13°

Donnerstag, 04.06.2020

|

zum Thema

Feulner wird zum gefeierten Derby-Helden

Ex-Münchner traf zum hochverdienten 1:1 des FCN gegen den FC Bayern - 17.11.2012 18:25 Uhr

Punktsieger gegen Bastian Schweinsteiger: Markus Feulner. © Sportfoto Zink/DaMa


Gegen die bis dato in allen Auswärtsspielen siegreichen Bayern entpuppte sich der Club im 185. bayerisch-fränkischen Derby als absolut ebenbürtiger Gegner. Mit unbändiger Kampfkraft und einer großartigen Moral, aber durchaus auch mit spielerischen Mitteln trotzte er dem reserviert auftretenden Starensemble von der Isar überraschend den Schneid ab. Mit etwas Glück hätte die Elf von Trainer Dieter Hecking sogar die Sensation schaffen können. Zweifellos ein „gefühlter Sieg“ für den Club, der die letzten 13 Minute nach dem Platzverweis gegen Timo Gebhart sogar in Unterzahl überstehen musste.

Bilderstrecke zum Thema

Hinrunde: Der Club stellt den Bayern ein Bein

Ein Punkt gegen die Bayern, für den 1. FC Nürnberg war dies in der Hinrunde ein großer Erfolg. Schließlich hatten die Münchner Mitte November 2012 zuvor fünf Auswärtssiege mit 15:0-Toren gefeiert - der Club war der erste Verein, der den Bayern zuhause ein Bein stellen konnte - in einem Spiel auf Augenhöhe.


Alles hätte passieren dürfen, nur das nicht: Gerade mal 150 Sekunden waren gespielt, da stand es auch schon 1:0 für die Bayern. Gleich ihr erster Blitzangriff saß. Nach einem ungenauen Pass von Timm Klose aus dem eigenen Strafraum fing Anatoliy Tymoshchuk den Ball ab und spielte ihn steil auf Toni Kroos; wobei Javier Pinola vergeblich zu klären versuchte. Kroos bediente den mitgelaufenen Mandzukic mustergültig. Der Münchner Torjäger bewies erneut seine Klasse und erzielte aus fünf Metern seinen neunten Saisontreffer.

Bilderstrecke zum Thema

Club gegen Bayern: Ein Derby zieht die Fans in seinen Bann

Kein Fußballspiel ohne Fans. Und schon gar kein Derby. Das fränkisch-bayerische Duell zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern München zieht die Fans beider Mannschaften gleichermaßen in seinen Bann. Eindrücke rund um das Spiel gibt es hier zu sehen.


Damit hatten die Bayern für lange Zeit ihre Schuldigkeit getan, Der souveräne Tabellenführer, bei dem die angeschlagenen Stars Franck Ribery, Arjen Robben und Jerome Boateng fehlten und Hochkaräter wie Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm, Holger Badstuber, Claudio Pizarro und Javier Martinez zunächst nur auf der Bank saßen, zog sich nach anfänglicher Dominanz für den Rest der ersten Halbzeit weit zurück und überließ dem Club das Gesetz des Handelns. Nun bestimmte der Club, der gegenüber dem 1:2 in Mainz gleich auf fünf Positionen verändert auflief, den Rhythmus, doch in den entscheidenden Zweikämpfen setzte sich dann die Klasse und Routine der Gäste durch.

Bilderstrecke zum Thema

Von 1,5 bis zur glatten 6: Die Noten für den Club

Ein Punkt dank Feulners Hammer: Gegen den FC Bayern München agierte der Club auf Augenhöhe und hatte sich am Ende das 1:1 redlich verdient. Ein Routinier kam bei den Usern allerdings nicht gut weg - und ein "Bad Boy" fiel bei den Journalisten glatt durch.


Lediglich zweimal tauchten die Franken vor der Pause gefährlich vor dem Tor von Nationalkeeper Manuel Neuer auf. In der siebten Minute wurde Sebastian Polter gerade noch von David Alaba gestoppt. Erst spielte der Österreicher den Ball, dann traf er den Club-Stürmer. Vergeblich forderten die aufgebrachten Club-Fans einen Elfmeter. In der 20. Minute schoss Timo Gebhart über das Tor. Vor Raphael Schäfers Gehäuse herrschte ebenfalls wenig Betrieb. Nach einer guten halben Stunde musste sich der Club-Kapitän, der erstmals nach dreiwöchiger Verletzungspause wieder im Tor stand, nach einem Schuss von Rafinha mächtig strecken.

Auch die zweite Halbzeit begann mit einem echten Paukenschlag, und was für einem! Ein Fehlpass von Nationalspieler Kroos ebnete den Weg zu einem Konter, den Feulner zum viel umjubelten 1:1-Ausgleich abschloss. Der für den gesperrten Hanno Balitsch ins Team gerückte Ex-Bayer fasste sich ein Herz, zog aus gut 20 Metern ab – und traf! Auch wenn Neuer beim ersten Auswärts-Gegentor der Bayern in dieser Saison nicht sonderlich gut aussah, darf man den Treffer getrost in die Kategorie „Tor des Monats“ einordnen.

Unfassbar: Nur eine Minute später hätte der Club sogar das 2:1 nachlegen müssen!. Beim nächsten Konter gegen die nun völlig irritiert wirkenden Bayern bediente Pinola den mitgelaufenden Gebhart, doch der schlug in aussichtsreicher Position über den Ball. Und im Nachschuss schoss Polter auch noch einen Bayern an! Derart hochkarätige Chancen bekommt man gegen eine Klassemannschaft wie die Bayern selten!

Zumindest nach einer Standardsituation brachte der Club den Gast noch einmal arg ins Schwitzen. Nach einem Kiyotake-Freistoß wollte es Polter per Kopf diesmal besser machen, doch Neuer lenkte den Ball noch zur Ecke (67.). Sekunden später köpfte der aufgerückte Per Nilsson knapp daneben.

In einer turbulenten Schlussphase roch es zunächst wieder nach Elfmeter für den Club, nachdem es so ausgesehen hatte, als hätte Dante im Strafraum die Hand zur Hilfe genommen (76.). Unmittelbar danach sah Gebhart, der 20 Minuten zuvor schon Gelb gesehen hatte, die Ampelkarte. Der Club-Offensivmann hatte sich gegen Bastian Schweinsteiger zu einem Ellbogencheck hinreißen lassen. Nach dem erlösenden Schlusspfiff brachen alle Dämme, die Club-Elf wurde bei einer Ehrenrunde groß gefeiert. Und das völlig zu Recht.

 

Nürnberg: Schäfer – Chandler, Nilsson, Klose, Pinola – Simons – Kiyotake (80. Korczowski), Feulner, Frantz (66. Esswein), Gebhart – Polter (89. Plattenhardt) / München: Neuer - Rafinha (62. Lahm), van Buyten, Dante, Alaba – Tymoshchuk (53. Martinez), Schweinsteiger –  Müller, Kroos, Shaquiri  – Mandzukic (77. Pizarro) / SR: Gräfe (Berlin) / Tore: 0:1 Mandzukic (3.), 1:1 Feulner (46.) / Zuschauer: 50.000 (ausverkauft) / Gelbe Karten: Chandler (3), Polter (2) – Kroos, Schweinsteiger (3) / Gelb-Rote Karte: Gebhart (77.).

Bilderstrecke zum Thema

"Phänomenal": Clubfans feiern 1:1 gegen Bayern wie Sieg

Der Großteil der Clubfans war nach dem Spiel gegen den FC Bayern begeistert von der Leistung der Mannschaft. Die Cluberer sahen das Team sogar ein Stück weit stärker als den Rekordmeister. Der Schiedsrichter sorgte hingegen für erhitzte Gemüter. Voller Zuversicht gehen die Fans ins Derby gegen Fürth.


Harald Büttner

6

6 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport