, dort lieber nicht auszusteigen. "Die Polizei sprach von einer unübersichtlichen Situation", sagte Bönig.

Laut Polizei ist es zwischen den rund 80 Fans trotz der unterschiedlichen Motivationen, am Valznerweiher auf die Mannschaft zu warten, zu keinen nennenswerten Rangeleien oder gar Schlägereien gekommen. Die Polizei habe mit großer Präsenz die Lage jederzeit im Griff gehabt, so ein Sprecher. Gegen 1.15 Uhr waren auch die letzten Anhänger von dannen gezogen.

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Die Vorzeichen sind andere als 2018, als der Club als frischgebackener Aufsteiger in die Sommerferien ging. Womöglich war der Nicht-Abstieg für die Existenz des Vereins aber sogar noch wichtiger, ein Abstieg in die Dritte Liga hätte nicht absehbare Folgen gehabt, sportlich wie finanziell. Dementsprechend erleichtert wirkt die Mannschaft. "So einen Moment muss man genießen", sagte Kapitän Hanno Behrens nach Abpfiff, "da können wir jetzt diese Dreckssaison abhaken." Um den Club, das wünschen sich so ziemlich alle im Verein, soll es wieder ruhiger werden - spätestens nach dieser Nacht.

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Der Artikel wurde am 12.07.2020 um 15.50 Uhr aktualisiert.

M. P., end, tl

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