FCN erlebt gegen Bremen fußballerische Grausamkeiten

8.3.2014, 20:24 Uhr
Verpatztes Startelf-Debüt: Jose Campana leistete mit zwei haarsträubenden Fehlpässen die Bremer Tore ein.

Verpatztes Startelf-Debüt: Jose Campana leistete mit zwei haarsträubenden Fehlpässen die Bremer Tore ein. © Sportfoto Zink / DaMa

Am Ende eines wunderbaren Frühlingstages brannte das Flutlicht im Frankenstadion und der 1. FC Nürnberg hatte den SV Werder Bremen zu Gast – es gibt ungünstigere Voraussetzungen für einen schönen Fußballabend. Gegen Werder, so in etwa hatte das Nürnbergs Mittelfeldspieler Mike Frantz vor der Partie gesagt, ist ja eigentlich immer was los. Diesmal war das nicht anders, nur war nicht allzu viel los – und vor allem war es nicht schön für den 1. FC Nürnberg, der sich Werder mit 0:2 (0:1) geschlagen geben musste.

Entgegen aller Erwartungen ging es zunächst fast ein wenig gemächlich zu vor 40.608 Zuschauern. Club-Trainer Gertjan Verbeek hatte nach der 0:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund vor Wochenfrist Tomas Pekhart auf die Bank gesetzt. Anstelle des Tschechen durfte sich Josip Drmic – unter der Woche Doppeltorschütze im Länderspiel für die Schweiz gegen Kroatien – im Angriffszentrum versuchen, Robert Mak erhielt wieder einmal eine Chance auf der rechten Außenbahn.

Auffällig wurde der Slowake dort zunächst nicht, aber auffällig wurde sowieso niemand im Frankenstadion in der ersten Viertelstunde. Werder kontrollierte die Partie und setzte nach 22 Minuten einen ersten Akzent: Nach einem Nürnberger Ballverlust im Mittelfeld traf di Santo aus 20 Metern die Latte. Auf der anderen Seite versuchte sich im Gegenzug Jose Campana, der gesperrten Markus Feulner vertrat, ebenfalls aus der Distanz, verfehlte aber das Tor. Nürnberg hatte mehr Ballbesitz, ließ aber die letzte Konsequenz vermissen. So auch in der 39. Minute als sich Mak in seiner besten Szene einmal gegen seine Widersacher durchsetzen konnte, zu einem platzierten Schuss dann aber keine Kraft mehr hatte.

Mit viel Wucht präsentierte sich Werder sechzig Sekunden später: Der Fernschuss von Aaron Hunt landete noch am Pfosten, der Nachschuss von di Santo dann aber im Tor. Werder führte und musste sich nach einem soliden Vortrag nicht dafür schämen.

In der Pause musste der Gastgeber dann wechseln. Den angeschlagenen Raphael Schäfer hinderte ein nach Worten der Vereins-Mediziner „fester Hüftbeuger“ am Weitermachen, an seiner Stelle durfte Patrick Rakovsky sein Saison-Debüt geben. Von seinem Platz im Tor aus sah Rakovsky, wie seine Kollegen nun etwas zielstrebiger den Weg zum Tor suchten.

Allerdings blieb es zunächst bei nur ansatzweise zwingenden Gelegenheiten: Hlousek schoss über das Tor (54.), Campana in die Hände des Bremer Torwarts Raphael Wolf (57.) und wieder Campana war es, der Wolf mit seinem Versuch aus 20 Metern vor etwas größere Probleme stellte. Etwas mehr als eine Stunde war vorbei, als Verbeek dann Pekhart anstelle von Mak brachte – auch um die Bremer Lufthoheit im Strafraum etwas auszugleichen. Pekhart aber hatte kaum Zeit gefunden, seine Kopfballkünste unter Beweis zu stellen, da stand es 0:2. Nach einem Fehlpass von Campana durfte Holger Bargfrede den Ball unbedrängt mit in Richtung Nürnberger Tor nehmen und aus 18 Metern die Vorentscheidung besorgen.

Werder hatte nun wieder alles unter Kontrolle und konnte sich ein wenig Sportlichkeit leisten: Als Hunt nach 75 Minuten im Strafraum zu Fall kam, zeigte Schiedsrichter Manuel Gräfe auf den Elfmeterpunkt, ließ sich dann aber von Hunt überzeugen, dass da gar kein Foul stattgefunden hatte. Danach trudelte die Partie aus, obwohl Verbeek für den unglücklichen Campana auch noch den Angreifer Antonio Colak eingewechselt hatte. Es war an diesem Abend einfach nichts los mit dem 1. FCN.

1. FC Nürnberg: Schäfer (46. Rakovsky) - Angha, Petrak, Pinola, Plattenhardt - Frantz - Mak (63. Pekhart), Campana (76. Colak), Kiyotake, Hlousek - Drmic

Werder Bremen: Wolf - Ignjovski (80. Fritz), Prödl, Lukimya, Caldirola - Bargfrede - Junuzovic, Obraniak (72. Gebre Selassie) - Hunt - di Santo, Petersen (60. Makiadi)

Tore: 0:1 di Santo (40.), 0:2 Bargfrede (68.)  | Gelbe Karten: Angha, Hlousek, Campana - Bargfrede, Obraniak, Junuzovic, Caldirola | Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin) | Zuschauer: 40.608

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