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Freiburg als Vorbild: Mühls Plan gegen den FC Bayern

Club-Verteidiger hat das Derby im Traum erfolgreich durchgespielt - 24.04.2019 05:58 Uhr

Unter Druck: Verteidiger Lukas Mühl (links) wird im Spielaufbau von Leverkusens Angreifer Kevin Volland gestört.


Als sich Lukas Mühl über die Osterfeiertage in den Familienkreis zurückzog und dabei in die Kinderaugen seines Neffen blickte, dürfte er für einen Moment die Alltagsstrapazen vergessen haben, die der Berufsfußball für einen Abstiegskandidaten mit sich bringt. Allerdings war der Besuch des Innenverteidigers des 1. FC Nürnberg im Bayerischen Wald wahrlich keine Flucht. "Es ist für mich ja keine Belastung. Wenn ich zu Hause ankomme, ist das alles für mich erledigt und dann geht es am nächsten Tag weiter", raubt ihm der Kampf um den Klassenerhalt nicht sämtliche Energie.

In seiner ersten Bundesligasaison ist der Spaß am Fußball trotz etlicher Niederlagen noch nicht auf der Strecke geblieben. Dass gerade die anstehende Partie am Sonntag gegen den gastierenden FC Bayern München (18 Uhr) auch einmal einen anderen Ausgang nehmen könnte als erwartet, davon hat er geträumt. "Wie eigentlich vor jedem Spiel. Gegen Bayern ist es natürlich noch einmal etwas Besonderes", erzählt der 22-Jährige, der sich vor dem Einschlafen Gedanken über ein perfektes Spiel gemacht hat, wie es der Club gegen den FCB eben brauchen wird.

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190 Mal ging das prestigeträchtige fränkisch-bayerische Kräftemessen zwischen dem FCN und dem FC Bayern bereits über die Bühne. Zuhause setzte der Club bereits einige Ausrufzeichen gegen den Rivalen aus der ungeliebten Landeshauptstadt. In der Isarmetropole selbst schnappte er sich letztmals, nunja, 1992 die Maximalpunktzahl. Egal, es gibt nur einen Club - und hier sind die Bilder!


Im Hinspiel ging es früh schief. Robert Lewandowski, Münchens Torschützenkönig, sorgte mit zwei Treffern in den erst 27 Minuten für die Vorentscheidung. "Er hat alles drauf, man muss bei ihm höllisch aufpassen", sagt Mühl. Frank Ribery stellte nach der Pause den 3:0-Endstand her. "Wir brauchen sicherlich einen perfekten Tag und Bayern darf keinen guten Tag haben", räumt Mühl ein, nimmt sich aber den SC Freiburg zum Vorbild. Die Breisgauer trotzten dem Starensemble jüngst zu Hause (1:1) einen Punkt ab: "Freiburg hat es ganz gut gezeigt wie es geht. Man muss auch mit Ball mutig sein. Es wird nicht funktionieren, wenn wir nur die Bälle wegschlagen."

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Eine eigene Blaupause für die Partie David gegen Goliath hat man bereits zu Hause gegen Dortmund geschaffen, als der Club mit ein wenig Matchglück bei gleichzeitigem Abschlusspech des Gegners ein 0:0 erkämpfte und sich für die bitterböse 0:7-Pleite im Hinspiel revanchierte. "Wir haben gegen den BVB gezeigt, dass wir es schaffen können. Und darauf arbeiten wir im Training hin", gibt sich Mühl kämpferisch und will sich auch "vom Namen FC Bayern nicht blenden lassen", sondern hofft, mittels "Standards und Konter" zu überraschen: ". . . dann ist da zu Hause schon was möglich".

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Es wurde das erwartete Spiel für den 1. FC Nürnberg. Beim Gastspiel in München gab es für Frankens Vorzeigeverein nichts zu holen. Zumindest blieb eine befürchtete Blamage gegen den Rekordmeister aber aus. Am Ende steht eine verdiente 0:3-Niederlage.


Die Ergebnis-Prognose ist jedoch seit Jahren dieselbe und findet sich meist auch im Ausgang zugunsten der Münchner wider. Das leichteste Spiel des Jahres ist es für Mühl dennoch nicht. "Weil keiner was von uns erwartet?", fragt er irritiert: "Für mich nicht. Ich erwarte jedes Spiel etwas von uns. Ich will nie als Verlierer vom Platz gehen."

 

Stefan Jablonka

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