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"Fußball steht hinten an": Löw und DFB-Team spenden

Die Corona-Krise beschäftigt auch Deutschlands Nationalmannschaft - 18.03.2020 17:13 Uhr

Der DFB und Corona: So beängstigend wie dieses Bild ist die Lage in diesen Pandemie-Tagen. © Thomas Böcker/DFB/dpa


Joachim Löw sprach ruhig und mit fester Stimme eindringliche Worte, die im Fußball nur selten zu hören sind. " hat die Welt fest im Griff und nichts ist mehr, wie es vorher war", sagte der Bundestrainer während einer Videokonferenz des Deutschen Fußball-Bundes am Mittwoch. "Die Welt hat einen kollektiven Burn-out erlebt."

Löw: "Was ist mit der Familie und mit Freunden"

Die Auswirkungen der Ausbreitung von Sars-CoV-2 auf den Fußball seien derzeit überhaupt nicht abzuschätzen - das sei allerdings momentan auch nicht wichtig. "Der Fußball steht hinten an, andere Dinge sind jetzt wichtiger. Für mich zählt jetzt, was ist mit der Familie, mit Freunden, wo kann ich die Menschen in meiner Umgebung unterstützen?"

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"Profit, Resultate, Rekorde"

Der 60-Jährige sprach über sein Gefühl, dass sich die Welt auch "ein bisschen stemmt und wehrt gegen die Menschen und deren Tun. Der Mensch denkt immer, dass er alles weiß und kann. Und das Tempo, das wir in den letzten Jahren vorgegeben haben, das war auch nicht mehr zu toppen", sagte Löw. "Machtgier, Profit, noch bessere Resultate, Rekorde standen im Vordergrund. Umweltkatastrophen haben uns nur so am Rande berührt, Krankheiten sind irgendwo stecken geblieben. Jetzt haben wir etwas erlebt, was die ganze Menschheit betrifft."

"Die Entwicklung hat uns überrascht und überfahren"

Die Verlegung der EM 2020 in den Sommer 2021 war deshalb die "völlig richtige und alternativlose" Entscheidung. Wie die Planungen auch für die Nationalmannschaft aussehen, konnte Löw noch nicht sagen. "Ich bin nicht in der Lage, so weit nach vorne zu blicken", sagte der 60-Jährige. "Die Entwicklung der letzten Wochen hat uns überrascht und überfahren."

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Vereinsfarben? Nein!

DFB-Präsident Fritz Keller kündigte die "strukturelle und finanzielle" Unterstützung der Regional- und Landesverbände im DFB an. Einen entsprechenden Beschluss habe das DFB-Präsidium gefasst. Details nannte Keller zunächst nicht. "Wir wollen die Zukunft nutzen, um Lösungen zu erarbeiten", sagte der 62-Jährige. "Von der Kreisliga über die Regional- und Landesverbände bis hin zur Bundesliga."

Es gehe nicht um "Ideologien, Vereinsfarben und vor allem nicht um Schuldzuweisungen", sagte der DFB-Präsident. "Es geht darum, dass wir achtsam miteinander umgehen und die Regeln einhalten. Wir müssen uns an die Regeln halten, das kenne wir vom Fußball, zumindest auf dem Platz." Was gestern, "noch richtig und wichtig erschien, ist heute nichtig und klein", sagte Keller.

Die Nationalspieler hatten schon vor der Pressekonferenz angekündigt, 2,5 Millionen Euro für soziale Zwecke spenden zu wollen. "Wir müssen in solchen Zeiten aufeinander schauen", sagte DFB-Kapitän Manuel Neuer in einem Instagram-Video des Teams. "Wir alle sind ein ganz großes Team, nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch in unserer Gesellschaft. Das merkt man in Zeiten wie diesen". Keller sagte, die DFB-Führungskräfte um Direktor Oliver Bierhoff hätten von sich aus einen Gehaltsverzicht vorgeschlagen.


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dpa

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