12°

Samstag, 10.04.2021

|

zum Thema

Fußball-Abenteuer für Jonas Lindner aus Auerbach in den USA

Bayernliga-Kicker nutzt derzeit ein Stipendium für eine spannende Erfahrung und sein Studium - 30.03.2021 10:04 Uhr

Ein Tag am Strand: Einmal pro Woche haben die Studenten frei, da genießen Jonas Lindner (2. von links) die Fußballer die Vorzüge der US-Ostküste.

30.03.2021 © privat, NN


Der junge Oberpfälzer hat ein Stipendium von der Monmouth University in West Long Branch/New Jersey bekommen. Wie dies alles zustande kam und wie es zurzeit in den USA läuft, erzählt er in einem Interview via Skype.

Geboren wurde Jonas Lindner 1998 in Eschenbach. Durch seinen Vater Peter kam er schon in jungen Jahren zum Fußball. Bis zu den B-Junioren spielte er beim SV 08 Auerbach, bis er der SpVgg Bayreuth in die U19-Landesliga folgte. Nach zwei Spielen in der Regionalligamannschaft wechselte er in die Bayernliga Nord zur DJK Gebenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach.

Jonas Lindner im Trikot der Monmouth Hawks.

30.03.2021 © privat, NN


Schon zu Bayreuther Zeiten hatte eine Agentur mit Sitz in München bei ihm angefragt. „Doch da wollte ich noch nicht weg“, so Lindner heute. Denn nach seinem Abitur am Gymnasium in Eschenbach machte er gerade sein BWL-Studium mit Bachelor–Abschluss in Bayreuth. „Mir war wichtig, in Deutschland meinen Bachelor fertigzumachen."

"Das kann man nicht ablehnen"

Nun, mit 22 Jahren, kam die Agentur erneut auf Lindner zu und fragte an, ob er sich vorstellen könne, in den USA zu studieren und gleichzeitig Soccer zu spielen. "So ein Angebot kann man doch nicht ablehnen“, meint er im Nachhinein. Und so ging es am 23. Januar mit dem Flieger nach New Jersey. Mit an Bord: ein deutscher Kommilitone aus Landshut, der bereits ein Jahr auf der Universität war und Lindner nur Gutes erzählen konnte.

Eine großzügige Sportanlage bietet die Monmouth University in West Long Branch (New Jersey) ihren Studenten.

30.03.2021 © privat, NN


Vorher hatte Jonas Lindner bereits ein Semester online an der Uni studiert. „Studieren und Fußball spielen, das ist eine super Sache. Hier in den USA wird dies vollkommen aufeinander abgestimmt“, findet er. Für ihn war es am Anfang etwas schwierig mit der Sprache. „Mein Englisch war ordentlich, aber nicht das Beste“, so Lindner. „Aber nach eineinhalb, zwei Wochen habe ich mich eingelebt.“ In seinem Team hat er neben seinem deutschen Kollegen noch zwei Spieler aus Ghana, einen Spieler aus Costa Rica, einen Norweger, einen Dänen und einen Schotten. Der Rest sind US-Amerikaner.

„Das Umfeld der Unimannschaft ist sehr professionell aufgebaut“, sagt Jonas Lindner. „ich wurde komplett ausgestattet, Jacken, Trainingsanzüge, Fußballschuhe, alles wurde gestellt“. Auch von der Corona-Pandemie spürt er nicht viel: „Ich kam aus dem Lockdown in Deutschland in die USA und hier war alles offen.“ Nur auf dem Campusgelände und in der Universität besteht Maskenpflicht, die allerdings von der Campus-Polizei streng kontrolliert werde.

Umfeld wie bei den Profis

Bars, Restaurants, Fitnessstudios: alles ist geöffnet. Damit er diese Angebote auch nutzen kann, hat er einmal die Woche frei. „Ansonsten haben wir jeden Tag um 11.30 Uhr Training, danach gibt es ein gemeinsames Mittagessen“, berichtet der Student. Danach schwärmt er von der „Recovery“, also Eisbäder, Massagen oder Wärmebehandlung. „Dazwischen mache ich noch etwas für die Uni. Wir haben Athletiktrainer, Fitnesstrainer, Fitnessstudio, hier ist alles professionell“, schwärmt er.

Bilderstrecke zum Thema

Weg mit Corona-Speck: So bleibt man trotz Einschränkungen in Form

Das Home-Office hat seine Spuren hinterlassen. Weniger Bewegung, Schlabber-Klamotten und immer greifbare Snacks: Für viele Menschen bedeutet der Lockdown zum Jahresstart, weniger Fokus auf die eigene Fitness zu legen. Doch ein paar Optionen gibt es, um seine Pfunde zu verlieren. So gelingt es!


Die Spiele der Unimannschaft Monmouth Hawks sind immer am Donnerstag und am Sonntag. Das sportliche Niveau sieht er wie in der Bayernliga bei Gebenbach, nur athletischer. „Auch kann man durchgehend wechseln, also nicht nur fünf Mal“, so Lindner. Der einzige Nachteil: die mangelnde Erfahrung im Team - er ist schon einer der Ältesten im Team. Da die Scouts vor der Saison die Spieler gezielt für die einzelnen Positionen aussuchen, spielt Jonas Lindner auch auf seiner Position im defensiven Mittelfeld.

Von den bisher angesetzten fünf Spielen sind zwei ausgefallen. Ein Spiel haben die Hawks gewonnen, eines nach Golden Goal verloren und das dritte Unentschieden gespielt. Zu den Partien war die Mannschaft bis zu vier Stunden unterwegs. „Beim nächsten Spiel sind es sogar drei Tage mit Zwischenübernachtung", erzählt Jonas Lindner.

Rückkehr im Dezember

Im Dezember wird Lindner wieder zurück nach Deutschland kommen. Bis dahin gelte seine Spielberechtigung für die USA und sei mit seinem Master fertig. Da der Spielerpass noch beim DJK Gebenbach liege, werde sein bisheriger Verein auch der erste Ansprechpartner sein. „Wie es aber dann aussieht, werden wir sehen.“

Auf die Frage, was ihm fehlt, war die Antwort eindeutig: „Meine Familie, meine Freundin und meine Freunde“. Und auch das deutsche Essen, fügt er lachend hinzu. Er fühle sich sehr wohl, „es ist eine super Kameradschaft, super Unterkünfte, wir haben fünf Minuten bis zum Strand. Aber ich esse unheimlich gerne Schwarzbrot, meine Mutter bäckt immer selbst eines. Und hier essen alle Weißbrot“.

Auf die Frage, ob er diese Verbindung zwischen Studium und Sport weiterempfehlen würde, hat er eine eindeutige Antwort: „Es ist eine super Sache, ich würde es jedem raten, der so ein Angebot bekommt.“ Man lerne hier unter professionellen Bedingungen für sein Studium und für den Sport gleichzeitig. „Für mich war es die richtige Entscheidung“, sagt Jonas Lindner.

Jürgen Masching

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Sport