Klarer Kantersieg

Gunzenhausen im Glücksrausch: Acht Tore gegen Georgensgmünd!

23.8.2021, 13:54 Uhr
Jason Schönolt (Nummer 12) hat gerade das 5:2 für die SG erzielt, Teamkollege Moritz Vorbrugg freut sich mit.

Jason Schönolt (Nummer 12) hat gerade das 5:2 für die SG erzielt, Teamkollege Moritz Vorbrugg freut sich mit.

In der A-Klasse West hat der TSV Georgensgmünd eine deftige 2:8(0:3)-Abreibung gegen die SG Gunzenhausen/Unterwurmbach kassiert. Das ist der Eindruck, wenn man das nackte Ergebnis liest. Aber ein Fußballspiel schreibt oftmals ganz eigene Geschichten, und über die Partie am vergangenen und verregneten Sonntagnachmittag am Lehbühl hätte man ein kleines Büchlein schreiben können.

Ein Zitat von Christoph Sauber hätte auf jeden Fall darin enthalten sein müssen: "Ich versuche immer, auch ein fairer Sportsmann zu sein, und da muss ich schon sagen, dass mir die Gmünder leidtun", sagte der Trainer der siegreichen Spielgemeinschaft der beiden Vereine FC Gunzenhausen und SV Unterwurmbach. "Freilich war der Sieg verdient", sagte wiederum TSV-Coach Ulli Buresch, die vielen "abers" ließen jedoch trotz eines Sechs-Tore-Unterschieds nicht lange auf sich warten.

Grätsche von Tim Buresch gegen SG-Torwart Thomas Koczuba. Schiedsrichter Josef Werner zeigte sich gnädig und nur Gelb für Buresch.

Grätsche von Tim Buresch gegen SG-Torwart Thomas Koczuba. Schiedsrichter Josef Werner zeigte sich gnädig und nur Gelb für Buresch.

Zum Beispiel, dass die Hausherren zunächst besser ins Spiel kamen. SG-Schlussmann Thomas Koczuba und eine knappe Abseitsentscheidung verhinderten aber die Führung für den TSV. Tim Buresch hatte nach Vorarbeit von Fabian Fath getroffen, musste seinen Jubel aber wieder abbrechen (18.). Und kurze Zeit später war der Gmünder Kapitän und Leistungsträger dann ganz raus. Schon nach zwei Minuten war er reichlich übereifrig grätschend in einen Zweikampf mit dem armen Koczuba gegangen und hatte Glück, dass es Schiedsrichter Josef Werner bei Gelb beließ.

Nach der Pause wankt die SG

Der tadellos und angenehm unaufgeregt leitende Unparteiische zog auch nach 24 Minuten nicht die Rote Karte, als Buresch im Laufduell die Notbremse zog – die Ampelkarte war für den Sohn des Trainers aber trotzdem die Konsequenz. Eine Aktion, die Folgen haben sollte. Nicht nur wegen der numerischen Unterzahl, sondern auch wegen der Art und Weise, wie die Gmünder darauf reagierten. Nämlich mehr oder weniger gar nicht. "Da musst du dann auch erstmal defensiv denken", haderte Ulli Buresch mit der weiterhin offenen Gangart seiner Schützlinge, die die Altmühlstädter bestraften. Und zwar in Person des starken Moritz Vorbrugg (31.), durch Leon Sörgel (40.) und Lukas Grünhöfer (45.) zur viel zu hohen 3:0-Pausenführung.

"Das Dümmste was uns jetzt passieren kann, ist ein schnelles Gegentor", schärfte Christoph Sauber seinen Jungs in der Kabine ein. Sie hatten offenbar brav zugehört, aber etwas falsch verstanden – denn es wurden gleich zwei. Daniel Gaßmann nach einem schnell ausgeführten Freistoß (48.) und Manuel Zebisch (50.) mit einem verwandelten Foulelfmeter sorgten für Hoffnung im Gmünder Lager. Doch die wurde durch die schnelle Antwort von Sörgel (50.) und des erst kurz zuvor eingewechselten Jason Schönolt (55.) jäh zerstört.

Und dann spielte sich die Spielgemeinschaft in einen kleinen Rausch, Christian Zapke und (63.), erneut Vorbrugg (77.) und Konrad Friedel (87.) schraubten das Ergebnis in für die dezimierten und konsternierten Gmünder in gruselige Höhen.

"Freut mich, dass sich die Jungs belohnt haben"

"Am Schluss geht dann einfach nichts mehr", zeigte der 53-Jährige Buresch, der seit vielen Jahren als Trainer und Stürmer auf den Fußballplätzen in der Region unterwegs ist, Verständnis für seine Truppe, "und lieber kriege ich einmal acht, als ein paar Mal knapp zu verlieren." Dass ihn die Niederlage natürlich trotzdem mächtig wurmte, zeigte eine andere Aussage, die zwar nicht zu belegen, aber auch nicht von der Hand zu weisen ist: "Wenn der Schiri kein Abseits pfeift und wir in Führung gehen, oder auch wenn wir den Platzverweis nicht kassieren, dann verlieren wir dieses Spiel nicht."

Christoph Sauber wollte verständlicherweise nur noch über seine junge Mannschaft sprechen – die immerhin gerade einen spektakulären Erfolg eingefahren hatte. "Mich freut es einfach für die Jungs, dass sie sich mal belohnt haben. Die sind so engagiert bei der Sache, auch im Training. Sicher brauchen sie noch ein bisschen, um mal oben angreifen zu können. Aber es macht einfach Spaß, ich möchte mit keinem anderen Trainer auf der Welt tauschen." Ein schönes Schlusswort für einen unterhaltsamen Nachmittag in der A-Klasse mit vielen Geschichten.

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