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Gestärkt zum VfB! Behrens' FCN ist bereit für das Wunder

Der Kapitän und sein Club trauen sich in Stuttgart den nächsten Sieg zu - 03.04.2019 05:51 Uhr

"Wenn wir am Samstag gewinnen, sind wir wieder voll dran“: Hanno Behrens wähnt den Club psychologisch im Vorteil. © Sportfoto Zink / DaMa


Natürlich fiebert auch Dennis Lippert mit seinem 1. FC Nürnberg, auch wenn der junge Fußballer seit über zwei Jahren andere Sorgen hat als Tabellenplätze. Vor über zwei Jahren riss ihm in einem internen Trainingsspiel gegen die U19 das vordere Kreuzband im linken Knie. Kann passieren, nach einem halben Jahr wollte er spätestens wieder dabei sein.

Vier Punkte und bis zu 7000 Fans 

Zwei Operationen und zig Monate Reha in Nürnberg und Donaustauf später ist er mittlerweile zumindest wieder in der Lage, behutsam zu joggen und den Ball zu führen. Weil er am Donnerstagnachmittag auf einem Nebenplatz mit Individualtrainer Nate Weiss ein paar Übungen absolvierte, rückte das eigentliche Thema der Woche zunächst ein bisschen in den Hintergrund.

Beim VfB Stuttgart gibt es seit Sonntagabend eigentlich kein anderes mehr; nach der 0:3-Niederlage in Frankfurt sind es plötzlich nur noch vier Punkte Vorsprung auf Platz 17 und den Club aus Nürnberg, der am Samstag mit angeblich 6000 bis 7000 Fans ins Neckarstadion kommt. Es geht um viel, für die Gäste mal wieder um alles; ein Auswärtssieg, es wäre der erste in dieser Saison, könnte tatsächlich beide Vereine in helle Aufregung versetzen.

Mit dem Worst-Case-Szenario möchten sich die Stuttgarter aber lieber erst gar nicht beschäftigen und stattdessen noch Fünfzehnter werden, wie ihr Trainer Markus Weinzierl betont, obwohl der Abstand nach unten zurzeit kleiner ist als nach oben. Für den VfB wäre die Relegation ein notwendiges Übel, "bitter wäre etwas anderes, aber das Wort nehme ich nicht in den Mund", sagt Präsident Wolfgang Dietrich in den Stuttgarter Nachrichten, beim Club kämen die zwei K.o.-Spiele gegen den Tabellendritten der Zweiten Liga hingegen einem kleinen Wunder gleich.

Druck? Hat der VfB

Auch Hanno Behrens spricht davon, wenn auch eher zögerlich und erst auf Nachfrage. Die Konstellation ist schließlich außergewöhnlich; noch nie in Spielzeiten mit Relegation hatte ein Vorletzter sieben Runden vor Schluss so wenige Punkte wie jetzt der 1. FC Nürnberg, es hatte aber auch noch nie ein Drittletzter sieben Runden vor Schluss so wenige Punkte wie jetzt der VfB Stuttgart.

Der übergeordnete Kontext ist deshalb zu vernachlässigen, rät auch Behrens, was zählt ist der Samstag, wenn sein Club aus eigener Kraft wieder Kontakt aufnehmen könnte mit wenigstens einer Mannschaft davor. "Die Marschroute ist klar: Wir wollen drei Punkte mitnehmen", sagt Behrens, "wenn wir am Samstag gewinnen, sind wir wieder voll dran."

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Ob Behrens die Stuttgarter mit seiner forschen Ansage irgendwie beeindrucken kann, wird man sehen, auch eine andere seiner Antworten gestern nach dem Training zielt darauf ab, in die Köpfe der Gegner vorzudringen. "Ich denke, dass Stuttgart den größeren Druck hat", sagt Behrens, "wir haben überhaupt keinen Druck mehr, uns hatten ja alle schon abgeschrieben in den letzten Wochen."

 

Der Club kann wohl tatsächlich nur noch positiv überraschen nach einer ziemlich verkorksten Runde, was letztlich mehr Ansporn als Belastung sein soll. Das 3:0 gegen Augsburg, der erste Sieg seit einem halben Jahr samt anschließenden Feierlichkeiten, sei bereits wie eine Erlösung gewesen, versichert Behrens, mit möglicherweise stimulierender Wirkung.

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Lächelnde Zuversicht 

Zumindest verbal befindet sich der Club bereits auf der Überholspur; nicht nur für den Kapitän wäre wieder "alles möglich", wenn der nächste Samstag so verlaufen würde wie der vergangene, sogar "ein kleines Wunder", Hanno Behrens lächelt. Dennis Lippert lächelt ebenfalls, nur aus einem anderen Grund. "Es ist schönes Wetter, ich kann wieder draußen was machen", sagt Lippert, am 25. März hat sich sein Sportunfall zum zweiten Mal gejährt.

Wann er wieder mit der Mannschaft üben kann, steht noch in den Sternen, trotzdem ist Lippert, der im Februar 2017 in Heidenheim debütierte und sechs Einsätze in der Zweiten Liga hatte, ausgesprochen glücklich. "Es wird alles besser", sagt er nach der Reha-Einheit am Dienstag, "es sieht wieder ganz gut aus." Wie offenbar gerade im ganzen Club. 

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Wolfgang Laaß

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