Frank Schmidpeter mischte wieder als Ninja Warrior mit

13.4.2021, 20:15 Uhr
Frank Schmidpeter (re.) aus Postbauer-Heng verzweifelt im Zweit-Rundenduell bei Ninja Warrior Allstars an den Ringen gegen seinen erst 19 Jahre jungen Widersacher.

Frank Schmidpeter (re.) aus Postbauer-Heng verzweifelt im Zweit-Rundenduell bei Ninja Warrior Allstars an den Ringen gegen seinen erst 19 Jahre jungen Widersacher. © TVNOW / Markus Hertrich

Ein bisschen "wie an meinem Geburtstag" kam sich Frank Schmidpeter vor, so viele Nachrichten und Glückwünsche trudelten im Laufe des Sonntagabend auf elektronischen Wegen beim 30-Jährigen ein. "Ich bin absolut positiv überwältigt. Viele, die mir geschrieben haben, kenne ich gar nicht persönlich." Zu Hause auf dem Sofa verfolgte er den eigenen, vor ein paar Wochen im Februar aufgezeichneten Auftritt tatsächlich "mit der gleichen Anspannung" wie am Dreh-Tag selbst. Denn "ich wusste ja gar nicht mehr genau, was ich im Eifer des Gefechts in die Kameras gesagt habe und welche Ausschnitte ausgewählt werden."


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Das neuerliche Abenteuer war ohnehin ein großes Überraschungspaket. Unvermittelt erhielt der in Postbauer-Heng als Gemeinde-Streetworker und Musiker bekannte Akrobatik-Spezialist im Dezember die Anfrage zum außerplanmäßigen Ninja-Vergleich, bei dem sich die stärksten Akteure der bisherigen Shows ein Stelldichein geben sollten. "Die Details waren anfangs noch geheim, aber durch die Ankündigung von direkten Eins-zu-Eins-Duellen war mir klar, dass die Geschwindigkeit zum entscheidenden Faktor wird", berichtet Frank Schmidpeter, der sich mit dem Final-Einzug bei seinem zweiten Anlauf 2020 für den exklusiven 160-köpfigen Kreis empfohlen hatte und sich auch für die bevorstehende reguläre sechsten Staffel beworben hat.

Für die ungewohnte Variante stellte er sein Training um, fokussierte sich in den pro Woche 15 bis 20 Stunden umfassenden Einheiten auf Kondition und Schnellkraft. Über das Joggen und Sprinten hinaus trotzte Schmidpeter den Lockdown-Beschränkungen, in dem er sich in seiner Nürnberger Wohnung ein Griff-Brett an den Türrahmen schraubte. Doch da die "explosiven Bewegungen nicht mein Ding" sind, reiste der 30-Jährige mit bescheidenen Erwartungen gen Köln. "Mein Ziel war, nicht in der ersten Runde baden zu gehen und für die Zukunft Erfahrungen an Hindernissen mitzunehmen." Eine heimliche Hoffnung lag für den Vorsitzenden eines Ninja-Vereins in Erlangen freilich auch darin, sich als Stammgast weiter in der Szene zu etablieren.

Graue Jeans-Hose als Markenzeichen

Über die Präsenz im Bild konnte sich "Frank the Tank", wie ihn Moderator Frank Buschmann nannte, wahrlich nicht beschweren. Sämtliche Läufe wurden in voller Länge übertragen. Und so betrieb der tattoowierte Mann mit den Piercings, dessen graue Jeans inzwischen zum Markenzeichen geworden sind ("ich mag keine kurzen Hosen. Die Jeans sind super dehnfähig und dazu stylisch"), in Runde eins mit einer beherzten Vorstellung mächtig Eigenwerbung. Weil Schmidpeter einen befreundeten Trainingspartner beim Überqueren von schwingenden Streben aus dem Gleichgewicht brachte und nach fünf absolvierten Stationen erstmals den begehrten "Buzzer" drücken konnte, platzten die Emotionen mit lautem Gebrüll und geballter Faust aus ihm heraus.

Träumereien, im Feld der verbliebenen 16 Starter hinaus weiterzukommen und sich unter den Top 4 für die Final-Sendung am 9. Mai zu qualifizieren, allerdings verboten sich vor dem zweiten Durchgang. Einerseits wusste Schmidpeter seinen Kontrahenten, einen erst 19 Jahre alten Überflieger, vorab als Kandidat einzuschätzen, "der einfach keine Fehler macht". Andererseits hatte der Oberpfälzer "enorme Ehrfurcht vor den Hindernissen". Die wiederum resultierte daraus, dass die Protagonisten den Parcours entgegen der üblichen Gepflogenheiten bei Ninja Warrior ausgiebig testen durften und Schmidpeter eben in der Probe vom Gerät ins Wasser fiel.

Von dem Schreckmoment konnte er sich mental nicht lösen, geriet just beim zu verkrampften Hangeln an den Ringen in Rückstand und hatte am Ende eines langen Tages "mit durchgängig gefühlten 180 Puls" nicht mehr genug Energie. Gerade als sich der Rivale schon im abschließenden Kamin mit den Füßen nach oben drückte, rutschte Schmidpeter am vierten Hindernis, das er in seiner Verzweiflung abzukürzen versuchte, im Schwung nach hinten ab. "Ich bin ein bisschen unter meinen Möglichkeiten geblieben, dafür habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass ich im Kopf lockerer werden muss", konstatiert der Henger. Die neu gewonnenen Fans haben es ihm verziehen und warten auf die nächsten Einlagen.

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