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FCN-Coach Klauß zur Super League: "Vollkatastrophe für den Fußball"

Der 36-Jährige bemängelt den sportlichen Sinn und die Solidarität - 19.04.2021 13:55 Uhr

Wenngleich der eloquente Fußballlehrer in seiner knapp dreiminütigen Wutrede keine klare Bezeichnung fand, so wurde die Haltung des Trainers, der in dieser Causa als Fan sprach, recht deutlich. "Ich finde, das ist eine total beknackte Idee", leitete der 36-Jährige seinen Rant ein, schließlich gebe es im Prinzip bereits eine Super League: "Diese Mannschaften spielen ab dem Achtel- oder Viertelfinale der Champions League jedes Jahr gegeneinander. Ob die drei-, viermal im Jahr gegeneinander spielen oder nur ein-, zweimal ist völlig egal. Es geht doch um den sportlichen Sinn", lederte Klauß los.


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Fernab von rein sportlichen Interessen berief sich der Coach auf einen Wert, der eigentlich zu den Kernaspekten der Sportlichkeit zählen sollte, den der Fußball aber insbesondere durch die Gründung einer Super League zunehmend zu verlieren droht: Solidarität. "Gerade jetzt in der aktuellen Phase, wo die kleinen Vereine Probleme haben, schauen die großen Vereine, dass sie noch mehr Geld generieren. Das ist ja Wahnsinn."

Während nämlich die europäischen Spitzenklubs dank ausufernder TV-Gelder, der Teilnahme an der Champions League und durch hohe Merchandising-Einnahmen kaum von den derzeit wegfallenden Ticketerlösen abhängig sind, gilt dies für die kleinen Vereine umso mehr. All diese Teams würden laut Klauß "noch mehr geschwächt", wenn sich die Elite-Klubs aus den nationalen Wettbewerben zugunsten der Super League entfernen. "Dann leidet die Attraktivität der Liga", begründet der FCN-Trainer und führt aus: "Das hat mit Solidarität, worüber aktuell immer gesprochen wird, gar nichts zu tun. Für mich ist das eine Vollkatastrophe für den Fußball."


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Und ein weiterer Schritt der Entfremdung, die auch für ein abnehmendes Interesse beim Nürnberger Cheftrainer sorgt: "Ich kann nicht von mir behaupten, dass ich jedes Champions-League-Spiel von der ersten bis zur letzten Minute dieses Jahr geguckt hab. In der Super League wird sich das noch weiter verschlimmern." Er wolle weder Liverpool gegen Madrid fünfmal im Jahr sehen, noch "zum neunhundertsten Mal" El Clasico gucken, konkretisierte der 36-Jährige, nachdem er zuvor sein Statement eigentlich schon beendet hatte und dann doch nochmal ausholte. "Sorry, aber sie haben mich nach meiner Meinung als Fan gefragt", sagte er zwischenzeitlich. Und diese Meinung wurde deutlich, wenngleich ihm die Worte fehlten, um zu sagen, wie er es denn nun findet.

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Zwölf europäische Topklubs haben sich zusammengeschlossen mit dem Plan, eine Super League zu gründen. Bei dem umstrittenen Projekt geht es um viel Geld - und angeblich auch um die Fans. Die internationale Presse schreibt von "Erdbeben", "Krieg im Sport" und jemandem, "der den Fußball so sehr hasst, dass er ihn beschneiden (...) will".



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