Dienstag, 31.03.2020

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Griechischer Grätschkünstler: Mavropanos verzückt den FCN

Der Abwehrspieler vom FC Arsenal hat sich beim Club schnell etabliert - 18.02.2020 05:56 Uhr

Griechischer Grätschkünstler: Mit letztem Einsatz kratzte Konstantinos Mavropanos den Ball in Heidenheim noch von der Torlinie. © Sportfoto Zink


"Er ist sehr niedergeschlagen, weil sein Mann das Tor macht, und ärgert sich über seinen Fehler", berichtete Jens Keller, "selbst in der Kabine ist der Kopf unten gewesen". Mavropanos’ Selbstkritik zeige aber auch "seinen Charakter und Ehrgeiz". Dabei mochte der Trainer dem 22-Jährigen gar keine Vorwürfe machen. "Klar muss er da mitgehen, aber so eine Situation ist auch schwer zu verteidigen", zeigte sich Keller nachsichtig.

 

 

Zumal Mavropanos zuvor erahnen ließ, warum er dem FC Arsenal im Januar 2018 rund zwei Millionen Euro Ablöse wert war. So hatte der Abwehrhüne nach einem cool gewonnenen Zweikampf mit einem Diagonalball auf Tim Handwerker das frühe 1:0 eingeleitet und danach defensiv brilliert. In diverse Jahresrückblicke schaffen dürfte es die fast artistische Monstergrätsche, mit der Mavropanos nach einem beeindruckenden Spurt den Ball für seinen geschlagenen Keeper Christian Mathenia noch von der Linie kratzte. Mit einem Urschrei und geballten Fäusten feierte sich der Athener für seine spektakuläre Rettungstat – und es ist gerade diese Hingabe und Emotionalität, mit der die Leihgabe aus London sich anschickt, im Rekordtempo die Herzen der Club-Fans zu erobern.

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Eine starke Leistung war das, die der 1. FC Nürnberg auf der Ostalb geboten hat. Am Ende stand ein 2:2, doch der Club war über das gesamte Spiel hinweg näher am Dreier als die Gastgeber. Eine Tatsache, die sich auch in den Noten niederschlägt.


Auch von den Kollegen ist nur Gutes zu hören über den "Dinos". Vor allem die offene Art, mit der Mavropanos den Menschen hier begegnet, und die Ernsthaftigkeit, mit der er seine wohl auf ein halbes Jahr beschränkte Mission beim Zweitligisten angeht, imponiert.

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"Er hat keine Flausen im Kopf, arbeitet vom ersten Tag an hart und versucht zu kommunizieren und sich einzubringen", lobt Nebenmann Georg Margreitter. "Sehr aufgeschlossen" sei Mavropanos, sagt auch Kapitän Hanno Behrens, "er hört sich alles an, versucht Deutsch zu sprechen und versteht auch schon das eine oder andere Wort. Das ist nicht selbstverständlich für jemanden, der von Arsenal kommt". Bezeichnend, dass Mavropanos schon kurz nach seiner Ankunft um Sprachunterricht gebeten hatte.


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Vor allem aber hilft der für sein Alter erstaunlich abgeklärte, ebenso spiel- wie zweikampfstarke Profi sportlich weiter. Längst abgehakt ist das unglückliche Debüt beim 1:4 in Hamburg, wo Mavropanos in einem versagenden Kollektiv noch überfordert wirkte und prompt einen Strafstoß verursachte. Gegen Sandhausen, Osnabrück und Heidenheim bestätigte er die guten Eindrücke aus dem Trainingslager, zweimal berief ihn der "kicker" sogar in seine "Elf des Tages".

"Er bringt genau das, was wir uns von ihm erhofft haben", sagt Keller und schwärmt von der "unheimlichen Präsenz", der "wahnsinnigen Schnelligkeit" und der Kopfballstärke des 1,94 Meter großen Modellathleten, der im Winter auch von anderen Vereinen umworben war. "Wir können froh sein, dass wir ihn bekommen haben", findet der Trainer. Und vielleicht ist ja schon am Sonntag gegen Darmstadt die Zeit reif für eine hellenische Heldengeschichte.

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Uli Digmayer

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