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Gegen Alba ins Finale: Bambergs Pokal-Plan steht

Neuauflage des Cup-Endspiels: Freak City empfängt den Erzrivalen - 11.01.2020 13:31 Uhr

Der Blick geht Richtung Finale: Louis Olinde und seine Bamberger begegnen Berlin in eigener Halle ambitioniert. © Nicolas Armer/dpa


Bamberg gegen Berlin - es ist ein Duell, das bereits viele Einträge in die Basketball-Geschichtsbücher vorweisen kann und, trotz der großen Rivalitäten beider Klubs mit den Bayern, zu den wahren Klassikern der Liga-Historie gehört. Der jüngste geschichtsträchtige Eintrag dürfte dabei vom Februar des vergangenen Jahres datieren. Im damaligen Pokalfinale setzten sich die Bamberger - für viele sicherlich überraschend - dank der Dreier von Nikos Zisis in eigener Halle knapp mit 83:82 durch und holte den Pott in die Domstadt.

Auch in der aktuellen Spielzeit gab es bereits ein Aufeinandertreffen beider Mannschaften. Am zweiten Spieltag setzte sich das Euroleague-Team von der Spree knapp mit 78:74 in der Brose-Arena durch. "Wir haben im BBL-Spiel gezeigt, wie es gehen kann, sie zu ärgern. Wir waren über 35 Minuten ebenbürtig", blickt Brose-Headcoach Roel Moors auf die Partie Anfang Oktober zurück.

Berlin in der Favoritenrolle

Nicht nur aufgrund des Liga-Erfolgs gehen die Albatrosse - damals wie heute - als Favorit in dieses Halbfinal-Duell. Der Euroleague-Teilnehmer zählt in der heimischen Liga zur absoluten Spitze und zeigt zudem auch in der Königsklasse überzeugende Auftritte, an deren Ende häufig lediglich das nötige Quäntchen Glück fehlt. Nicht umsonst sind sie "das beste Assistteam der Euroleague", wie Moors weiß. Auch in der Liga lassen die Berliner, die trotz immer wiederkehrender Verletzungssorgen nie aufgeben, den Ball sehr gut durch die eigenen Reihen laufen und verbuchen mit durchschnittlich 22,2 direkten Korbvorlagen den zweitbesten Wert aller BBL-Mannschaften. Dadurch kommen Berlins Schützen immer wieder in gute Wurfpositionen und vollstrecken eiskalt, was mit 91,6 Zählern pro Partie die beste Liga-Offense, die von einem Spielerquintett mit zweistelliger Punktausbeute angeführt wird, zur Folge hat.

"Wichtig wird sein, dass wir versuchen, ihnen ihr schnelles Passspiel wegzunehmen. Sie haben gute Schützen. Das heißt für uns: wir müssen einmal mehr defensiv stark stehen. Daraus ergeben sich dann auch unsere Offensivaktionen", fasst Bambergs belgischer Cheftrainer die Ausgangslage für sein Team zusammen. Da Brose im Vergleich mit Berlin auch in Sachen Wurfquoten stets den Kürzeren zieht, kann der Weg zum Erfolg für die Oberfranken ausschließlich über den Einsatz führen. Dies gilt natürlich auch beim Kampf um den Rebound, bei dem die Domstädter dank ihrer beiden Toprebounder Assem Marei (6,5 RpS) und Louis Olinde (6,0 RpS) statistisch gesehen leichte Vorteile haben (36,5/34,9).

Olinde setzt auf den Heimvorteil

Youngster Olinde, der als einer von drei Spielern bereits im vergangenen Jahr die Pokal-Trophäe in die Höhe halten durfte, setzt in dieser Partie aber noch auf einen anderen Faktor: die Fans! "Sicherlich geben uns unsere Fans noch ein paar Extraprozente. Vor allem in kritischen Phasen können sie uns pushen. Das haben wir in dieser Saison schon mehrfach gespürt. In einem Halbfinale ist es nochmals etwas anderes. Es ist ein Spiel, das man gewinnen muss, wenn man weiterhin die Chance auf einen Titel haben will. Und das wollen wir. Das Gefühl nach der Sirene letztes Jahr im Finale war unbeschreiblich. Das will ich wiederhaben, dafür werden wir alles geben. Gegen Berlin kommt es vor allem auf unsere Defensive an. Dazu will ich auch meinen Teil beitragen", gibt Bambergs Nummer 16 im Vorfeld zu Protokoll.

Kampflos werden sich die Berliner aber natürlich nicht ergeben. Trotz der extrem hohen Spielbelastung sinnt vor allem ein Albatros auf Revanche für das verlorene Pokalfinale. "Das ist jetzt bereits das Halbfinale und da fängt es schon an, in den Fingern zu kribbeln. Natürlich wollen wir jetzt ins Finale und auch den Pokal gewinnen. Dass das Halbfinale jetzt ausgerechnet in Bamberg stattfindet, wo wir das letztjährige Finale so knapp verloren haben, verstärkt das Kribbeln noch. Ich brenne darauf, gerade dort den Spieß umzudrehen. (…) Natürlich ist in Bamberg immer ordentlich Alarm. Aber ich mag es, in einer so feindlichen Atmosphäre zu spielen. Wenn man da trotzdem gewinnt und nach dem Schlusspfiff so richtig die Luft aus der Halle geht und es ganz still wird ... das sind für mich die schönsten Momente im Basketball", wird Albas Anführer Luke Sikma, der im Schnitt 9,3 Punkte und 7,4 Rebounds (Berliner Topwert) zum Spiel beisteuert, auf der Vereinshomepage zitiert.

Nach Berlin ist vor Montenegro 

Nach diesem sicherlich kräfteraubenden Halbfinal-Duell bleibt beiden Mannschaften nur sehr wenig Regenerationszeit. Bereits am Dienstag warten auf die Teams die nächsten internationalen Herausforderungen. Berlin reist dabei in der Euroleague zu Olympiakos Piräus, Bamberg macht sich am Montagfrüh auf den Weg zum Nürnberger Flughafen, von wo es nach Montenegro geht. Dort steht dann das nächste wichtige Champions League-Spiel gegen Mornar Bar auf dem Programm. 

Benjamin Strüh

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