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Für den LAC Quelle Fürth ist Speerwerfen tabu

Die Athleten betreiben einen hohen Aufwand, doch nicht alles erscheint logisch. - 15.05.2020 16:21 Uhr

Beim Sprintcup 2019 war nicht nur die Leichtathletik-Welt noch in Ordnung. Kaya Rußler vom LAC Quelle Fürth (rechts) hofft, dass es noch Wettkämpfe geben wird. © Foto: Theo Kiefner


"Wir haben es geschafft, wir werden als einer der ersten Vereine trainieren", jubelte Armin Kress, Trainer des LAC Quelle Fürth am vergangenen Sonntag. Das klingt zunächst wie eine gute Nachricht, doch viele LAC-Mitglieder werden trotzdem nicht zum Zuge kommen.

Dass das erste Training am verregneten Montag dann überhaupt hatte stattfinden können, war dem großen Einsatz der Verantwortlichen des LAC Quelle und des Dachvereins TV Fürth 1860 zu verdanken. "Ganz so leicht, wie die Politiker das sagen, ist es nämlich nicht", stellt LAC-Vorsitzender Tim Höhnemann klar und ergänzt: "Auch wenn jetzt jeder denkt, er kann zum Gelände kommen und laufen – das ist nicht so."

Eingangskontrollen, Zugangslisten, strenge Belegungspläne, Desinfektion, Organisation und viele weitere Regeln werden den Trainingsalltag zunächst bestimmen und die gewohnten Abläufe behindern. Trotzdem herrschen bei den Athleten Aufbruchstimmung und Euphorie.

"Ich bin sehr glücklich und zufrieden, dass wieder trainiert werden kann", sagt zum Beispiel Siebenkämpferin Kaya Rußler. Auch wenn sie in der Corona-Pause verhältnismäßig gut trainieren konnte, freut sich die 15-Jährige, jetzt endlich wieder ihren Trainer und andere Sportlerinnen zu treffen und zu sehen, wie es um ihre Form bestellt ist. Stundenweise sind die Trainingsgruppen getaktet, nie mehr als fünf Personen inklusive Trainer auf dem Gelände. Eine Bahn Abstand und die nötige Distanz gehören selbstverständlich auch innerhalb der Gruppen dazu. Es können auch nicht alle Disziplinen trainiert werden: "Staffel, Hochsprung und Speerwerfen können wir nicht machen", erklärt Rußler und weiß besonders beim Speerwurf nicht so genau, warum eigentlich nicht.

"Dieses Training in Fünfergruppen ist weit weg vom normalen Vereinsbetrieb", weiß Höhnemann. Ihm ist klar, dass das besonders bei Jugendlichen und Kindern zu viel Erklärungsbedarf führen wird. Gerade einmal vier Stunden steht das Gelände täglich zur Verfügung und die sollen möglichst effektiv genutzt werden. Daher steht diese Zeit in erster Linie den "Zugpferden", also den Leistungssportlern zur Verfügung.

"Wir müssen in der Umsetzung jetzt vorbildlich sein, hoffen, dass es klappt und uns so neue Lockerungen verdienen", unterstreicht er, damit sich das Training auf längere Sicht wieder normalisieren kann.

Rußler hofft auf kleine Wettkämpfe

Ihre Motivation fürs Training ziehen die Athleten aus den Wettkämpfen und da ist Kaya Rußler noch guter Dinge: "Die sind bisher nur verschoben, noch nicht endgültig abgesagt. Ich hoffe schon, dass im Spätsommer noch ein paar Wettkämpfe stattfinden." Ganz so optimistisch wie die Siebenkämpferin ist der Vorsitzende nicht: "Vielleicht gibt es ein paar kleinere Wettkämpfe, zum Beispiel reine Wurf-Meetings. In jedem Fall ohne Zuschauer und ohne taktische Disziplinen", glaubt Höhnemann und meint damit unter anderem den Mittelstreckenlauf, "das ist dann aber keine Leichtathletik mehr und würde mich nicht reizen." Seiner Meinung nach ist dieses Jahr für richtige Wettkämpfe wohl verloren.

Das wird sich auch wirtschaftlich auswirken. Auf der einen Seite fehlen dem LAC Einnahmen abgesagter Veranstaltungen, auf der anderen Seite fallen auch weniger Kosten an. Wie die Bilanz am Ende aussehen wird, sei heute noch nicht absehbar. Den Teufel will Höhnemann nicht an die Wand malen: "Angst habe ich zwar keine, ein paar Sorgenfalten aber schon."

ANDREAS GOLDMANN

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