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Firnhabers HCE will Kiel "möglichst doll ärgern"

Die Erlanger möchten dem Favoriten am Kurt-Leucht-Weg Paroli bieten - 28.11.2019 07:39 Uhr

Sebastian Firnhaber und seine Erlanger haben gegen Kiel eine Herkulesaufgabe vor der Brust. © Sportfoto Zink / Oliver Gold, Sportfoto Zink / ogo


Grundsätzlich will es Sebastian Firnhaber professionell sehen. Im Profi-Geschäft, auch im Handball, bleibt wenig Zeit für gefühlsduselige Rückblicke. Dass der 25 Jahre alte Firnhaber den Großteil seines Handballer-Lebens in Kiel verbracht hat, spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. "Jetzt spiele ich für den HC Erlangen", sagt Firnhaber. „Und deshalb will ich die Kieler möglichst doll ärgern.“ Es wird etwas Besonderes sein, am Donnerstag (19 Uhr, Live-Blog der FACKELMANN WELT Hersbruck auf nordbayern.de) in die Nürnberger Arena einzulaufen, die zum Gastspiel des THW Kiel sicher wieder beben wird. Firnhaber kam im Sommer nach Erlangen. Zuvor gewann er mit seinem Jugendverein Pokale und spielte Champions League. Die Entscheidung, das alles hinter sich zu lassen, war auch eine professionelle. Der Kreisläufer wollte mehr spielen und Verantwortung übernehmen.

"Wir haben auf jeden Fall Chancen"

Für Donnerstag könnte das bedeuten, sich von den Ex-Kollegen vermöbeln zu lassen. Alles andere als ein souveräner Sieg der Kieler wäre eine Überraschung. Andererseits hat der HCE genau in solchen Spielen oft gezeigt, dass ihm das liegt. "Wir haben gegen die Rhein-Neckar Löwen schon bewiesen, dass wir mithalten können", sagt Kevin Schmidt, der Sportliche Leiter. Mitte Oktober gab es da ein 29:29. Das wäre vielleicht auch gegen den THW drin.

Trainerwechsel beim HC Erlangen

"Wir müssen eine sehr kompakte Abwehr stellen und eine gute Torhüterleistung haben, damit wir auch ein paar einfache Tore erzielen können", sagt Firnhaber, teamintern natürlich Kiel-Experte. „Vorne können wir befreit aufspielen. Wir sind nicht Favorit. Da tun wir uns leichter. Wir haben auf jeden Fall Chancen.“ Noch dazu hat sich Petter Overby wieder fit gemeldet. Der schmerzlich vermisste Abwehrchef fehlte wegen eines verschleppten Virusinfektes fast vier Monate. "Er hat am Montag normal mit trainiert“, sagt Trainer Adalsteinn Eyjolfsson. "Wir rechnen mit ihm am Donnerstag." Genau drei Wochen hatte der HC Erlangen Zeit, sich auf den Gegner vorzubereiten. Während einer Saison ist das enorm lange. "Wir haben uns intensiv mit Kiel beschäftigt", sagt Eyjolfsson. "Wir wissen, was kommt. Sie haben eine gute 6:0-Deckung und sind konterstark." Dazu kommt die Qualität der Spieler, der THW ist Rekordmeister, hat zuletzt den DHB-Pokal und den EHF-Pokal gewonnen und ist aktuell Tabellenzweiter der Handball-Bundesliga. Der Kader ist erstklassig, mit Pavel Horak, Ole Rahmel und Steffen Weinhold sind auch drei ehemalige Erlanger dabei. Da fällt selbst der Ausfall von Spielmacher Domagoj Duvnjak kaum ins Gewicht. "Kiels Form bislang ist sehr gut, sie sind auf Meisterschaftskurs", meint der HCE-Trainer. "Trotzdem hoffen wir auf eine volle Arena." Mit "Leidenschaft, Spielfreude und Wille" soll seine Mannschaft gegen den scheinbar unschlagbaren Gegner antreten.

Kellner fällt lange aus

Die Ruhe wird ab Donnerstag jedenfalls vorbei sein beim HCE. Direkt am Sonntag steht das nächste Heimspiel gegen Wetzlar an, und wieder nur eine Woche später ist Leipzig zu Gast in der Arena. "Es geht Schlag auf Schlag", sagt Eyjolfsson. "Das wird ein sehr stressiger und hektischer Dezember." Und auch im Januar dürfte es rund um die Erlanger Handballer spannend bleiben. Wie berichtet , zieht sich Kapitän Michael Haaß dann aus der Bundesliga-Mannschaft zurück. Er wird die U23 trainieren und im Sommer auf Eyjolfsson als Coach folgen.

Im Profi-Team wollte der Verein dafür auf Talent Benedikt Kellner setzen. Der Rückraumspieler hat sich nun allerdings am Sprunggelenk verletzt, er wird zehn bis zwölf Wochen ausfallen. "Das ist schade für ihn", sagt Eyjolfsson. "Gerade jetzt, als er richtig in Fahrt gekommen ist." Auch für den HCE ist das schade, schließlich durchkreuzt das zumindest bis Februar die Personalplanungen. Dennoch stellt Kevin Schmidt klar: "Wir halten an dem Plan vorerst fest." Haaß soll im Januar zur U23 wechseln. "Doch wir müssen sehen, wie sich der Heilungsverlauf bei Bene verhält." Die Operation am Montag zumindest sei gut verlaufen. Bereits am Dienstag startete der 21 Jahre alte Kellner mit seiner Reha. Die will er durchziehen. Ganz professionell.

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