FCN: Stiebers Heldenmoment gegen Lautern

5.3.2016, 11:41 Uhr
Die Gefühlswelten des Zoltan Stieber: Gegen Lautern wird der Ungar zum Matchwinner, wird wegen Trikotausziehens allerdings vom Platz gestellt.

© Sportfoto Zink / DaMa Die Gefühlswelten des Zoltan Stieber: Gegen Lautern wird der Ungar zum Matchwinner, wird wegen Trikotausziehens allerdings vom Platz gestellt.

Am Tag danach gab sich Ungar, der in der 88. Minute beim 2:1 gegen den FCK zum Helden und gleichzeitig zur tragischen Figur wurde, via seines Facebook-Accounts reumütig: "Es war nicht sehr schlau von mir, das Trikot auszuziehen, obwohl ich schon eine Gelbe Karte bekommen habe." So rational konnte es der Winterneuzugang am Freitag nach seinem ersten Treffer im Club-Dress naturgemäß nicht sehen: "Wenn man auf seine Chance wartet, die dann endlich kommt und man so ein wichtiges Tor schießt, dann denkt man nicht mehr klar. Das sind dann Emotionen, und die mussten in der Situation raus."

Seit seinem Wechsel vom Hamburger SV an den Valznerweiher im Januar muss sich der flinke Flügelspieler hinten anstellen, nach zwei Startelf-Einsätzen zu Beginn des Jahres kam der 27-Jährige zuletzt dreimal gar nicht zum Einsatz. Gehöriges Frustpotenzial also, das sich mit dem Last-Minute-Tor gegen die Roten Teufel Bahn brach.

Seine Teamkollegen hatten dagegen Probleme gegensätzlicher Art: Nach vier Spielen in zwölf Tagen wirkte die Elf von Rene Weiler überspielt, die Akkus schienen leer zu sein. Gegen eine vor allem im Zentrum engmaschig gestrickte FCK-Abwehr fand der FCN selten die Lücken, behielt zwar in Sachen Torschüsse (11:10) und gewonnene Zweikämpfen (55% : 45%) die Oberhand, in wirkliche Chancen wurden diese statistischen Vorteile allerdings nicht umgemünzt.

Immerhin brachte mit Danny Blum ein weiterer Einwechselspieler etwas Zug in das sonst eher windstille Nürnberger Offensivspiel. Mit vier Flanken - eine davon führte zum Siegtor durch Stieber - stellte er der Lauterer Innendeckung zumindest ein paar Aufgaben, während der FCN sonst viel zu selten die gegnerische Deckung überspielen und Probleme bereiten konnte.

Bis zum nächsten Spiel am kommenden Freitag in Bielefeld kann der Club nun die leeren Energiespeicher auffüllen. Mit Tim Leibold und Miso Brecko kehren dann zwei Flügelspieler zurück, die eine defensiv nicht minder schwer zu knackende Arminia vor Probleme stellen können. Stieber wird dann gesperrt zusehen. Aber zumindest ist der Ungar am Freitag um 22.15 Uhr zu einem Protagonisten der gegenwärtigen Nürnberger Erfolgsgeschichte geworden, die er vorher nur als Statist verfolgen durfte.

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