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Guardiola holt das Triple: Bleibt Gündogan bei ManCity?

Ärger um Financial Fair Play- Ex-Nürnberg äußert sich zu Zukunft - 19.05.2019 18:46 Uhr

Auch im FA-Cup-Finale gegen Watford war der Ex-Nürnberg Ilkay Gündogan einer der überragenden Akteure. © Kirsty Wigglesworth, dpa


Das historische Triple von Manchester City war gerade erst geschafft, da verfinsterte sich auch schon wieder die Miene von Pep Guardiola. Denn inmitten der Feierlichkeiten nach dem souveränen 6:0 im FA-Cup-Finale gegen den FC Watford rückte die Affäre um mutmaßliche Verstöße gegen das Financial Fair Play wieder in den Blickpunkt. Auf die Frage, ob Guardiola separate Gelder vom Club-Besitzer aus Abu Dhabi erhalten habe, war es mit der Freundlichkeit beim spanischen Erfolgscoach vorbei. "Wissen Sie, was Sie mich da fragen? Denken Sie, dass ich diese Frage verdient habe? Am Tag des Triples fragen Sie mich, ob ich Geld in einer anderen Situation erhalten habe? Beschuldigen Sie mich?", entgegnete Guardiola sichtlich verärgert.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Feierlaune bei Guardiola passé. Dabei hätte er allen Grund dazu gehabt nach einer perfekten Saison mit einem kleinen Schönheitsfehler. Als erster Club haben die Sky Blues bei den Männern alle drei Titel auf der Insel abgeräumt: Meisterschaft, FA Cup und Ligapokal. Nur in der Champions League war nach dem Aus gegen Tottenham Hotspur schon im Viertelfinale Schluss.

Hat ManCity Fair Play umgangen?

Doch schon unmittelbar nach dem Meistertitel in der Vorwoche hatte der mögliche Ausschluss aus der Champions League die Szenerie in Manchester überlagert. Denn die Vorwürfe wiegen schwer: Durch verdeckte Investorenzahlungen soll Man City das Financial Fair Play umgangen haben. Gelder, die als Einnahmen durch Sponsoren aus Abu Dhabi - darunter mit Etihad Airways die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate - deklariert wurden, sollen bei Man City in Wirklichkeit von Clubbesitzer Mansour bin Zayed Al Nahyan gezahlt worden sein.

Der Fall liegt nun bei der rechtsprechenden Kammer der UEFA, nachdem die Finanzkontrollbehörde die Ermittlungen abgeschlossen haben. Die "New York Times" berichtete von einem möglichen Ausschluss aus der Königsklasse für ein Jahr. So könnte das nationale Geschäft auch in Zukunft bei City im Vordergrund stehen, wo doch der große Traum von Guardiola und den Clubbesitzern der Gewinn der Champions League ist.

Entsprechend genervt ist der Ex-Bayern-Coach: "Ich habe es schon oft gesagt, falls die UEFA entscheidet, dass wir etwas falsch gemacht haben, dann werden wir bestraft. Aber jetzt sind wir unschuldig." In der kommenden Champions-League-Saison wird City aber voraussichtlich ohnehin einen Startplatz erhalten, denn bei einem Urteil gegen den englischen Meister könnten die Verantwortlichen noch vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen.

Gündogan fühlt sich wohl

Bis dahin bleibt eine Saison der Rekorde - nicht nur das Triple. City hat durch das halbe Dutzend Tore gegen Watford eine weitere Bestmarke aufgestellt: Mit wettbewerbsübergreifend 169 Saisontoren haben die Citizens den 2014 aufgestellten Rekord um 13 Tore überboten. "Ich liebe die Champions League, aber diesen nationalen Erfolg zu erreichen, ist viel schwieriger. Es war nicht die beste Saison, die ich als Trainer erlebt habe, aber ganz sicher eine der besten", bilanzierte Guardiola.

Im großen Finale in Wembley stand Ilkay Gündogan in der Startelf, Leroy Sané kam in der 73. Minute für seinen Nationalmannschaftskollegen. Beide besitzen für die kommende Saison zwar noch einen Vertrag, ein Fragezeichen bleibt jedoch. Denn Gündogan hat seinen 2020 auslaufenden Vertrag noch nicht verlängert und der bis 2021 gebundene Sané wurde zuletzt mit dem FC Bayern München in Verbindung gebracht. Sollten die Beiden bleiben, werden sie mit einem neuen Kapitän vorlieb nehmen müssen. Vincent Kompany verkündete am Sonntag seine Rückkehr zum RSC Anderlecht als Spielertrainer. Gündogan selbst sagte kürzlich dem kicker: "Die letzten Wochen war ich damit beschäftigt, noch einige nicht ganz so unwichtige Spiele mit City zu gewinnen, statt mich tagtäglich an den Verhandlungstisch zu setzen und mich davon ablenken zu lassen. Der Stand ist aber immer noch derselbe: Ich fühle mich hier wohl, und ganz bestimmt werden wir die nächsten Wochen wieder die Gespräche aufnehmen."

dpa/mw

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