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Gut drauf beim Club! Schleusener sendet sonnige Grüße

Der außergewöhnliche FCN-Profi trotzt den Ausnahmesituationen - 02.04.2020 05:47 Uhr

Er hat nicht nur was am Kopf: Club-Profi Fabian Schleusener - hier bei seinem FCN-Debüt in Fürth - schaut achtsam auf seine Karriere und auf die Corona-Krise.


  Es war nach dem Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth, Schleusener hatte da gerade sein Debüt gegeben für den Club, obwohl er schon seit dem Sommer beim Verein angestellt war.

Kaum etwas, so konnte man das damals über Schleusener lesen, könne dessen gute Laune trüben. Auch nicht der Schienbeinbruch, den er sich noch als Spieler des SV Sandhausen zugezogen hatte und der seine Premiere für den Club so lange hinausgezögert hatte.

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Folge 37: Quarantäne ohne Playstation mit Schleusener

Schleusener war trotzdem noch ein bisschen glücklicher als sonst, weil er endlich wieder Fußball spielen durfte. Das ist jetzt gerade wieder nicht möglich, stattdessen musste er wie all seine Mannschaftskollegen für zwei Woche in Quarantäne. "Ich hatte Glück", sagt Schleusener, "wir haben einen Garten." Und da saß er dann oft, wenn die Sonne schien und übte sich im Glücklichsein.

"Guter Quarantäne-Partner"

Es hat einigermaßen funktioniert. "Meine Frau hat mir gesagt, dass ich ein guter Quarantäne-Partner bin", erzählt Schleusener in Ka Depp, dem Club-Podcast von nordbayern.de.

Er spricht dort auch über seine Karriere, die jetzt gerade etwas gebremst ist, die aber so ungewöhnlich ist, dass er sich mit Widerständen des öfteren hat beschäftigen müssen und auskennt. Schleusener war nie in einem Nachwuchsleistungszentrum, hat sich seinen Weg in die 2. Liga stattdessen über Dorfvereine erarbeitet. "Anders und steinig", nennt er seinen Weg, "als ich angekommen war, musste ich viel aufholen – in taktischer, aber auch in körperlicher Hinsicht."

Es ist ihm gelungen, spätestens in Sandhausen wurde er zu einem der Top-Angreifer in der 2. Liga. Angepasst an den Profi-Betrieb hat er sich nicht. Bei Schleusener blieb vieles anders, er merkt das auch jetzt, da er so selten die Wohnung verlassen darf wie alle anderen Menschen auch.

Dass er sich auf der Spielkonsole virtuell mit den Mannschaftskollegen verbindet, ist bei Schleusener gar nicht möglich. Er besitzt keine, was tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal ist in der Branche. Stattdessen kann er Büchertipps geben, empfiehlt zum Beispiel "Das Cafe am Rande der Welt" von John Strelecky, eine Erzählung über den Sinn des Lebens.

"Das mache ich jetzt richtig", sagt Schleusener

Den hat er für sich schon gefunden, vorerst. "Fußballprofi" will er sein, dem hat er vieles untergeordnet, seit sie ihn beim SC Freiburg spät dazu gemacht haben. Er hatte gerade ein duales Studium begonnen, aber in den Gesprächen mit dem Sportclub "habe ich gemerkt, dass ich genau das machen will". Also hat er es gemacht. "Das mache ich jetzt richtig", sagt Schleusener, hat er sich damals gedacht. Und er hat vieles richtig gemacht, der junge Schleusener wäre mit dem Schleusener von heute zufrieden, sagt er.

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Dass sie ihn aus Freiburg immer wieder an andere Verein ausgeliehen haben, erst nach Frankfurt, dann folgten noch Karlsruhe und Sandhausen – für Schleusener war das okay: "Getrieben habe ich mich nie gefühlt." Stattdessen hat er jede Station genutzt, um an sich zu arbeiten, auch am Menschen Schleusener. Auch darauf, wie das gelungen ist, dürfte der Vergangenheits-Schleusener mit Wohlwollen blicken.

"Ich möchte kein Virus-Überträger sein"

Mit großer Ernsthaftigkeit spricht Schleusener über die Herausforderung dieser Zeit. Darüber, dass er sich um sich selbst weniger Sorgen macht, aber um die älteren Familienmitglieder schon. "Wir telefonieren viel", sagt er. Mehr Kümmern geht gerade nicht. "Ich möchte kein Virus-Überträger sein", sagt er.

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Schleusener möchte helfen, wo er kann, auch beim 1. FC Nürnberg - das sagt er auch noch. Wenn es um das Thema Gehaltsverzicht der Profis geht, spricht er wieder offen. "Ich bin dazu bereit", sagt er und dass er sich schon länger beschäftigt mit dem Thema, wie er etwas abgeben kann von seinem Glück. "Ich engagiere mich für Kinderkrebsstiftungen und im Tierschutz", sagt Schleusener, der sich seiner Privilegien bewusst ist.

Dass diese derzeit eine nicht so große Rolle spielen, ist eine Folge der Krise, in der sich die Menschen ein wenig ähnlicher werden, weil sie alle das gleiche Problem umtreibt. "Wann das Leben wieder einen geregelte, normalen Verlauf nimmt, da bin ich tatsächlich überfragt", sagt Schleusener zum Abschied. Er will trotzdem sonnig bleiben.

+++ Gehaltsverzicht und Kurzarbeit: Der Club reagiert auf Corona +++

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Sebastian Gloser und Fadi Keblawi

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