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Finalisieren gegen Freiburg: Das ist für den FCN wichtig

Der Altmeister möchte endlich wieder Abschlussstärke demonstrieren - 22.12.2018 05:37 Uhr

So funktioniert's: Der Club von Mikael Ishak will sich zum Hinrundenabschluss gegen Freiburg durchsetzen. © Sportfoto Zink / DaMa


Im Mai 2018 - nach vier tristen Zweitliga-Jahren und einer schönen Sause in Sandhausen - kehrte Nürnbergs Traum-und-Traumata-Club dorthin zurück, wo er sich am wohlsten fühlt. Dorthin, wo ihn seine fantastischen Fans schon immer sahen und er, zumindest seinem Selbstverständnis entsprechend, auch hingehört. Im Dezember 2018, kurz vor Weihnachten, rangieren die Rot-Schwarzen im Oberhaus-Ranking auf Platz 18.

Rückstand in vielen Bereichen 

“Wir werden alles dafür tun, dass der Club in der 1. Liga bleibt“, verspricht jedoch Michael Köllner vor dem Jahresabschluss gegen Freiburg (15.30 Uhr, Live-Ticker auf nordbayern.de). Der Michael Köllner unter dessen Anleitung der Altmeister den Aufstieg schaffte. Und unter dessen Anleitung der seit zehn Spielen in Deutschlands Eliteklasse sieglose FCN schon drei Spiele auf einen Torerfolg wartet. Die Besucher aus dem Breisgau sind sechs Plätze und sieben Zähler vor dem Club notiert, auf Rang 15 hat Köllners Team bereits vier Punkte Rückstand.

Die Tabelle lesen können sie am Neuen Zabo selber, lässt Nürnbergs auf der Pressekonferenz mitunter mürrisch wirkender Trainer wissen. Der traurige Status Quo, so darf man Köllner verstehen, sei zwar der Stand der Dinge. Doch irgendwo auch nur eine Momentaufnahme nach der 16. Runde . “Wenn man die Dinge vorantreiben will, liegt der Fokus auf dem 17. Spieltag“, sagt der Coach und verknüpft mit diesem seine Langzeitplanung. "Wir wollen gegen Freiburg gewinnen und das Tabellenbild nach dem 34. Spieltag verändern.“

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Club gegen Sportclub: Das Abstiegstrauma lässt grüßen

Nürnberg gegen Freiburg bedeutet Abstiegkampf. 2013/14 war dies bereits am 11. Spieltag der Fall. In der Vergangenheit trafen die Duelle oft Entscheidungen über die jeweilige Klassenzugehörigkeit. In einem Fall war dies aus fränkischer Perspektive besonders schmerzlich.


Dass in der Bundesliga Kleinigkeiten über den Spielausgang entscheiden, sagt Köllner auch und weiß, dass dies in den letzten beiden Partien ein Grund dafür war, warum der FCN anstelle eines ersehnten Punktgewinns in zwei Niederlagen einwilligen musste. Mit Blick auf das bittere 0:2 bei Borussia Mönchengladbach hatten die Kleinigkeiten, wie auf diesem Level üblich, große Auswirkungen. Da der Club auf hohem Niveau - sein Coach spricht von einer der schnellsten Ligen im Umkehrspiel - gleich zweimal Gladbacher Konter nicht unterbinden oder im Kollektiv unterbrechen konnte und in deren Folge die Gegentreffer kassierte, hatten zu naive Nürnberger erneut das Nachsehen. Es fehlt - das erkennen Protagonisten wie auch Betrachter gleichermaßen - an Reife. Dabei muss der Club schnell reifen, erwachsen werden, damit ihm die Zugehörigkeit zur Eliteliga im Sommer nicht wieder entrissen wird.

Köllner fordert den "Killerinstinkt" 

Abseits des Ergebnisses hat Köllner sein Team im Borussia-Park wie schon gegen Wolfsburg jedoch nicht so schlecht gesehen. Er wertet den Vortrag seines FCN “kompakt, laufstark und taktisch flexibel“, es fällt sogar das Wort “Top-Fußball“. Optimieren, das sagt der Oberpfälzer auch, müsse man das eigene Spiel natürlich dennoch. Unter die Kategorie Das-muss-besser-werden ordnet Köllner auch ein, dass die Mannschaft gute Möglichkeiten zuletzt ungenutzt ließ. Fuchs und Zrelak bot sich auf der Fohlen-Wiese beispielsweise früh die Gelegenheit, den Club in Front zu bringen. Dass es nicht so kam, kann man mit Pech, der Qualität des Gladbacher Keepers oder einer nicht vorhandenen letzten Konsequenz vor dem gegnerischen Tor erklären. Nürnbergs Coach führt alle diese Gründe an. Und schiebt eine Arbeitsauftrag an seine Angreifer hinterher. Einen Aufforderung, der am heutigen Samstag wohl vor allem Mikael Ishak, der seine muskulären Probleme überwunden hat, nachkommen soll. “Killerinstinkt“ sollen die Offensivkräfte gegen Freiburg zeigen. Martialische Sprache hin oder her. In der Sache hat Köllner damit sicher Recht.

 Bilanz: 18 Mal begegneten sich Breisgauer und Franken bislang in der Bundesliga. Lediglich drei dieser Partien konnte Club für sich entscheiden. Oft ging es dabei um Nürnbergs Klassenzugehörigkeit - über 1999, Frank Baumanns fatalen Fehlversuch aus sechs Metern und die aus FCN-Sicht brutalste Abstiegsentscheidung aller Zeiten wollen wir hier gar nicht weiter schreiben. Schöner ist da die Erinnerung an den März 2004, als Marek Mintal, Robert Vittek und Markus Schroth den ersten Heimsieg dieser Saison und den letzten Erfolg gegen die Südbadener auf eigenem Rasen eintüten.

Prognose: Kann Hanno Behrens doch spielen? Verteidigt Mühl oder Bauer rechts? Ist Ishak der Mann, der Nürnbergs Torlos-Zeit beendet? Und kann der Club überhaupt noch gewinnen? Vor der Begegnung mit den von Christian Streich trainierten Freiburgern stellen sich zahlreiche Fragen. Der Club jedoch braucht Antworte. Und will sie auf heimischem Geläuf heute geben. Das Team von der Dreisam - sagt Köllner – sei eine “super Mannschaft mit sehr, sehr guten Einzelspielern“, die sich durch eine gute Spielanlage sowie eine hohe Laufstärke und Pressingintensitität auszeichnet. Der Sportclub präsentiert sich in der laufenden Spielzeit allerdings recht wechselhaft: Einem Punktgewinn bei den Bayern ließen die Streich-Schützlinge eine 1:3-Schlappe gegen Mainz folgen. Nach einem 3:0 gegen Leipzig setzte es für den ehemaligen Arbeitgeber von Andreas Bornemann und Sebastian Kerk ein 0:2 in Düsseldorf.

"Es fehlen die Tore und ein gutes Ergebnis" 

Egal! Der FCN will zum Hinrundenabschluss - wie sein Trainer sagt - alles unternehmen, um seine eigene Grenze zu erreichen und dafür zu sorgen, dass Freiburg nicht sein Leistungsmaximum abruft. “Es fehlen die Tore und ein gutes Ergebnis“, erklärt Michael Köllner die aktuelle Club-Malaise. Nürnberg braucht Nothelfer. Wird der FCN im Umschaltspiel reifer und vor des Gegners Tor entschlossener, kann der er gegen Freiburg gewinnen. Und muss vielleicht dann auch nicht - es wäre die frohe Botschaft kurz vor Weihnachten - auf Platz 18 überwintern. 

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Verlorener Fuchs auf der Fohlen-Wiese: Die Club-Noten nach Gladbach

Zehnmal hatten die Fohlen vor ihrer Verabredung mit dem FCN auf eigener Spielwiese in Folge gewonnen. Dass es nach dem Heimspiel gegen Nürnberg elf Siege in Serie sind, war während 95 intensiver Minuten nicht immer klar. Wie hat sich der Club in Gladbach präsentiert? Sie haben das Köllner-Kollektiv benotet, hier ist die Auswertung:


  

apö

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