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Geht auch trotz Corona: Freiwillig Soziales Jahr im Sportverein

Auch fränkische Vereine suchen noch nach engagierten jungen Menschen fürs FSJ - 30.04.2021 05:55 Uhr

Spiele und Sport mit Kindern und Jugendlichen. So kann ein Freiwillig Soziales Jahr bei Sportvereinen aussehen. Trotz Corona sind die Freiwilligendienste im sportlichen Bereich möglich, wenn auch etwas eingeschränkt.

29.04.2021 © TSG 08 Roth


Ein "Erfahrungsjoker" für junge Menschen, so umschreibt das zuständige Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) in Bayern. Laut Familienministerin Carolina Trautner soll das FSJ jungen Menschen "in ihrer Orientierungsphase nach der Schule, der Ausbildung oder dem Studium neue Erfahrungen, echte Chancen und wertvolle Impulse" bieten. Antreten können sie ihren freiwilligen Dienst in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, für Pflegebedürftige, der Kultur, in Sozialstationen – auch in Sportvereinen.

Das FSJ beginnt in der Regel Ende August/Anfang September. Vor Corona gab es teilweise über 500 Einsatzstellen im bayerischen Sport. Neben Vereinen ist das FSJ auch in Sportverbänden oder im Sportunterricht an Schulen möglich. Einige Vereine arbeiten auch mit Schulen zusammen. Für die Freiwilligendienste im Sport hatten sich für 2020/21 über 400 junge Menschen beworben. Derzeit ist es aber mit dem Sport so eine Sache, das Vereinsleben ist seit Monaten ausgebremst, die Angebote laufen zwangsweise online – wenn überhaupt.

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Dass Corona und der anhaltende Lockdown massiven Einfluss auf die aktuellen FSJ’ler in Sportvereinen haben, kann auch Mathias Himmelreicher bestätigen. Er ist Leiter des Ressorts Freiwilligendienste in der Bayerischen Sportjugend (BSJ), der Jugendorganisation des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV).


Notbremse: Sport für Kinder in Fünfergruppen möglich


"Einige Freiwillige haben berichtet, dass sie digitale Angebote für Kinder und Jugendliche bereitstellen. Vermehrt im Vergleich zum Vorjahr kann man sagen. Allerdings nicht flächendeckend, wie wir uns es als Jugendverband wünschen würden. Wir haben unseren Freiwilligen viel ‚Handwerkszeug’ in unseren Bildungsseminaren mitgegeben um auch im digitalen Raum Angebote schaffen zu können. Gleichwohl haben wir natürlich Verständnis, dass nicht jeder Verein die Voraussetzungen hat, ein digitales Angebot für seine Mitglieder mit den Freiwilligen umzusetzen", sagt Himmelreicher.

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Und für den kommenden Jahrgang an FSJ’lern? Wie laufen die erforderlichen Seminare und Lehrgänge für Lizenzen derzeit ab? Mathias Himmelreicher: "Unsere Lizenzlehrgänge konnten wir mit einem strengen Hygienekonzept bereits im August und September 2020 zum Jahrgangsbeginn durchführen, also im Zeitraum zwischen den beiden Lockdowns. Dennoch haben wir bereits während des ersten Lockdowns Konzepte für die Durchführung digitaler Seminare und Lehrgangsinhalte erarbeitet, sodass wir seit dem neuerlichen Lockdown im November unsere Seminare auch qualitativ hochwertig im digitalen Raum durchführen können. Für den kommenden Jahrgang hoffen wir wieder auf eine Vollbesetzung. Durch die späteren Schulabschlussprüfungen erwarten wir jedoch ein verzögertes Bewerberverhalten. Zudem wird es auf die weitere Entwicklung der Pandemie und die Lockerungen für den Sport ankommen."

Ungewissheit die abschreckt

Hoffen lautet also das Motto, denn planen ist auch in diesem Bereich kaum möglich. Die BSJ spürt das auch: "Zum aktuellen Zeitpunkt haben wir etwa 20 Prozent weniger Bedarfsmeldungen unserer Einsatzstellen erhalten als im vergangenen Jahr. Wir hoffen aber auf eine Nachmeldewelle im Sommer, wenn Lockerungen eintreten und die Vereine den Bedarf an freiwilliger Unterstützung erkennen. Beispielsweise zur Umsetzung von Hygienekonzepten oder kleineren Trainingsgruppen", sagt Mathias Himmelreicher.


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Ungewiss ist auch, wie sich die potenziellen FSJ’ler des neuen Jahrgangs verhalten werden. Halten sich die Freiwilligen eher zurück oder erscheint ein FSJ mangels anderweitiger Perspektiven wie einem Auslandsaufenthalt vielleicht sogar besonders attraktiv? Während manche Vereinen genügend Bewerber haben, berichten andere von einer schwierigeren Suche in diesem Jahr.


Freiwillig Soziales Jahr beim Fürther Kleeblatt


Ernüchterung kommt seitens der Bayerischen Sportjugend. "Von vielen anderen Trägern haben wir im Austausch erfahren, dass ein Freiwilligendienst mehr nachgefragt wird als vor Corona. Im Sport können wir diese Tendenz bislang nicht bestätigen. Dies hängt unseres Erachtens vor allem an den sehr strengen Einschränkungen im Sport in Bayern", hadert Himmelreicher, "dass junge Erwachsene sich dann anderen Bereichen zuwenden ist nachvollziehbar, schmerzt uns als größte Personenvereinigung in Bayern jedoch sehr. Gerade jetzt, wo wir doch jede Unterstützung im Verein benötigen, um Kinder und Jugendliche körperlich, aber auch mental durch diese schwierige Zeit zu begleiten."

Ausführliche Informationen zum FSJ in Sportvereinen finden Sie unter www.bsj.org. Dort sind auch die noch freien Einsatzstellen bei Vereinen und Verbänden in Ihrer Nähe sowie die dazugehörigen Tätigkeitsbeschreibungen und Kontaktdaten aufgelistet.


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Mathias Hochreuther

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